Interne Benutzer in Google Analytics-Views filtern

Möchten wir in Google Analytics Rückschlüsse auf das Verhalten unserer Nutzer ziehen, so setzen wir (stillschweigend) voraus, dass die Daten, mit denen wir arbeiten, sauber und qualitativ hochwertig sind. Allerdings werden ohne weiteres Zutun in Google Analytics die Daten externer und interner Benutzer zusammengeworfen. Das Verhalten dieser beiden Nutzergruppen dürfte sich aber grundsätzlich voneinander unterscheiden. „Interne Benutzer in Google Analytics-Views filtern“ weiterlesen

Was Attributionsmodelle und Fußball gemeinsam haben

Google Analytics mit Kaffeetasse

Was hat Marketing-Attribution mit Fußball zu tun? Attributionsmodelle lassen sich sehr gut auf die schönste Nebensache der Welt anwenden. Begeben wir uns gedanklich auf einen Bolzplatz und stellen uns folgenden Spielzug vor:
Der Innenverteidiger erobert den Ball und schickt den Außenverteidiger auf die Reise, der wiederum den Ball behaupten kann und bis zur Grundlinie durchzieht. Eine Traumflanke geht vor das gegnerische Tor, landet passgenau auf dem Fuß des Stoßstürmers, der keine Mühe hat, das Leder einzunetzen (*grenzenloser Jubel*).

CreativeCommons: annca / pixabay.com

Überführen wir dieses Beispiel in das digitale Marketing und wenden hierfür das allgemein übliche Attributionsmodell “Letzter Klick” an: Die gesamten Meriten erhält alleine der Torschütze. The winner takes it all. Dies wiederum bedeutet, dass die Entscheidung über die Aufstellung für das nächste Spiel auf Basis der Daten, welchem Spieler der größte Wert beigemessen wird, getroffen wird.
Der Trainer entscheidet sich also für das nächste Spiel auf Abwehr- und Mittelfeldspieler zu verzichten und nur noch Stürmer (für die Tore alleine verantwortlich) auf den Rasen zu schicken. Das greift natürlich zu kurz: Es geht für den Trainer aka Marketingverantwortlichen schließlich darum, den verschiedenen Touchpoints eine Bedeutung für den späteren Kauf beizumessen.
In der Welt des Online-Marketings ersetzen wir die Spielerpositionen durch Marketingkanäle beziehungsweise Interaktionspunkte des Nutzers mit dem Werbetreibenden. Fairerweise sei erwähnt, dass das Modell umso komplizierter wird, je breiter die Marketingkanäle definiert werden. In der überschaubaren Welt des digitalen Marketings können wir uns auf Channels wie bezahlte Suche, Displayanzeigen, organische Suche, direkte Websitezugriffe, Verweise, E-Mail und Social Media beschränken. Die Dimensionen Cross-Device, Cross-Media und No-Line (On- und Offline Touchpoints) verkomplizieren das Attribution Modelling deutlich.
Der Vollständigkeit halber lassen wir aber nicht unerwähnt, dass unser Gesamtbild unvollständig bleibt, wenn wir die Kanäle im digitalen Marketing isoliert betrachten. Zumal: Cross-Channel, Cross-Device und Cross-Media werden zukünftig bei der Marketing-Attribution eine deutlich gewichtigere Rolle einnehmen. So hat beispielsweise Google hier schon den Boden durch die Einführung von Google Attribution bereitet – einem Tool, dass sowohl in der Lage sein soll, bei der Zuordnung von Conversions verschiedene, geräte- und mediaübergreifende Kanäle zu berücksichtigen, als auch bei der Zuordnung von Conversion-Werten zu einzelnen Touchpoints Machine-Learning anzuwenden. Dies soll es den Marketingverantwortlichen bzw. Werbetreibenden erleichtern, den Wert einzelner Marketingkanäle neu zu bewerten und das Zuweisen von Budgets zu bestimmten Werbemaßnahmen zu erleichtern.
Um wieder auf das Beispiel “Fußball” zurückzukommen: Der Trainer hat damit ein mächtiges Hilfsmittel, um den Wert der einzelnen Positionen bezogen auf das gesamte Spiel zu bestimmen.

Warum das Standard-Attributionsmodell hinterfragt werden muss

Ähnlich verhält es sich im Online Marketing: Entscheidet bis dato der letzte (indirekte) Klick über die Zuordnung einer Conversion, so werden zukünftig auch alle weiteren Berührungspunkte, wie zum Beispiel die erste Interaktion eines Nutzers mit dem Werbetreibenden, stärker ins Gewicht fallen. Leider wird Google Attribution erst langsam ausgerollt (das Tool wird – in etwas eingeschränkter Form gegenüber der 360-Version – für alle Nutzer zugänglich sein). Bis dahin hilft das Modellvergleichstool von Google Analytics, ein Grundverständnis über verschiedene Attributionsmodell zu erlangen. Wir beschränken uns hier auf Google Analytics. Die auswählbaren Attributionsmodell in anderen Trackingtools wie bspw. in Matomo (vormals PIWIK) sind weitgehend identisch.
Google Analytics: Überblick über die Attributionsmodelle

Letzter indirekter Klick

Alle Google-Analytics Standardberichte weisen die Conversion dem letzten indirekten Klick zu. Das Dilemma wird offensichtlich, wenn wir uns folgenden Conversionpfad anschauen.

Google Analytics: Top-Conversion-Pfade
Der Nutzer startet seine Reise in einer Suchmaschine, klickt dort auf eine bezahlte Suchanzeige, schaut sich verschiedene Produkte an – und verlässt die Website wieder.
Kurze Zeit später bedient derselbe Nutzer erneut eine Suchmaschine und klickt auf ein unbezahltes Suchergebnis, kann sich aber immer noch nicht recht entscheiden, die Transaktion abzuschließen (in der Zwischenzeit ist es denkbar, dass der Nutzer zunächst auf anderen Websites Preis und Eigenschaften des Produkts recherchiert, für das er sich interessiert).
Den Kauf erledigt er bei seinem dritten Besuch. Den Link der Produktseite hatte er vorsorglich als Bookmark gespeichert, also ruft er die Seite über das Lesezeichen auf und schließt den Kauf ab.
Welchem Marketingkanal wird nun die Conversion zugeschrieben? “Letzter direkter Klick” heißt tatsächlich, dass hier der letzte Interaktionspunkt, nämlich das direkte Aufrufen der Website über den Browser, gänzlich unberücksichtigt bleibt und alle (!) Conversions dem davor gelegenen Kanal gutgeschrieben werden. In diesem Fall: Alles auf die organische Suche. Sowohl der initiale Touchpoint – die bezahlte Suche – als auch der Interaktionspunkt, über den die Transaktion letztlich stattfand, finden in diesem Beispiel keine Berücksichtigung.

Letzte Interaktion

Wie im Fußballbeispiel beschrieben: Die Lorbeeren erhält der Torschütze. Keine Scorerpunkte für Assists. Dieses Attributionsmodell ist gängige Praxis fast aller Webanalyse-Tools – mit eben angesprochener Ausnahme von Google Analytics. Zwar kommen Direktzugriffe hier besser weg, aber im Großen und Ganzen leidet das Modell unter den gleichen Schwächen: Alles, was an Interaktionen vor dem letzten Klick passierte, bleibt ohne Verdienst.

Erste Interaktion

Das vorige Modell – nur auf den Kopf gestellt. Welches tieferen Sinn hat es, den gesamten Conversionwert dem ersten Klick zuzuweisen? Genau.

Letzter AdWords-Klick

Der Name ist Programm. Wer den Zweck dieses Modell ergründet hat, hinterlasse bitte einen Kommentar unter diesem Beitrag.

Positionsbasiertes Modell

Erster und letzter Klick erhalten den Löwenanteil des Conversionwertes mit je 40%. Die restlichen 20% teilen sich die Channels zwischen diesen beiden. Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar: Der Touchpoint, der den Nutzer auf die Website lenkt, wird ebenso wie der Conversion generierende Kanal honoriert. Den Interaktionen zwischen erstem und letztem Klick wird auch ein Wert beigemessen, der umso geringer ausfällt, je mehr Touchpoints im Spiel sind.

Zeitbasiertes Modell

Je näher der Interaktionspunkt zeitlich an der Conversion liegt, desto mehr Wert hat dieser. Einfacher Algorithmus – simple Logik. Dieses Modell scheint in der Tat sehr brauchbar, da bei einer Conversion alle Kanäle partizipieren – abnehmend, je weiter die Interaktion zurückliegt.

Lineares Modell

Jeder Kanal erhält das gleiche Stück vom Kuchen. Das Attributionsmodell mit sozialistischer Duftmarke. Sinnvoller, als einem einzigen Touchpoint den gesamten Wert zuzuschreiben. Mehr aber auch nicht.

Die Königsübung: Benutzerdefinierte Modelle

Wer sich mit den vorgegebenen Attributionsmodellen nicht anfreuen kann, dem sei gesagt, dass Google Analytics auch die Möglichkeit gibt, ein eigenes, auf Schwerpunkten und Regeln basiertes Modell einzusetzen.
Der Nutzer kann zunächst ein Basismodell (aus den oben genannten) auswählen und dies dann in verschiedenen Kriterien anpassen.
Entscheiden wir uns bspw. das Positionsbasierte Modell in einigen Nuancen zu verändern, so können wir uns zunächst entscheiden, welche prozentualen Conversionanteile auf die erste, die letzte und die mittleren Interaktionen entfallen sollen.
Google Analytics - Modellvergleichstool - benutzerdefiniertes Attributionsmodell
Weiterhin können wir justieren, ob und welche Nutzersignale (Time on Site oder Seitentiefe) besonders belohnt werden sollen. Zudem können wir benutzerdefinierte Regeln erstellen, die dann mit einem zu definierenden Faktor höher angerechnet werden.
Beispiel: Kommt der Besucher aus einer bestimmten Quelle (von Facebook oder einer Suchmaschine), so werte ich dieses Signal 2,5mal höher als andere Interaktionsformen.
Benutzerdefinierte Attributionsmodelle können je nach Geschäftsmodell hilfreich sein, sollten allerdings mit all ihren Regeln und Erweiterungen nur von erfahrenen Nutzern als Entscheidungsgrundlage über die Neuverteilung von Marketingbudgets verwendet werden. Besser ist, Sie nehmen sich Zeit, rufen das Modellvergleichstool auf und vergleichen das Standard-Attributionsmodell von Google Analytics (letzter indirekter Klick) mit einem wesentlich geeigneteren Modell (z. B. Zeitverlauf). Betrachten Sie nun die Zuweisung der Conversion auf ihre Marketingkanäle und werfen einen Blick auf den Vergleichswert in den Spalten ganz rechts (% Änderung der Conversion).
Sie werden aller Wahrscheinlichkeit nach überrascht sein und die Entscheidung über die Allokation ihres Marketingbudgets noch einmal genauer prüfen.
Und vergessen Sie dabei nicht die alte Fußballerweisheit: “Der Sturm gewinnt das Spiel, die Abwehr Meisterschaften.”

Unser Jahresrückblick 2017

Rückblick 2017

Im vergangenen Jahr haben wir uns bei unseren Kunden und Partnern in Form einer exklusiven Weihnachts-Landingpage, in der wir unser Jahr 2017 haben Revue passieren lassen, für die gute Zusammenarbeit bedankt.
Diesen Jahresrückblick wollen wir auch Euch nicht vorenthalten. Daher findet ihr in diesem Beitrag unseren Überblick über die wichtigsten Ereignisse und Entwicklungen, die unser Jahr 2017 geprägt haben.

Wachstum

Mehr Kolleg_innen, zusätzliche Räumlichkeiten und Standorte und eine deutliche Umsatzsteigerung – das Stichwort “Wachstum” beschreibt unser vergangenes Jahr am besten.

Mehr Kolleg_innen

24 neue Kolleg_innen haben 2017 eine neue Job-Heimat bei uns gefunden. Wir haben sie inzwischen erfolgreich in unsere Teams integriert und freuen uns über ihre Unterstützung bei unseren zahlreichen Projekten. Damit sind wir auf insgesamt rund 90 Mitarbeiter gewachsen.
Zuwachs hat auch die ein oder andere Familie unserer Kolleg_innen bekommen: Insgesamt konnten wir im vergangenen Jahr 6 comspace-Babies willkommen heißen. Mit flexibleren Arbeitszeiten und / oder Elternzeit unterstützen wir ihre Mütter oder Väter bei ihrer neuen Aufgabe.    

Mehr Fläche

Nach langer Planung und Umbauzeit konnten wir im Herbst 2017 endlich die 8. und damit höchste Etage unseres Bürogebäudes beziehen. Seitdem genießen wir einen tollen Ausblick auf die Bielefelder Skyline und nutzen die zusätzlichen 282 qm als Meetingraum, Event-Location und “Esszimmer” für unser Montagsfrühstück und die Mittagspausen. Unsere radfahrenden Kolleg_innen schätzen außerdem die neue Duschmöglichkeit. Nicht zuletzt freuen wir uns auf zukünftige sommerliche Pausen und Grillevents auf der Dachterrasse ;).

 

Mehr Standorte

Mit der Eröffnung unseres neuen Büros in Bremen, zentral an der Schlachte gelegen, haben wir uns Richtung Norden ausgedehnt und gewinnen auf diese Weise mehr räumliche Nähe zu unseren bestehenden Kunden in der Region wie die swb-Gruppe und die hkk Krankenkasse. Unser Account Management Kollege Marcus Knittel kümmert sich als Standortleiter um den Aufbau eines kompetenten Entwickler-Teams für die Realisierung neuer Kundenprojekte. Falls der eine oder andere Entwicklung unter euch also in der Region Bremen gerade eine neue berufliche Herausforderung sucht, kann sich gerne hier informieren oder direkt mit uns Kontakt aufnehmen unter work@comspace.de.

Mehr Umsatz  

Mit mehr Mitarbeiter_innen konnten wir 2017 einige Projekte mehr stemmen. Dies schlägt sich auch in dem prozentualen Umsatz-Wachstum von rund 36% auf knapp 5 Mio. € nieder. Wir freuen uns schon auf viele weitere spannende Projekte in diesem Jahr – die Auftragsbücher sind bereits gut gefüllt!

Kunden, Projekte und Produkte

Wer uns kennt weiß dass wir auf langjährige und partnerschaftliche Kundenbeziehungen setzen. Daher freuen wir uns, dass wir 2017 viele unserer Bestandskunden weiter auf ihrem digitalen Weg begleiten durften und sie mit der Weiterentwicklung ihrer Websites und neuen Anwendungen oder Integrationen unterstützen konnten. Gleichzeitig konnten wir einige neue Kunden begrüßen wie bspw. die swb-Gruppe, die hkk Krankenkasse oder die KWS Saat SE.
Das Entwickeln individueller Lösungen für die spezifischen Projektanforderungen unserer Kunden lieferte uns immer wieder spannende Herausforderungen, denen wir uns mit Engagement und Leidenschaft gestellt haben. Insgesamt rund 10.000 Tickets haben 2017 die Anforderungen für unsere FirstSpirit und Sitecore-Websites, CELUM- und E-Commerce-Integrationen, Hosting-Projekte und Online Marketing-Konzeptionen aufgenommen. Außerdem konnten wir mit der Implementierung der Hinweisgeberplattform Got Ethics viele Kunden dabei unterstützen, ein sicheres und anonymes Compliance Management auf- oder auszubauen.
Einen Überblick über einige unserer Kunden und Referenzprojekte können Sie sich hier verschaffen.
Mit der Entwicklung der CELUM Connectoren für das FirstSpirit CMS und die Sitecore Experience Platform sowie des CELUM Autotaggers zur KI-gestützten Bilderkennung und Verschlagwortung, haben wir außerdem unser Portfolio ausgebaut und wertschöpfende Erweiterungen für das CELUM DAM geschaffen.
Celum-Autotagger
Besonders stolz sind wir darauf, dass unsere Sitecore Expertin Friederike Heinze aus dem Solution Architecture Team als eine von zwei deutschen Sitecore MVPs (Most Valuable Professional) in der Kategorie “Technologist” ausgezeichnet wurde. Der Award ist eine Anerkennung der aktivsten Sitecore Experten rund um den Globus, die sich in Online und Offline Communities einbringen, um ihre Erfahrungen und ihr Know-how mit anderen Sitecore Partnern und Kunden auszutauschen.

Spende dein Talent geht eigene Wege

Unser internes Start-Up Spende dein Talent ist flügge geworden und hat sich mit dem Umzug in den Pioneers Club auch räumlich “abgenabelt”. Der neue Bielefelder CoWorking Space bietet dem Team tagtäglich Gelegenheit, sich mit anderen Gründern, innovativen Experten und digitalen Think Tanks ostwestfälischer Unternehmen zu vernetzen und digitale Themen zu diskutieren.
Zufrieden sein können unsere Intrapreneure Hanna Drabon und Tilmann Mißfeldt auch mit der Entwicklung und Verbreitung ihrer Spende dein Talent Methode. Mit Unternehmen wie hmmh, Benteler, Project A, u+i, dem Pioneers Club und Oltrogge konnten einige Kunden aus unterschiedlichen Branchen gewonnen werden und dieses Jahr stehen viele weitere Gespräche mit interessierten Unternehmen an. Das Team hat mit Digital Marketing Managerin Tanja Schulte, seit kurzem in Vollzeit dabei, und Entwickler Sascha Schwirtz, der seit Jahresbeginn das Team komplettiert und die Plattform technisch weiterentwickeln wird, eine “schlagkräftige” Größe erreicht.
Spende-dein-Talent-Plattform
Auch wir haben zur internen Vernetzung die Methode genutzt und waren immer wieder erstaunt, welche tollen Talente dabei so zum Vorschein kamen. Zu den Spende dein Talent-Events gehörten bspw. das Ernten von Honig, UX in agilen Projekten oder das Herstellen aufwändiger Torten.

Messen, Veranstaltungen, Events – auswärts und @comspace

Im vergangenen Jahr waren wir wieder auf einer Menge Veranstaltungen und Events unterwegs – die dmexco in Köln, der Sitecore Digital Marketing Day in Zürich, die Celumium in Frankfurt und London und das Sitecore Symposium in Las Vegas sind nur einige davon. Als Mit-Aussteller auf den Messeständen unserer Partner, Besucher oder Diskussionsteilnehmer haben wir unsere Dienstleistungen und Projektlösungen vorgestellt, uns fachlich ausgetauscht und Partnerschaften aus- und aufgebaut. Mit Fachvorträgen und organisatorischem Engagement haben wir uns – wie schon in den vergangenen Jahren – wieder in die Treffen der Sitecore Deutschland Usergroup und der e-Spirit Usergroup eingebracht.
Externe Events bei comspace
Auch das Spende dein Talent Team war auf zahlreichen Veranstaltungen wie der re:publica, dem Augenhöhe Camp oder der Work Awesome vertreten, um sich mit anderen Experten zu Unternehmenskultur-Themen auszutauschen, die Spende dein Talent-Methode zur internen Vernetzung vorzustellen und in Vorträgen ihre Erfahrungen als Intrapreneure zu teilen.     
Genauso gerne, wie wir auswärtige Messen und Events besucht haben, sind wir auch Gastgeber gewesen und haben digitale Experten und Querdenker, Impulsgeber, Studenten und comspace-Weggefährten zum Austausch und Wissenstransfer nach Bielefeld eingeladen. Die rege Teilnahme an diesen Veranstaltungen spornt uns an, auch in diesem Jahr wieder das eine oder andere heimische Event zu planen.
Hier eine Auswahl unserer Events und Begegnungen 2017 in den comspace-Räumen:

Interne Events bei comspace

Und sonst?

Unsere traditionelle Weihnachtsspende ging an das Projekt “AUGENHÖHEmachtSchule”. In dem Film, der mit Hilfe eines Crowdfunding-Budgets gedreht wird, wollen die Macher von AUGENHÖHE einen Beitrag zu Thema New Work in der Bildung leisten. “Wie kann Schule zum Gelingen moderner Organisationen und zum Funktionieren pluralistischer Gesellschaften beitragen?” und “Was braucht es, damit Kinder selbstbestimmt und eigenverantwortlich lernen und ihre Potentiale entfalten können?” gehören zu den Fragen, die der Film versuchen wird zu beantworten. Da New Work für uns als Unternehmen und für viele unserer Kolleg_innen auch persönlich eine Herzensangelegenheit ist, unterstützen wir das Projekt gerne.
Wir sind gespannt, was uns das Jahr 2018 bringt und sind bereit für viele herausfordernde Projekte, spannende Veranstaltungen und bereichernde Begegnungen.

Das war die dmexco 2017 – unser Rückblick

dmexco 2017

Das 5. “Klassentreffen” der weltweiten Digitalwirtschaft ist vorbei – und war gefühlt genauso gut besucht wie in den Vorjahren. Und dies trotz der erstmals kostenpflichtigen Tickets und diverser Irritationen rund um Preise und Preisstaffelung. Der Anziehungskraft der Messe konnte dies alles offensichtlich keinen Abbruch tun:
1.100 Aussteller (und damit etwas mehr als 2016) aus 39 Ländern, mehr als 570 internationale Top-Speaker auf 18 Bühnen, über 250 Stunden Conference-Programm, rund 100.000 Quadratmeter Gesamtfläche und über 410.000 Besucher – das sind die quantitativen Erfolgsdaten der dmexco 2017. Mit der neuen Halle 6 wurde die Ausstellungsfläche außerdem einmal mehr erweitert und das Startup-Village lockte jede Menge junger Unternehmen an.
Hallenwegweiser dmexco 2017

Sitecore Partnerstand mit hochkarätigem Vortrags- und Demoprogramm

Auch der Sitecore-Partnerstand in Halle 6, auf dem wir gemeinsam mit 11 anderen Sitecore-Partnern vertreten waren, wartete mit einigen qm mehr Fläche auf als in den Vorjahren und bot in sehr ansprechender Gestaltung viel Platz für Partner-Infostände, Vortragsbühne, Democorner und Besprechungsmöglichkeiten.
Sitecore Partnerstand
In über 60 überwiegend gut besuchten Vorträgen und Live-Demos zeigten Experten von Sitecore und Sitecore-Partnern im Laufe der beiden Messetage innovative Lösungen rund um Web Content Management mit der Sitecore Experience Platform. Präsentiert wurden Themen wie Content & Commerce, Customer Journey, B2B Lead Management, smarte POS/POI Lösungen, Employee Experience und Customer Experience sowie Besuchererkennung für Personalisierung.
Immer wieder fiel das Stichwort Sitecore 9 – ranken sich doch schon viele Gerüchte um diese Version, auf deren Neuerungen die Sitecore-Fachwelt gespannt wartet. Die neue Version wird erstmals auf dem Sitecore Symposium 2017 im Oktober in Las Vegas präsentiert werden.
Unser Terminkalender war bereits im Vorfeld gut gefüllt – hinzu kamen Interessenten an unseren Dienstleistungen aus dem Laufpublikum, so dass wir zahlreiche gute Gespräche führen konnten. In mehreren Vorträgen und Demos brachten unsere Kollegen_innen den Besuchern zudem die Integration des CELUM DAM in Sitecore mittels eines neu entwickelten CELUM Connectors und die Migration von Sitecore-Websites in die Microsoft Azure Cloud näher.
Austausch am comspace Stand

Integration von CELUM DAM in die Sitecore Experience Platform

Was die herausragenden Merkmale des CELUM DAM sind und welche Möglichkeiten und Vorteile der CELUM Sitecore Connector bietet, das stellten Michael Sahlender, Chief Business Officer von CELUM Deutschland und unser Head of Account Management Johannes Tappmeier vor. Durch die nahtlose Verknüpfung der beiden Systeme können Freigabe- und Produktionsworkflows im Unternehmen deutlich vereinfacht werden. Der Redakteur arbeitet weiterhin auf seiner gewohnten Sitecore Benutzeroberfläche und holt die benötigten Mediendateien aus dem CELUM DAM direkt in das Sitecore Mediencenter. Redundante Datenhaltung und Lizenzverletzungen gehören damit der Vergangenheit an.
In ihrer Live-Demo ging Friederike Heinze, unser Sitecore Solution Architect und Sitecore MVP, technisch weiter in die Tiefe und führte an einem Beispiel vor, wie einfach der Import von Mediendateien ins Sitecore CMS funktioniert und welche Informationen im CELUM über die im CMS verwendeten Dateien angezeigt werden.
Nähere Informationen zum CELUM Sitecore Connector erhalten Sie hier. Oder kontaktieren Sie uns gerne direkt.

Sitecore-Websites in der Azure Cloud

Die Optionen, mit denen Sitecore Websites in der Microsoft Azure Cloud betrieben werden können, sind zunehmend vielfältiger und flexibler geworden und bieten viele Vorteile im Vergleich zum Server- oder virtuellen Hosting.
In seinem Vortrag gab Johannes Tappmeier einen Einblick in die verschiedenen Szenarien des Cloud Hosting und die Besonderheiten der Microsoft Azure Cloud. Eine schnelle Migration der Website in die Cloud, die hohe Skalierbarkeit der Lösung, reduzierte Kosten sowie ein flexibles Reagieren auf zeitlich begrenzte Lastspitzen gehören zu den Vorteilen dieser Lösung.
Wie sich eine bestehende Sitecore-Webseite mittlerweile als Platform-as-a-Service in die Microsoft Azure Cloud bringen lässt und welche Vorteile dies für die Verwaltung und den Betrieb der Website mit sich bringt, erläuterte unser Sitecore Solution Architect Tim-Patrick Märk in seiner Live-Demo.
Sitecore Websites in der Microsoft Azure Cloud
Weitere Informationen zu dem Thema stellen wir Ihnen hier zur Verfügung.  
Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an das Sitecore-Team für die hervorragende Organisation und Präsentation am Stand!
Und sonst? Im Folgenden fasse ich einige Eindrücke von meinem kurzen Messe-Rundgang zusammen. Künstliche Intelligenz (KI) war dieses Jahr eins der Top-Themen auf der dmexco – deshalb habe ich mich einmal in der Experience Hall umgesehen.

AR und VR sind weiter auf dem Vormarsch, aber es fehlt noch an Reife

Trend-Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), Virtual und Augmented Reality waren einer der Anziehungspunkte und wurden hauptsächlich in der neuen Experience Hall in Halle 9 präsentiert. Zwei Entwicklungs-Beispiele habe ich mir genauer angesehen.

Virtuelle Gesichtserkennung

Die Agentur denkwerk hat in einer Live-Anwendung kreativ gezeigt, wie visuelle Gesichtserkennung mit den Cognitive Services von Microsoft funktioniert: Messebesucher, die am Stand vorbeigingen und von der dort aufgestellten Kamera erfasst wurden, fanden sich auf einem großen Bildschirm dahinter wieder – allerdings wurde ihr Gesicht jetzt von einer Smiley-Maske überlagert. Diese fiel je nach Alter, Geschlecht und Stimmung des Besuchers anders aus und ging mit seinen Bewegungen mit. Ein amüsantes Erlebnis für die Messebesucher.
Virtuelle Gesichtserkennung der Agentur Denkwerk

Was steckt dahinter?

Die installierte Kamera erfasst die Person, schneidet das Gesicht aus und schickt dieses in die Microsoft Azure Cloud. Mit Hilfe der Microsoft Cognitive Services werden markante Merkmale wie Alter, Geschlecht, Stimmung, Brille und Bart erkannt und daraus wird ein anonymisiertes Profil erstellt. Auf Basis dieser Analyse wird ein passender Smiley generiert und dem Besucher über das Gesicht gelegt. Dank der Echtzeitanalyse wandelt sich das Smiley dynamisch mit verändertem Gesichtsausdruck. Dies natürlich nur bei entsprechend schneller Internetverbindung, mit der es auf der dmexco etwas haperte. Den aufgenommenen Personen kann eine ID zugewiesen werden. Damit sind sie bei einem erneuten Besuch von der Kamera eindeutig wiedererkennbar.

Anwendungsszenarien der Gesichtserkennung

Auch wenn es auf der Messe um einen spielerischen Vorführeffekt ging und die Technik der Agentur noch nicht im Praxiseinsatz ist, sind doch verschiedene Einsatzmöglichkeiten im realen Wirtschaftsleben denkbar. Hilfreich kann diese Anwendung bspw. im Retail sein, um zu erfassen, wann sich welche Zielgruppe bevorzugt im Geschäft aufhält, wie oft bestimmte Personen wieder kommen und für welche Produkte sie sich interessieren. Auf Basis dieser Erkenntnisse ist der Händler noch besser in der Lage, Angebote passend zuzuschneiden. 
Ein weiteres Szenario: Die Personenerkennung per Kamera kann steuern und kontrollieren, wer Zugang zu einer Maschine oder zu bestimmten Bereichen auf dem Unternehmensgelände hat.
Da nur die oben genannten Personenmerkmale, aber keine persönlichen Daten erhoben werden, gibt es bei dieser Anwendung keine Datenschutzprobleme. Beim heutigen Stand der Entwicklung ist allerdings nicht ganz ausgeschlossen, dass es bei ähnlich aussehenden Menschen zu Verwechslungen kommt.  
Tatsächlich gibt es schon praktische Anwendungsbeispiele für Gesichtserkennung: Im Frühjahr diesen Jahres war eine solche Technik testweise bei der KLM für einige Monate am Amsterdamer Flughafen Schiphol im Einsatz. Statt dem Vorzeigen der Bordkarte reichte der Gesichtsscan am Flughafen, zumindest für die Kunden,die sich im Vorfeld registriert haben und ihr Gesicht hatten scannen lassen.  

Virtual Reality im Einsatz bei der Lufthansa

Im Flying Lab der Lufthansa konnte man ausprobieren, wie schön das Fliegen für VIPs sein kann. Mit einer VR-Brille auf den Augen und gemütlich im Sessel sitzend, wurde man wahlweise in die Lufthansa VIP-Lounge, die Business Class oder in ausgewählte Zielgebiete “gebeamt”. Am herrlichen Strand von Mauritius hätte ich gerne noch einige Zeit verweilt und die 360-Panorama-Aussicht genossen ;).
Die Brille wird an Flughafen-Terminals in den USA bereits eingesetzt und deren Wirkung ist scheinbar so überzeugend, dass die spontanen Upgrades auf die Business Class daraufhin um 60% zugenommen haben. Eine beeindruckende Zahl!
Da mir nach meinem Rundgang durch die Hallen noch etwas Zeit blieb, habe ich mir spontan einen Vortrag zum Thema Influencer Marketing angehört.

Influencer Marketing – do’s und dont’s

G+J EMS stellte die Ergebnisse ihrer aktuellen Influencer-Studie vor, die sie auf Basis ihrer eigens aufgebauten Plattform “incircles” mit über 600 Influencern durchgeführt hat. Die Auswahl der Influencer erfolgte Algorithmus-basiert. 932 Verbraucher nahmen an der Userbefragung teil. Außerdem wurden Experteninterviews durchgeführt.
Zunächst aber: Was sind überhaupt Influencer? Influencer sind Personen, die aufgrund ihrer Affinität und Leidenschaft für ein bestimmtes Thema, ein Produkt oder eine Marke in den sozialen Netzwerken positiv über diese berichten und damit einen großen Einfluss auf ihre Follower haben. Mit zunehmender Überflutung der Konsumenten mit Informationen und Werbung und abnehmender Brand Awareness werden solche Markenbotschafter immer wichtiger für die Hersteller, wirken sie in ihrer Subjektivität doch sehr überzeugend und authentisch.
Influencer Marketing
Hier die zentralen Erkenntnisse der Studie im Überblick:

  • Viele Follower allein sagen noch nichts über die Bedeutung einer Marke oder den Erfolg einer Influencer-Kampagne. Denn: Likes und Shares sind nicht alles, wichtiger ist der Grad und die Intensität der Interaktionen. Wurde die Marke von den Usern auch so verstanden wie beabsichtigt?
  • Die Kanäle werden von den Usern unterschiedlich genutzt: Youtube ist ein Kanal, der eher passiv konsumiert wird und sich z.B. gut für den Food- oder Modebereich eignet. Bei Facebook und Instagram dagegen spielen Kommentare und Interaktionen eine viel größere Rolle.
  • Ein klares Briefing der Influencer bzgl. Timing, Ablauf, Hashtag etc. ist sehr wichtig
  • Aber: Das Unternehmen ist gut beraten, dem Influencer bei der Art, wie er ein Produkt präsentiert, freie Hand zu lassen und ihm Vertrauen entgegen zu bringen. Sonst kann die Authentizität massiv leiden.
  • Aus Transparenz- und Glaubwürdigkeitsgründen sollten Influencer-Beiträge als Werbung gekennzeichnet werden. Instagram hat eine Pflicht zur Kennzeichnung von Sponsored Posts gerade eingeführt.
  • Followercheck: Die Übereinstimmung zwischen Influencer-Audience und Kundenzielgruppe muss gegeben sein.
  • Social Media Stars, Freunde & Familie und Prominente, Sportler und Musiker zählen zu den wichtigsten Influencern und sind in den sozialen Netzwerken deutlich vertrauenswürdiger als die Markenaccounts.
  • Für die beworbenen Marken der Studie legten die Imagewerte Vertrauen, Sympathie und Glaubwürdigkeit signifikant zu, die Kaufbereitschaft stieg um 29%.

Wer in Zeiten sinkender Werbeerinnerung noch zum Verbraucher durchdringen will, muss neue Wege gehen. Influencer können sehr wirkungsvoll als Markenbotschafter agieren, wie die Studienergebnisse ergeben haben.
Weitere Informationen zum Thema und zur Vorgehensweise der Studie stellt G+J in dieser Präsentation zur Verfügung.

Fazit

Für uns war die dmexco aufgrund zahlreicher Kunden- und Interessentengespräche sehr erfolgreich und wieder einmal eine hervorragende Plattform, um in einem kompakten Zeitraum bestehende Kontakte zu pflegen und neue anzubahnen.  
Das Ziel der dmexco, mit der Präsentation von digitalen Innovationen, Insights und Lösungen neue Denkanstöße zu geben und damit die digitale Transformation zu fördern, ist in meinen Augen aufgegangen. Die Experience Hall und das Start-up-Village mit seinem neuen Pitch-Format der Start-up Hatch haben einen wichtigen Beitrag dazu geleistet.  
Wer dieses Jahr in Köln nicht dabei sein konnte oder zu wenig Zeit zum Umsehen hatte, kann sich auf dem YouTube-Channel der dmexco weitere Eindrücke verschaffen und in zahlreiche Keynotes, Talks und Debatten hineinhören.
Und in diesen Beiträgen gibt’s noch mehr dmexco 2017-Nachlese:

Dmexco-Learnings: Diese 10 Entwicklungen bestimmen das Online-Marketing 2017 (t3n)
Pro und Contra Digitalmesse Dmexco (w&v)
News, Bilder und Videos im Überblick von HORIZONT Online

So geht Innovation bei Melitta: ffeel – die KaFFEELimonade

Melitta Innovation Christian Busse ffeel Limonade Innovation

Innovation planen, Ideen bewusst finden und gezielt entwickeln. Wie geht das? Vor gut zwei Jahren hat man bei Melitta in Minden – ja das Familienunternehmen und Erfinder der Filtertüte sitzt in Ostwestfalen-Lippe – ein Problem festgestellt: Innovationen wurden nur inkrementell vorangetrieben. Sprich: Bereits hervorragende Produkte wurden immer besser gemacht. Eine Disziplin, die zu den großen Qualitäten der deutschen Wirtschafts-Landschaft gehört.
Melitta Innovation Christian Busse ffeel Limonade Innovation
Aber:
Große neue Ideen entstehen nicht, wenn man sich voll und ganz auf das Tagesgeschäft konzentriert. Innovation macht man nicht mal eben Mittwoch nachmittags von 16 bis 18 Uhr. Also wurde mit dem Melitta Innovations-Team zentral eine Lösung geschaffen, das über den Tellerrand hinaus und losgelöst von der täglichen Produktentwicklung arbeiten kann.
Neulich war Christian Busse aus eben diesem Melitta Innovations-Team bei comspace zu Besuch und ich konnte die Gelegenheit nutzen, um ihm einige Fragen zu stellen.

Melitta und die 3 Wellen des Kaffee

(c) Melitta Europa GmbH & Co. KG

1908 erfand Melitta Bentz die Filtertüte und gründete ihr Unternehmen. Damit war sie eine wesentliche Treiberin des First Wave Coffee: Kaffee, der einfach zuzubereiten und der breiten Bevölkerung zugänglich gemacht wurde.
Beispielsweise führte Melitta auch den Vakuumverpackten Kaffee in Europa ein und als Hersteller von Haushaltswaren später die Alufolie!
(c) Melitta Europa GmbH & Co. KG

Die erste Welle ging in den 1980er Jahren in die Second Wave Coffee über, als die Kunden vor allem auf Spezialitäten, Mischgetränke, Espresso, Latte und das gesellschaftliche Ereignis des Kaffeetrinkens ansprangen. Insbesondere Coffee-to-go, das Central Perk aus der TV-Serie Friends und Starbucks werden mit der Second Wave in Verbindung gebracht. Melitta ist in dieser Kaffee-Epoche sehr stark gewachsen und hat sich auch im professionellen Barrista-Sektor wie beim ambitionierten Heimanwender als hervorragender Hersteller von Kaffee-Maschinen positioniert. Aber die großen Innovationen blieben aus.
Seit den 2000ern sprechen wir von Third Wave Coffee: Kaffee wird als Genussmittel wie bsw. guter Wein betrachtet, dessen Herkunft, Anbau, Sortenreinheit und meisterhafte Zubereitung ein besonderes Geschmackserlebnis vermittelt.

Wie arbeitet Melitta nun an innovativen Produkten?

2016 wurde das 4-köpfige Innovations-Team, dem Christian Busse angehört, gegründet. Er selbst hat ganz klassisch Industrie-Design studiert und direkt nach dem Studium in einer Agentur gearbeitet, bei der er damals schon für Kunden aus der Kaffee-Branche gearbeitet hat. Überwiegend hat er zu dieser Zeit aber am Design von Mobiltelefonen mitgewirkt. Nach der  Markteinführung des iPhones wechselte er zu einem der größten Mobilfunkanbieter Deutschlands. Mit dem iPhone war das Thema Produktdesign für Mobiltelefone gegessen und Digital- und Interface-Design nahmen immer mehr an Bedeutung zu. 2016 wechselte Christian dann wieder zurück in die Heimat – die Stellenbeschreibung des Innovations-Teams bei Melitta passte einfach genau.
Als erstes wurde bei Melitta der Innovationsprozess definiert und das Team entwickelte ein Handbuch von Methoden. Dieses liegt auch mehrfach als erweiterbares Ringbuch im Unternehmen, damit Kollegen/innen inspiriert werden, eigene Innovations-Ideen zu entwickeln, voran zu treiben und in Projekten umzusetzen. Manchmal unterstützt das Innovations-Team mit Trainings, Coaching und Tipps, manchmal setzt das Team als interner Dienstleister auch Projekte so weit um, bis sie in die Fachabteilungen zurückgegeben werden.

Voraussetzung für den Einsatz einer Innovations Methode:

Mindestens ein Mitglied des Teams musste schon Erfahrung mit der Methode gesammelt haben. Sei es nun Design Thinking, Value Proposition Design, Customer Journey Mapping, Business Model Innovation, Lean Startup, Ideation oder Rapid Prototyping.
Zwei Drittel der Arbeitszeit arbeitet das Team an innovativen Wertangeboten und ⅓ werden genutzt, um die Innovationsfähigkeit des Unternehmens zu verbessern. Die Grundmentalität lautet. wie auch in Fachabteilungen des ganzen Unternehmens:
Geht so weit ihr könnt im Team alleine. Fragt um Hilfe, wenn ihr nicht weiter kommt.
Neue Projekte und Produkte sind auch immer ein Risiko. Mit schnellen Iterationen, viel Testen und Ruhe, Zeit und Freiheit lässt sich die Chance zu einem Erfolg deutlich steigern. Im Familienunternehmen Melitta ist man dabei einfach schneller als im großen Konzern, kann aber auch auf mehr Ressourcen und Fach-Know-how zurückgreifen als im Startup. Seien es Logistik, Kontakte in den Einzelhandel, PR und Marketing oder die Rechtsabteilung. Die Frage, die man sich stellt ist eher:

“Was können wir machen? Statt: Wogegen müssen wir uns absichern?”

ffeel als Beispiel für praktisches Entwickeln von Innovationen


“Wie sieht denn dieser Innovations-Prozess nun aus?” habe ich mich gefragt und Christian hat ihn mir direkt am neuen Produkt ffeel erklärt, dass ich zudem auch gleich in allen drei Geschmacksrichtungen probieren konnte und das sich mit der Frage beschäftigt: Welche Chancenfelder gibt es noch im Kaffeebereich und welche Konsumenten-Trends haben Einfluss darauf?:

  1. Eine von vielen Ideen: Wie bekommen wir ein Third Wave Coffee Produkt mit Cold Brew, das für viele Menschen interessant ist?
  2. Die Idee weiter gedacht und mit weiterem Trend verknüpft: Mit Superfruits.
  3. Dann recherchiert: Wie geht das? Was gibt es bereits? Was passt gut zusammen? Ab in den Biomarkt, Zutaten gekauft und eigene Rezepturen entwickelt
  4. Mit Lebensmittel-Technologen die Rezepturen verfeinert
  5. Über Social Media die Rezeption im Markt getestet: Instagram-Influencer haben erste Prototypen gepostet und Feedback eingeholt
  6. Eigene Social Media Kanäle aufbauen, Inhalte und Produkt-Features anteasern und über Analytics testen, wie Kunden diese annehmen
  7. Erster echter Test auf Lifestyle-Event Le Bloc mit über 1000 Kontakten
  8. Kunden mussten sich Gutschein holen und oder konnten direkt bezahlen. Commitment war wichtig, um das Produkt nicht zu entwerten
  9. Als Entwickler-Team vor Ort ansprechbar gewesen zu sein, wurde sehr gut angenommen
  10. Jetzt geht es u.a. in den Gastronomie-Test in Bielefeld: Thumel, Founders Foundation und Pioneers.Club Und auch in Minden, Köln und München.

Ziel im Innovations-Team ist immer: Die einzelnen Schritte selber machen zu können. Bei Zeitdruck nach extern vergeben geht immer. Aber das Team will verstehen, was gerade an den einzelnen Punkten passiert.

Das ist der Beweis: LECKER!

Wie schmeckt ffeel denn nun?

Der Name ist ein Wortspiel aus coffee Lemonade. Dazu wurde eine Kaffeesorten aus 100% Arabica-Bohne genommen, die sich besonders gut für das Cold Brew Verfahren eignet und daraus kalter Kaffee mit besonders feinem Aroma hergestellt.
Nun gehöre ich glaube ich ziemlich genau zu den Zielkunden: Ich trinke gerne Kaffee. Aber keine gezuckerte Limonade. Wenn ein Getränk noch ein bisschen gesund ist: Umso besser.
Da kommen bei ffeel die verwendeten Superfruits ins Spiel, die als naturtrübe Direktsäfte in die Rezepturen gemischt werden und so entstanden die drei Sorten:

  • Yuzu – Grapefruit riecht am stärksten nach Kaffee. schmeckt zitronig erfrischend und erfreulich wenig bitter.
  • Calamanzi Tangerine – ist sehr fruchtig und mild. Hier schmeckt man den Kaffee am wenigsten heraus
  • Coconut Mango – schmeckt am deutlichsten nach Kaffee und ist sehr rund im Geschmack.

Die Farbe des Getränks in der transparenten Flasche erinnert zunächst mal an Eis-Tee. Wobei die Hauptfarbgebung durch den naturtrüben Fruchtsaft entsteht und weniger durch den Kaffee.
Letztendlich muss man das Getränk einfach mal ausprobieren und erleben. Mir schmeckten alle drei Sorten sehr gut. Aktuell geht das im Thumel in Bielefeld bsw.
Übrigens:
Am 1.10 ist der Tag des Kaffees! Und möglicherweise kommt das Kommunikationskonzept dafür sogar von der FHM Bielefeld.

Innovations-Methoden zum selber ausprobieren

Das hauseigene Innovations-Handbuch konnte Christian uns natürlich nicht zur Verfügung stellen. Allerdings gibt es auch hervorragende Online-Angebote:

Wie entwickeln Sie Innovationen in Ihrem Unternehmen? 

Warum UX bald auch für Consumer-Produkte entscheidend ist

UX Consumer Devices

User Experience (UX) und UX-Design: Für Webagenturen zentrale Elemente für den Erfolg einer Webseite. UX ist in der Software-Industrie seit Jahren ein Differenzierungs-Faktor; Nutzer verzeihen einer Software keine schlechte UX und wechseln schnell zu alternativen Lösungen, wenn diese eine bessere Experience versprechen. Auch bei Neuanschaffungen von Investitionsgütern spielt UX eine Rolle. Bald wird das auch für hochpreisige Consumer-Produkte gelten. „Warum UX bald auch für Consumer-Produkte entscheidend ist“ weiterlesen

Welche Auswirkungen hat die Blockchain-Technologie auf Plattform-Infrastrukturen?

Blockchain und Content Management Systeme

Blockchain ist ein Trend – falsch, Blockchain ist ein Technologiekonzept, das seit Jahrzehnten erforscht und nun real wurde. Ansätze, wie z.B. digitale Dokumente mit verketteten Zeitstempeln zu versehen, stammen sogar aus dem Jahre 1991. Breites Interesse erzeugte die Technologie mit der zunehmenden Popularität von Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether.

Was ist die Blockchain?

Sehr vereinfacht dargestellt, ist die Blockchain ein öffentlich einsehbares Kassenbuch von dem jeder Teilnehmer innerhalb des Blockchain-Netzwerks eine (komplette) Kopie besitzt. Dadurch erlangt das System Fälschungssicherheit und Transparenz – eine Änderung könnte ja immer nur im eigenen Kassenbuch geschehen, nicht in den der anderen Teilnehmer.
Verschlüsselt werden dort Transaktionen chronologisch dokumentiert und können rückwirkend nicht mehr unbemerkt manipuliert werden. Die enorme Ausfallsicherheit, z.B. gegenüber Serversystemen, erreicht die Blockchain-Technologie durch die dezentralisierte Verteilung auf alle Teilnehmer; Stichwort Peer2Peer.
https://www.youtube.com/watch?v=e1D5D_uz5mM

Warum kann die Blockchain-Technologie alle Branchen verändern?

    1. Sie bietet eine hohe Sicherheit, da Manipulationen an der Mehrheit der Kassenbücher vorgenommen werden müssten und dies in einer bestimmten Zeit, um Auswirkungen zu haben. Weiterhin ist eine Blockchain unabhängig und wird nicht durch einzelne Instanzen zensiert, reguliert oder kontrolliert.
    2. Durch die sichere Datenaufbewahrung steigt auch das Vertrauen in die Lösungen, welche auf der Technologie realisiert werden. Die Kontosperrung von PayPal im Fall der Wikileaks-Enthüllungen machte deutlich, wie Finanzunternehmen auch politisch unter Druck geraten können.
    3. Die weltweite Verfügbarkeit reduziert Barrieren und eröffnet u.a. Menschen in instabilen Staaten Zugang zu Banking und Eigentum.
    4. Verbreitete Informationen erlangen Gültigkeit durch Eintrag in die Blockchain, gleichzeitig gewährleistet kryptografische Verschlüsselung auch die Anonymität der Daten

Die Blockchain ist eine Grundlagentechnologie, wie z.B. ein TCP/IP-Protokoll, dadurch erlangt sie zunehmende Akzeptanz und stellt die Grundlage weiterer Anwendungen dar. Google Trends unterstreicht das wachsende Interesse.

Suchanfragen zur Blockchain-Technologie
Weltweites Interesse an der Blockchain-Technologie – (c) google

Der Nutzen der Blockchain geht aber über die Kryptowährungen weit hinaus. Bezahlprozesse am Point-of-Sale oder im e-Commerce werden vereinfacht und beschleunigt. Waren können von der Herstellung bis zur Auslieferung an Händler lückenlos in einer Blockchain dokumentiert werden z.B. um eine Kühlkette transparent zu dokumentieren.
Derzeit gibt es mehrere verschiedene Blockchains, die sich im Ansatz unterscheiden – welche davon sich langfristig durchsetzen wird, kann derzeit noch nicht beurteilt werden. Maßstäbe prägen werden große Konzerne wie Microsoft oder IBM, die in vielen Konsortien die Potenziale und Einsatzbereiche erforschen.

Ein Blockchain Use-Case

Das Prinzip von Know-Your-Customer (KYC) betrifft vor allem Finanzinstitute, die ihren Handelspartner in einem Transaktionsgeschäft eindeutig identifizieren müssen, um Geldwäsche oder ähnliche kriminelle Handlungen zu verhindern. Denkt man diesen Ansatz weiter, kann in einer Blockchain ein eindeutiges Nutzerprofil angelegt werden, das den Nutzer an vielen Schnittstellen identifizieren kann. Das deutsche Unternehmen Blockchain Helix hat dazu eine Lösung auf Basis einer privaten Blockchain entwickelt, die es dem Nutzer ermöglicht, die Kontrolle über die einsehbaren Nutzerdaten über eine Art Rechteverwaltungs-Oberfläche zu behalten.

Welche folgenden Eigenschaften einer Blockchain sind dem deutschen Mittelstand bekannt?
(c) eco

Vorteile für den Nutzer:

Möchte der Nutzer zum Beispiel Waren in einem Onlineshop kaufen, könnte dieser Händler benötigte Nutzerdaten abfragen. Diese Abfrage erscheint dann beim Nutzer, welcher die abgefragten Daten passgenau freigibt (oder dies automatisch über zugewiesene Rollen erlaubt). So hat der Nutzer mehr Kontrolle über die freigegebenen Daten und der Kaufprozess kann nochmals beschleunigt werden. Überprüfen Sie das an sich selbst: Wo haben Sie überall online ein Konto erstellt, dem Händler oder Webseitenbetreiber Rechte eingeräumt und wann haben Sie die Daten zuletzt aktualisiert?

Vorteile für Händler:

Auf der anderen Seite profitiert der Händler ebenfalls von effizienteren Prozessen und eindeutigen Nutzerdaten. Zudem hat der Nutzer ein eigenes Interesse daran, die Daten immer aktuell zu halten – da sich falsche Daten auf seine Nutzererfahrung und Warenlieferung negativ auswirken würden. Weiterhin besitzt man als Betreiber einer Website ein eindeutiges Nutzerprofil und kann dieses auch über mehrere Webseiten verfolgen und mit Nutzungsdaten aggregieren. Kombiniert man die verfügbaren Nutzerdaten mit den erzeugten Daten im Kaufprozess, ist eine effektive personalisierte Ansprache möglich und verbessert die Customer Journey. Hierzu müssen Daten aus der Blockchain natürlich in das Content Management System oder die Marketing-Plattform eingespeist werden.
Prozesse können durch sogenannte „smart contracts“ verschlankt und automatisiert werden. Die Kosten reduzieren sich zudem durch sinkende Stammdatenpflege, aber auch durch günstigere Zahlungskonditionen – siehe Grafik.
Infografik: Bitcoin ist günstiger und schneller | Statista
(c) Statista
Voraussetzung ist natürlich, dass Anwendungen der bisherigen Infrastruktur in die Blockchain schreiben und neue Einträge in das eigene Kassenbuch holen können. Konnektivität ist daher genauso entscheidend, wie die Verfügbarkeit akzeptierter und verbreiteter Anwendungen, ähnlich wie die Paymentintegrationen für Shops per Bitcoin.

Welche Auswirkungen hat die Blockchain-Technologie auf Plattformen und verbundene Services?

Jeder, der sich im Umfeld umfangreicher Infrastruktur-Landschaften bewegt, wird in den kommenden Jahren mit der Technologie konfrontiert werden. Durch die Reduzierung von Kosten, die Vereinfachung von Prozessen oder die gesteigerte Sicherheit werden Partner, Lieferanten oder Wettbewerber diese Technologie früher oder später für sich entdecken.
Ebenso kann die marktseitige Nachfrage nach Blockchain-basierten Applikationen und Lösungen durch die Kunden und Nutzer getrieben werden. Das Bitcoin-Wiki liefert eine sehr umfassende Liste der Orte, wo derzeit mit Bitcoin bezahlt werden kann. Die Coinmap liefert eine geografische Übersicht der Bezahlmöglichkeiten. Bekannte Namen sind unter anderem WordPress, Expedia, Microsoft oder Bloomberg.
Wie so oft bei Innovationen werden die frühen Lösungsanbieter die Weichen stellen und auch die Plattform-Landschaft beeinflussen können. Es gibt bereits Payment-Modelle, die instore als Hardwarelösung angeboten oder per Smartphone abgewickelt werden können.

#Varoufake war nicht nur ein gelungener Seitenhieb auf die Medien, sondern verdeutlichte auch die Notwendigkeit Informationen hinsichtlich ihrer Quelle und Herkunft zu kennzeichnen. Die Blockchain kann dabei helfen, Informationen bis zum Ursprung zurückzuverfolgen, Manipulationen zu erkennen und auch den Ersteller von Falschmeldungen zur Rechenschaft zu ziehen oder eine journalistische Quelle für mehrfach geteilten, gelesenen und verbreiteten Content zu vergüten.

Content Publisher

Durch die Registrierung von Content in der Blockchain können Autoren und die Quelle von Inhalten eindeutig durch Signaturen gekennzeichnet werden. Momentan gibt es Lösungen für Content Publishing und Content-Auslieferung auf Blockchain-Basis, z.B. von https://decent.ch/ und https://popchest.com/, welche auch Advertising rund um Content ganz neu interpretieren. Eine eindeutige Rechteverwaltung und Autorenidentifizierung von erstellten Inhalten verspricht http://jaak.io/.

Content Management

Im Fokus stehen zwar derzeit Ersteller und Distributoren von Inhalten, jedoch werden mittelbar auch angebundene Datenbanksysteme wie Digital Asset Management (DAM) oder Product Information Management (PIM) von den technischen Möglichkeiten profitieren. Umfassenden Mehrwert bieten die Systeme, wie sonst auch, im Verbund mit Content Management Systemen oder Marketing-Plattformen.
Eindeutige digitale Signaturen finden bereits vielfach Anwendung z.B. in Form von  Zugangsbeschränkungen bei PDFs, Kennzeichnung von Dokumenten oder Verträge oder im Behördenschriftverkehr. All diese Schnittstellen können durch die Blockchain-Technologie beschleunigt und automatisiert werden. Wie anwenderseitig die Kommunikation und das Content Marketing von morgen beeinflusst wird, beleuchtet die W&V in diesem Artikel.
Paperchain.io Vergütung von Content
(c) paperchain.io
Blockchain, Data Analytics sowie künstliche Intelligenz werden voneinander profitieren, um immer bessere regelbasierte Entscheidungen und Vorhersagen treffen zu können. Und auch diese Daten müssen gewonnen, zusammengeführt und ausgewertet werden. Die Herausforderung ist dass Anwendungen an den Schnittstellen reibungslos kommunizieren können. Paperchain ist so ein Anwendungsfall. Auf Basis von Metadaten können Musiklabels über verbundene Plattformen die gespielten Songs korrekt mit dem Künstler abrechnen. Die Plattformen können wiederum die Bedürfnisse ihrer Kunden besser verstehen und bedienen. Wie die GEZ das wohl findet?

Was kommt als nächstes?

Die zunehmende Digitalisierung unserer Gesellschaft verstärkt auch die Nachfrage und den Handel mit digitalen Gütern. Popularität erlangte die Blockchain über die alternative und digitale Kryptowährung Bitcoin und verändert bereits jetzt den Finanzmarkt disruptiv.


Wie weit die Technologie auch in weiteren Branchen verankert sein wird, hängt von der Branche und deren Digitalisierungsgrad ab. Staaten wie Estland zeigen eindrucksvoll, dass selbst konservative Behörden mit hohen Sicherheitsansprüchen sensible Gesundheitsdaten erfolgreich über die Blockchain verwalten können.
Zuerst werden in Deutschland jedoch Unternehmen im digitalen Güterverkehr, zugehörigen Services und Technologien betroffen sein. Die Frage ist also nicht ob, sondern wann Ihre Systeme, Infrastrukturen und Geschäftsmodelle von der Blockchain beeinflusst werden und in welchem Umfang sich Veränderungen positiv oder negativ auf Sie auswirken können.
Müssen Sie jetzt also Angst um Ihr Business haben? Nein, Angst ist natürlich fehl am Platz. Aber wie bei jeder größeren Veränderung im Umfeld Ihres Unternehmens sollten Sie wachsam sein und die Entwicklungen kontinuierlich beobachten. Und vielleicht ist es ja bereits an der Zeit, einen ersten Testballon in Form eines Pilotprojekts auf Blockchain-Basis für Ihren speziellen Anwendungsfall auf den Weg zu bringen, um nicht in naher Zukunft hinten anzustehen. Einige Fuhrunternehmen, die vor 100 Jahren den Sprung vom Pferd zum Motor gemacht haben, existieren noch heute.