Spoiler vorab: Ganz so extrem ist es nicht gekommen – aber die Richtung passt. Was heute schon möglich ist, verändert die Arbeit von Marketingverantwortlichen spürbar. Wir schauen uns an, wie du künftig buchstäblich mit nur einem Prompt und dem Zusammenspiel aus CMS, MCP und GEO ganze Webseiten bauen und anpassen kannst.
Die komplette Talk-Aufzeichnung von René und Timo findest du unten im Beitrag.
Das Szenario kennt sicherlich jede:r Redakteur:in: Veraltete Porträtfotos stehen auf der Teamseite oder PDF-Broschüren aus dem vergangenen Jahr sind immer noch im Umlauf. Das Management digitaler Inhalte wird ohne eine zentrale Basis schnell unübersichtlich. Medienbrüche und manueller Suchaufwand kosten nicht nur Nerven, sondern auch wertvolle Zeit im Marketing-Alltag. Wenn nicht klar ist, wo welches Asset in welcher Version liegt, leidet am Ende die Konsistenz des gesamten Markenauftritts.
In ihrem Talk auf unserem diesjährigen Rooftop Hub Event haben Moritz Niederlag, Product Owner Web CMS bei unserem Kunden Weidmüller, und Jörn Stengel, Teamleitung Webentwicklung bei comspace, gezeigt, wie wir diese Herausforderung für Weidmüller gelöst haben. Die Antwort liegt in einer nahtlosen DAM-Integration (in diesem Fall Sharedien) und CMS (FirstSpirit).
Nachdem wir im ersten Interview unserer Blogreihe „Q&A mit Expert:innen“ mit unserer Teamleiterin Anna Wördehoff in die Welt des Content- und Performance-Marketing eingetaucht sind, werfen wir heute einen Blick auf das große Ganze.
Dafür sprechen wir mit Johannes Tappmeier, unserem Chief Customer Officer (CCO) bei comspace. Johannes ist Teil unserer Geschäftsleitung und kümmert sich um alles, was mit unseren Kunden zu tun hat – vom Vertrieb über die Kundenbetreuung bis hin zu Verträgen. Im Interview verrät er uns, warum Vertrauen für ihn der wichtigste Faktor für erfolgreiche Kundenbeziehungen ist, wie sich die Erwartungen an eine Digitalagentur gewandelt haben und welche Werte ihn bei seiner täglichen Arbeit antreiben.
Jede Person, die schon einmal einen Website-Relaunch oder einen CMS-Wechsel miterlebt hat, kennt die Herausforderungen: Berge von bestehendem Content müssen ins neue System überführt werden. Oft ist das ein mühsamer, manueller Prozess, der viel Zeit, Personal und Nerven kostet. Doch was, wenn dieser Kraftakt plötzlich zu einem strategischen Vorteil wird?
Genau diese Frage beleuchtete unser Teamleiter und Solution Architect Jörn Stengel kürzlich auf unserem diesjährigen Rooftop Hub Event. Er zeigte, wie KI die Content-Migration grundlegend verändert – und den Wechsel zu Systemen wie FirstSpirit sowohl effizienter als auch qualitativ hochwertiger macht.
Mit über 40.000 Teilnehmenden, 680 Ausstellern und 850 internationalen Speakern bot die diesjährige DMEXCO unter dem Motto „Prompting the Future“ erneut eine beeindruckende Plattform für Innovationen und zeigte, wie stark die digitale Wirtschaft den technologischen Wandel prägt.
Vor allem das Thema Künstliche Intelligenz stand im Fokus und eröffnete spannende Diskussionen darüber, wie KI die kreative Werbeplanung verändert, welche Herausforderungen Deep Fakes mit sich bringen und wie unternehmenseigene Chatbots, wie bspw. “Melina” von Melitta, Prozesse optimieren können. Dabei wurde wieder einmal bestätigt: KI ist kein kurzlebiger Hype, sondern ein entscheidendes Element, das tief in die Marketingstrategien integriert wird und noch stärker in den Fokus rücken muss. Sascha Lobo brachte es auf den Punkt, als er dazu aufrief, KI nicht nur als Werkzeug zu sehen, sondern als Chance für eine neue Kultur des ständigen Experimentierens.
Bei der Einführung eines neuen Content Management Systems (CMS) wird die Redaktion vor Projektbeginn häufig nur rudimentär nach ihren Wünschen befragt und danach erst wieder bei der Content-Schulung einbezogen. Dadurch fehlt sie bei den meisten Schritten der Konzeption, Implementierung und Qualitätssicherung (QA). Ironischerweise sind es jedoch genau die Mitarbeitenden in den Unternehmen, die am Ende täglich mit dem CMS arbeiten.
Die Folge: Funktionalitäten können fehlen oder falsch konfiguriert sein oder Inhalte wurden möglicherweise vorab mit begrenztem Modulwissen überarbeitet und passen nun nicht zu den Gegebenheiten des neuen CMS.
Zeit für die Krönung: Aus e-Spirit wird nun Crownpeak. Seit der Übernahme von e-Spirit durch das amerikanische Unternehmen Crownpeak Anfang 2021 war es absehbar, dass der Schritt der Umfirmierung irgendwann kommen würde. e-Spirit war seit seiner Gründung im Jahr 1999 eine Größe im rasant wachsenden Markt für Content Management.
Ein Content Management System (CMS) wird mittlerweile in nahezu jedem Unternehmen eingesetzt, um den digitalen Content auf einer Plattform zu managen und von dort aus in die Marketingkanäle zu verteilen. Ein Digital Asset Management System (DAM) ist allerdings in vielen Unternehmen noch keine Selbstverständlichkeit. Schließlich verfügt auch jedes Content Management System über eine Mediendatenbank. Dort werden die verwendeten digitalen Mediendateien wie Bilder, Videos oder PDFs hochgeladen, abgelegt und in die verschiedenen Kanäle wie Corporate Website, E-Commerce-Seiten, Blogs, Social Media etc. ausgespielt. So weit, so gut.
Bumblebee & Butterfly – das e-Commerce Barcamp in OWL
Der etwas sperrige Name trügt eigentlich, denn das Barcamp deckte neben e-Commerce auch Themen aus den Bereichen des Online-Marketing, der digitalen Wertschöpfung und artverwandte Online-Themen, wie z.B. Recht, ab.
Das Publikum war dementsprechend bunt gemischt: neben Agenturen und Beratungen, waren auch Shop-Betreiber, Hersteller, Großhändler und Vertreter der Stadt Bielefeld anwesend.
Ungewöhnlich
Das Barcamp fand in der Schüco Arena im Herzen von Bielefeld statt, eine außergewöhnliche, aber wirklich gute Location.
Auch etwas ungewöhnlich für ein solches Veranstaltungsformat war die vorherige Bekanntgabe von Session-Themen. Leider fiel der erste Teil des Barcamps daher sehr “moderiert” aus und die Sessions wurden mit PowerPoint-Vorträgen eingeleitet. Meiner Ansicht nach waren viele der Teilnehmer schon in guter Stimmung und bereit sich aktiv auszutauschen, da wirkte der ein oder andere Vortrag als Einstieg ins Thema eher bremsend als motivierend.
Interessanterweise entschuldigten sich dann im Verlauf der Veranstaltung wiederum die Gäste, welche eine Session anboten, keine Folien vorbereitet zu haben. Nach einem Meet & Greet ging es direkt in die Sessionplanung des Vormittags.
Sessions – 1. Teil
Vormittags standen 3 Slots für verschiedene, parallele Sessions zur Verfügung.
1. Teil des Sessionsplan des e-Commerce Barcamp OWL
Slot 1 – Programmatic Advertising, Microservices und Amazon SEO
Bei der Session Amazon SEO wurden zwei Themen zusammengefasst.
1) Lohnt sich in Zeiten von starken Plattformen noch ein eigener Online-Shop?
und
2) Welche Faktoren beeinflussen Amazon SEO? Eike-Jan Diestelkamp von HDNET erläuterte sehr unterhaltsam aus welchen Bausteinen sich eine gutes Ranking in der Amazon-Produktsuche zusammensetzt. Rund 150 Kriterien können bei einem Produkt ausschlaggebend sein.
Nur um ein paar Rankingfaktoren für Amazon zu nennen:
Rezensionen und deren Qualität
Lieferbarkeit und Produktverfügbarkeit
ein aussagekräftiger Produkttitel, der jedoch nicht überladen sein darf
Qualität und Aussagekraft der verwendeten Bilder
Händlerperformance, die u.a. durch das Nutzererlebnis der Kunden beeinflußt wird
Slot 2 – Shop Hosting, Shopsystem Auswahl und Nutzerzentrierte Markenerlebnisse
In der Session nutzerzentrierte Markenerlebnisse ging es um die User Experience in Shops. Es wurden die theoretischen, zugrunde liegenden Prozesse des User Experience Design vorgestellt. Erstaunlich empfand ich, das Customer Journeys und Personas auch ohne verfügbaren Daten abgebildet werden (können). Die Diskussion um die Machbarkeit dieses Vorgehens hat dann auch diesen Sessionslot geprägt.
Session zu UX-Design auf dem e-Commerce Barcamp OWL
Slot 3 – Conversion Optimierung, Betrug im Internet und Content Marketing
Dr. Arne-Christian Sigge von content.de führte praxisnah und unterhaltsam durch das Themenfeld Content Marketing. Er verdeutlichte, wie man Mehrwerte für Kunden durch Ratgeber und gute Inhalte schafft, dass hartes SEO dem Content Marketing eher schadet und wie Retargeting sinnvoll eingesetzt werden kann.
Was habe ich mitgenommen: Inhalte, die meine Kunden interessieren liefert das Ticketsystem – genial einfach.
Content Marketing Trends 2017
Nach einer Mittagspause mit der obligatorischen Stadion(curry)wurst ging es in die Planung der Sessions für die 2. Runde.
Sessions – 2. Teil
2. Teil der Sessions auf dem e-Commerce Barcamp OWL
Slot 4 – Rechtliche Hürden im e-Commerce, lokale Online Marktplätze und B2B-Commerce
Diese Session beschäftigte sich mit dem Besonderheiten des B2B-Geschäfts. Denn viele Anforderungen aus dem B2C sind nicht 1:1 übertragbar, besonders abweichende Prozesse, höhere Kosten und erschwerter Transport von Emotionen kennzeichnen das business-to-business-Geschäft.
Deutlich wurde, dass Schnittstellen, z.B. zwischen Shop und CMS, und die Verfügbarkeit von Daten entscheidend für zufriedene Kunden und ein funktionierendes Gesamt-Ökosystem sind. Realisiert werden kann dies durch umfassende Konnektivität der eingesetzten Software und Systeme und deren Skalierbarkeit.
Fazit der Session: Produkte werden austauschbar – Service bleibt. Die Wahl der Technologie wie PIM, DAM und Shop-System entscheidet maßgeblich über die Auslieferung der Services.
Slot 5 – Linkbuilding, Die offene Rechnung ist tot – es lebe die offene Rechnung und Next Generation e-Commerce
Was bringt die Zukunft des digitalen Handels? Hier wurde eifrig über Trends diskutiert, ob Voice-Commerce oder Influencer Marketing. Es geht darum den Kunden von morgen jetzt schon zu hacken.
Slot 6 – Customer Feedback, Omnichannel und CMS Battle
“Wir wollen uns mal so richtig schön gegenseitig zerreißen” – so die Aufforderung an alle anwesenden Agenturen und Dienstleister, sich am Content Management Battle zu beteiligen.
Ganz so wild wurde es jedoch nicht. Hier sind einige Kriterien aufgelistet, die der Kunde bei der Wahl des für ihn passenden CMS berücksichtigen sollte:
Erfolgsfaktoren von CMS
Fazit: “Nicht mit Pfeil& Bogen auf einen Airbus A380 schießen”.
Slot 7 – Online Marketing Klinik und automatisierte Internationalisierung
Mit dem Claim “Wie mache ich 1 Million € Umsatz in einem Jahr” wurde ein interessantes Entwickler-Projekt vorgestellt. Um eine hohe Reichweite in über 125 Ländern aufzubauen, wurden KFZ-Gebrauchtteile automatisiert in bis zu 10 Sprachen übersetzt und auf Plattformen wie eBay gelistet. Die Artikellistung erfolgte in wenigen Sekunden direkt durch den Mitarbeiter per Smartphone und maßgeschneiderter App. Magento wurde hierbei als Warenwirtschaftssystem zweckentfremdet und verknüpft die Informationen aus den Teileverwendungslisten der Automobil-Hersteller. Ich finde neben der hohen Reichweite bemerkenswert, dass es sich um ein Projekt eines einzigen Entwicklers handelt.
Aus Marketing-Sicht wurde dabei vieles richtig gemacht: das System skalierte schnell, über alle Kanäle und Märkte wie eBay und Co. wurde eine Marke mit Wiedererkennungswert aufgebaut – nach und nach werden jetzt unattraktive Märkte aus dem Portfolio bereinigt. Kunden kommen mittlerweile aber direkt auf den Online-Shop und dabei entfallen natürlich die Provisionskosten der Marktplätze.
Danach klang der Abend mit pulled-pork-Burgern, netten Gesprächen und einem Bier vor einer beleuchteten Stadionkulisse aus.
Fazit
Es waren meiner Meinung nach durchaus parallelen zur Online-Marketing-Konferenz Bielefeld vorhanden – denn der Konferenzcharakter konnte aufgrund der Bestuhlung und der relativ großen Personenzahl je Session auf einer offenen, großen Fläche nicht gänzlich abgelegt werden. Das Ambiente und das Catering waren aber super.
Wären kleinere Räume – wie z.B. die Logen des Stadions – mit ins Konzept einbezogen worden – wäre die Atmosphäre durchaus persönlicher und der Austausch noch intensiver geworden.
Aber grundsätzlich waren spannende Vorträge dabei, die auch eine breite Masse ansprechen konnten.
Ich bin nächstes Jahr sicher wieder dabei und Sie?