Fragmentierung mobiler Endgeräte macht Responsive Design immer wichtiger

Nein mit Fragmentierung meine ich nicht die verstreute Speicherung auf einem Datenträger, sondern die schier unendliche und damit immer problematischer werdende Vielfalt von mobilen Endgeräten und Darstellungsmöglichkeiten von Webseiten. OpenSignal hat vor einigen Tagen eine Studie veröffentlicht, die zeigt, wie heterogen insbesondere der Android-Gerätemarkt ist:

Fast 12.000 verschiedene Geräte-Modelle konnte das Unternehmen OpenSignal unter den Downloads seiner App OpenSignalMaps ausmachen bei einer Gesamtzahl von untersuchten Geräten von 682.000. Das ist im Vergleich zu 2012 fast eine Verdreifachung der Geräte-Diversität. 

Ganz genau hat Staircase 11868 Geräte Modelle ermittelt. Das ist schon ein Wort. Nimmt man sich jetzt noch die 9 üblichen Android-Betriebssysteme der Versionen 2.x und 4.x, dann kommen wir auf 4,6 Sextillionen (sprich: 11868 hoch 9 – Danke, Wolfram Alpha) Kombinationen. Zugegeben, diesen Grad der Fragmentierung werden wir nicht erreichen, aber eine Zahl mit 36 Nullen verdeutlicht recht gut die immer stärker wachsende Individualität des Webs.

Fragmentierung Android Geräte (c) OpenSignal
Fragmentierung Android Geräte (c) OpenSignal

Was bedeutet diese Fragmentierung für den Nutzer?

Grundsätzlich können Web-Einsteiger und Neu-Nutzer wie z.B. die stark wachsende Zielgruppe 55 Jahre und älter, die Benutzung des Web durch immer intuitiver zu bedienende Geräte erschließen. Auf Apple-Geräten derzeit noch deutlich einfacher: Beispielsweise lässt sich selbst auf einem iPhone der ersten Generation die Grundbedienung von iOS noch nachvollziehen und auf ein Gerät der neuesten Generation übertragen: Ein iPad verhält sich ähnlich wie ein iPhone und wie ein iPod. Auch wenn eine gewisse Fragmentierung unter iOS Geräten zu beobachten ist wie (AndroidMag hier erklärt) beziehen sich die Unterschiede zwischen Apples Geräten weniger auf übergeordnete System-Merkmale als auf bsw. die Funktionsweise der Kamera oder Einzel-Apps wie Passbook.

iOS vs Android Fragmentierung
iOS vs Android Fragmentierung

Schauen wir dann auf die Android Welt, sieht die Sache schon anders aus: Ein Gerät unter Android 2.x fühlt sich von der Bedienung für einen Anfänger anders an, als ein Gerät unter 4.x. Kommen dann noch die herstellerspezifischen Besonderheiten ggü. dem Standard-Android-System hinzu wie Samsungs KIES oder die Benutzeroberfläche von HTC Sense wird ein Umdenken zwischen den Geräten noch schwieriger.

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist die Marktmacht im Android-Segment von Samsung. 47,5% aller Geräte kommen vom koreanischen Hersteller. An 2. Stelle kommt Sony mit 6,5% gefolgt von Motorola mit 4,2% und HTC mit 3,9%. Bei den meistverkauften Gerätemodellen fällt die Verteilung noch deutlicher aus: Die Top-10 der Android-Bestseller besteht zu 9 Geräten aus Samsung-Produkten. Einzig das Google Nexus 4 (hergestellt von LG)

Daher sollte die Bedienung einer Webseite über die unterschiedlichen Systeme und Geräte so konsistent wie möglich bleiben, um Anwender nicht unnötig zu verwirren und die Benutzung von Webseiten nicht zusätzlich zu erschweren.

Die Probleme des Nutzers lassen sich auf die Darstellung von Webseiten übertragen

Ganz ähnlich verhält es sich bei der Darstellung von Webseiten auf mobilen Endgeräten: Unterschiedliche Betriebssystemversionen, Bildschirmgrößen, Bedienkonzepte und Browserfunktionen führen zu der Eingangs erwähnten Fragmentierung der digitalen Endgeräte.

In der guten alten „Gründerzeit des Internet“ gab zwischen 1995 und 1998 es die Browserkriege zwischen Netscape Navigator und Microsoft Internet Explorer (aktuelle Informationen zu den „Browserkriegen“ hat Henning Brune zusammengetragen). Und schon damals war es eine Herausforderung, eine Webseite technisch so auszuliefern, dass die Gestaltung in beiden Browsern möglichst gleich aussah.

Interessanterweise ist die Fragmentierung unter den Display-Größen noch am geringsten. Hier konzentrieren sich die die 70% der Androids, 74% der iOS-Geräte und nahezu 100% der Windows-Devices in einem Bildschirm-Größen-Segment von 3,5 bis 4,9″:

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Folie zu Displaygrößen aus einem Responsive Design Webinar bei eMarketer

Responsive Design oder mobile Ausgabekanäle?

In unseren Enterprise-CMS Projekten nutzen wir derzeit entweder Ausgabekanäle, die für bestimmte Merkmale mobiler Endgeräte optimiert sind (eine solche Lösung haben wir auf der diesjährigen CeBIT vorgestellt) oder wir setzen auf responsives Design, bei dem sich die angezeigte Webseite an Displaygrößen und Darstellungsmöglichkeiten automatisch anpasst. Zum Beispiel werden Inhalte statt in 3 Spalten nur in 1 Spalte angeordnet oder Menus in einer Auswahlbox zusammengefasst, um sie auf einem mobilen Gerät besser bedienen zu können. In einigen Fällen kann eine Mischform Sinn machen, bei der Inhalte der Standard-Seite gekürzt werden um nur Informationen darzustellen, die für die mobile Zielgruppe Sinn machen.

Beruhigend ist im Zusammenhang der fragmentierten Endgeräte-Landschaft, dass die Anpassung einer mobilen Webseite deutlich einfacher zu bewerkstelligen ist, als eine native App, da bei einer Migration letzterer deutlich mehr Einflussfaktoren bsw. durch die verwendete Harddware zum Tragen kommen.

Aber in Zukunft ist doch sicher eine Standardisierung zu erwarten?

Eher nicht. Ganz im Gegenteil. Es kommen ständig neue Geräteklassen hinzu. Denken Sie einmal an Google Glass und entsprechende Datenbrillen-Kopien, an Smartwatches oder vernetzte Entertainment-Systeme in modernen Autos. Und das sind nur die aktuell auf der Schwelle stehenden Geräte. In 3-5 Jahren werden daraus wiederum neue Anwendungsfelder und Innovationen entstanden sein.

Eine langfristige Lösung wird wohl eher darin liegen, Standards zu schaffen und diese über unterschiedliche Systeme und Geräte einzuhalten um Endnutzern ein möglichst gleichbleibendes und konsistentes Nutzungserlebnis zu bieten.

 

Erfahrungen bei der Migration unserer Website von OpenText auf Sitecore

In einem kürzlich erschienenen Blogbeitrag sind wir darauf eingegangen, warum eine automatisierte Migration von Inhalten beim Wechsel des Content Management Systems in der Regel nicht empfehlenswert ist. Denn meistens gehen mit der technischen auch strukturelle Veränderungen der Website einher:  Die Navigationsstruktur wird geändert, Themenbereiche fallen weg, werden ergänzt oder an eine andere Stelle geschoben.

Hinweis: Wenn Sie wegen unsere Vortrags auf der dmexco 2014 auf diesen Beitrag gestoßen sind und Fragen zur CMS-Migration haben, können Sie hier gerne Kontakt zu uns aufnehmen

Von Ausnahmen abgesehen. Eine solche Ausnahme haben wir anlässlich des Umzugs unserer Website auf ein neues CMS für uns in Anspruch genommen und einen Selbstversuch gestartet. Gründe für die automatisierte Content-Migration waren:

  • Es handelte sich bei uns um eine rein technische Migration unserer Website von einem CMS auf ein anderes. Inhalte und Strukturen blieben unverändert.
  • Mit dem Ziel, Erfahrungen mit einer Portierung zu sammeln, haben wir bei der Gelegenheit das Migrations-Tool Siteport getestet.

Aber beginnen wir von vorne:

Im Herbst 2012 haben wir beschlossen, unsere comspace-Website auf eine neue technologische Basis zu stellen: statt wie in den vergangenen Jahren die Website in OpenText zu pflegen, sollte dies zukünftig in dem Content Management System Sitecore geschehen. Warum Sitecore? Der CMS-Hersteller gehört lt. den Analysten von Gartner immer wieder zu den innovativsten und visionärsten WCMS-Anbietern und als Sitecore-Technologiepartner wollten wir das System nicht „nur“ bei unseren Kundenprojekten implementieren, sondern auch als Anwender einmal tiefer in die Materie einsteigen und zusätzliche Praxiserfahrungen sammeln (Lesen Sie weitere Details zu den Gründen für den CMS-Wechsel auf unserer Website).

Der Weg der Migration

Da Änderungen an Struktur und Inhalten unserer Website erst einmal nicht vorgesehen waren, handelte es sich nur um eine technische Migration der Seite. Um den Aufwand klein zu halten, wurde eine automatisierte Contentmigration als Weg geprüft. Unser Partner Oshyn (Los Angeles) hat für diesen Zweck das Modul Siteport entwickelt. Dieses beschlossen wir einmal zu testen, auch wenn das Modul damals einen noch rudimentären Entwicklungsstand hatte.

Über Web-Services stellt Siteport die Verbindung zwischen beiden Content Management Systemen her. Das System migriert dabei nicht nur Inhalte, sondern auch Templates, Nutzer, Gruppen, Workflows und Metadaten. Nach heutigem Stand unterstützt Siteport die Plattformen Sitecore, OpenText (RedDot), EPiServer, Drupal, Ektron und XML.

Einen kleinen Einblick in die Migration mit Hilfe von Siteport vermittelt das folgende Video.

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Unsere Erfahrungen mit dem Siteport Tool

Da das Migrationstool zu dem damaligen Zeitpunkt nur jeweils eine Sprachversion migrieren konnte (mittlerweile unterstützt Siteport auch Mehrsprachigkeit), konnten wir lediglich die englischen Texte automatisiert überführen und mussten die deutschen Texte manuell einpflegen. Trotz der hilfreichen und Zeit sparenden Unterstützung durch die Migrations-Software zeigte unser „Selbstversuch“, dass eine automatisierte 1:1-Migration mit Siteport (noch) nicht vollständig möglich ist. So werden verschachtelte Container-Strukturen von bspw. Slidern, Tabbing- oder Accordeon-Modulen in Sitecore anders abgebildet als in OpenText. Darüber hinaus konnten einige spezielle Feldtypen wie Datum oder URL noch nicht adäquat gemapped werden.

An dieser Stelle einen großen Dank an die Oschyn-Kollegen für die gute Zusammenarbeit: Über welches Problem auch immer unsere Entwickler stolperten, stets bekamen sie ein offenes Ohr und prompten Support von den Siteport-Experten. 

Weitere Videos, bspw. zur Möglichkeit der Migration von mehrsprachigen Websites finden Sie auf dem Siteport Software YouTube Channel.

Warum ein neues CMS selten eine 1:1-Migration von Content sinnvoll macht

Website-Migration

Ein Traum: Das Telefon klingelt und der Kunde (B2B, weltweit agierend) „droht“ mit Auftrag. Ein Relaunch der Website soll es werden, auf einer neuen Technologie und sogar ein paar Ziele hat er bereits definiert: Top! Eine Websitemigration steht an.

Trotzdem wird es in einigen Fällen im Laufe des Projekts zu einer beliebten Diskussion kommen: Was passiert eigentlich mit den alten bzw. bestehenden Inhalten – kann man diese nicht einfach migrieren oder in der neuen Struktur zusammenführen?

Website-Migration
Website-Migration

Diesen Zahn mussten wir unseren Kunden bis auf wirklich wenige Ausnahmen bisher immer(!) ziehen und es gibt auch sehr gute Gründe, weshalb eine Migration von bestehendem Content in den meisten Fällen nicht sinnvoll ist.

Websitemigration: Alter Wein in neuen Schläuchen?

Eine neue Website ist nicht unbedingt günstig und wenn man schon den einen oder anderen Euro für ein solches Projekt in die Hand nehmen möchte, dann bitte doch auch mit Sinn und Verstand. Oft ist das bestehende Projekt schon in die Jahre gekommen. Dadurch hat sich vielleicht auch das Marketing, die Kundenansprache, die Bildsprache, das Produktportfolio oder die Strategie des Unternehmens geändert. Diese neuen Umstände mit schon betagteren Texten und Bildern zu untermauern scheint nicht nur schwierig, es ist auch so.

Ein Relaunch einer Website sollte in der Konzeptionsphase auch immer eine Content Landscape und Sitemap mit berücksichtigen, sowie das vorgelagerte Erstellen von neuen Texten und Inhalten, das ganze bitte gemappt auf die konzipierten Module. Die Übernahme der erstellten Inhalte in das CMS im späteren Projektverlauf stellt im Idealfall eine reine Fleißarbeit dar: Bilder und Texte an die definierte Stelle mit einer definierten Vorlage einfügen.

Fazit: wenn Relaunch, dann aber auch bitte richtig, Alter Wein in neuen Schläuchen hilft keinem wirklich weiter.

Ein Importer ist komplex und teuer

Warum ein Importer so komplex und teuer ist? Das ist recht einfach zu erklären, wenn man sich die Features anschaut, die er so besitzen muss. Zunächst einmal muss der Content für die Websitemigration aus dem alten System heraus extrahiert werden. Im Idealfall gibt es einen Exporter, im Notfall könnte man auch noch aus statischen Seiten mit robustem HTML Dom Tree die Inhalte exrahieren. Wenn man Glück hat und die Formatierungen sind nur über Stylesheets vorgenommen worden, so besitzt man am Ende des Tages eine Sitemap, Texte und Bilder, dazu vielleicht ein paar interne Links, leere Stellen, an denen Funktionen integriert waren (Teaser, Linklisten, Ansprechpartner usw.).

Soweit zum einfachen Teil, dem Export.

Dazu haben wir bis auf eine einzige Ausnahme aber noch kein einziges Projekt erlebt, in dem wirklich nur die Technologie gewechselt und die Sitemap und die Inhalte 1:1 übernommen wurden. Wenn sich aber die Sitemap unterscheidet, dann fallen entweder Seiten weg, sie werden umsortiert oder ggf. zusammengefügt. Damit tut sich ein Automatismus schon im Grundsatz schwer.

Wenn es neue Module und Stylesheets gibt, dann gibt es vermutlich auch ein neues Layout mit neuen Bildformaten, denn zumindest an die neuen Browser und an eine optimale Darstellung auf mobilen Geräten mittels responsive Design sollte man seine Website trotzdem anpassen (auch wenn man “nur” die Technologie wechseln möchte). Die Verwendung der alten Bilder wird oftmals nicht möglich sein, daher müssen ggf. neue Bilder integriert werden.

Vielleicht liegen die neuen / alten Bilder jetzt aber auch (am besten nur teilweise) in einem MAM (Media Asset Management) und müssen extern referenziert werden. Über die Schnittstelle reden wir gar nicht erst, aber dass die Bilder so heißen wie man sich das vor ein paar Jahren mal überlegt hat, glauben wir alle erst einmal so nicht. Das gleiche gilt übrigens auch für andere Dokumente (Dokumentationen, Sicherheitsdatenblätter, Ausschreibungstexte, usw.)

Was wir an dieser Stelle auch einmal absichtlich außer Acht lassen, um es nicht unnötig kompliziert zu machen, ist die oftmals vorhandene Anforderung an Mehrsprachigkeit und die Wiederverwendung von Inhalten in mehreren Webseiten-Versionen (z.B. Länder-Auftritten).

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Suchmaschinenoptimierung der Website

Bestehende Metadaten wie Descriptions oder Seitentitel passen nach der Websitemigration eventuell nicht mehr und müssen optimiert oder ausgetauscht werden. Oder der Schwerpunkt wird auf andere Keywords gelegt, die sinnvoll in den Website-Texten platziert werden müssen.

Selbst wenn wir es also schafften, die vielen hundert Seiten mit einer Logik zu versehen, die die Seiten fachlich korrekt bearbeitet, Referenzen und Verlinkungen sicherstellt, dem neuen Layout entspricht usw., dann liegt nachträglich die Qualitätssicherung und Korrekturphase an, denn: zu 100% wird der Importer das gewünschte Ergebnis nicht herstellen können, vermutlich nicht einmal zu 70%.

Ergänzend liegt das Ergebnis erst sehr spät im Projektverlauf vor, die Phase für die QS ist kurz und somit haftet dem Importer auch noch ein großes Risiko an.

Unsere These lautet daher

In der gleichen Zeit bzw. zu geringeren Kosten ist es locker möglich, jede Seite komplett neu zu erstellen, dem Kunden ein früheres, besseres Ergebnis in höherer Qualität zur Verfügung zu stellen.

Echt? Ja echt… Nehmen wir ein Beispiel (der Importer soll sich ja auch lohnen): 500 Seiten bestehenden Content sollen neu in ein System kommen. Nehmen wir als Ausgangsbasis 500 Word-Dokumente mit Text, Bildern und Links, Verortung in der neuen Struktur und das vorgesehene Modul. Dann gehen wir bei einem – auf dem System geschulten – Redakteur von einer maximalen Bearbeitungszeit von 10 – 15 Minuten für die Neuerstellung der Seite aus, macht also was zwischen 80 und 125 Stunden und damit 10 – 15 Personentage. Da dies eine einfache Arbeit ist, reichen Hilfskräfte aus, um diesen Job zu erledigen.

Im Gegensatz dazu kostet der Importer sicherlich eine niedrige bis mittlere fünfstellige Summe, wenn alles automatisiert passieren soll. Trotzdem muss jede Seite ein paar Minuten überprüft und angepasst werden. Selbst bei 1.000 Seiten und mehr und auch bei internationalen Aufgabenstellungen bleibt die Rechnung deutlich auf der Seite der manuellen Übernahme, da die Kosten und das Risiko beim Importer bei Zunahme der Komplexität ebenfalls stark ansteigen. Dazu geht der aktuelle Trend generell weg von stark Content lastigen hin zu mehr emotional aufgeladenen Seiten. 1.000 Seiten über ein Unternehmen sind nicht zu warten, die Tochtergesellschaften in den Ländern wollen und werden sie nicht übersetzen und… tja, lesen wird sie auch niemand 😉

Und die Ausnahme von der Regel

Der Vollständigkeit halber: es gibt auch Ausnahmen, denn stark strukturierte Inhalte wie z.B. alte Pressemitteilungen können oftmals leichter importiert werden und liegen dazu noch in sehr großen Massen vor. Ob man mit diesen – redaktionell nie mehr anzufassenden – Inhalten das neue System dann belasten muss, ist von Fall zu Fall zu entscheiden.

Eine weitere Ausnahme können vielleicht Intranets und intern genutzte Wissensplattformen darstellen, die heute aber nicht Thema sind.

Mit dem Rad zur Arbeit

mdrza_Logo_4c_2013Das Auto gegen das Fahrrad zu tauschen wird vielen Mitarbeitern bei uns leicht gemacht, denn auch unsere neuen Büros liegen wieder fahrradfreundlich in der Bielefelder Innenstadt. Dokumentiert wird dies durch eine Vielzahl an Fahrrädern im Treppenhaus, im Fahrradkeller und vor dem Eingang. Überall entdecken wir ungeahnte Fahrrad-Stellplätze.

Also war es Ehrensache, dass wir uns auch 2013 mit einem Team bei der Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“  des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) und der AOK Gesundheitskasse angemeldet haben. Genauso ist es natürlich Ehrensache, dass wir bei comspace freiwillig mit Helm zur Arbeit fahren.

Aktion fahrradfreundlich „Mit dem Rad zur Arbeit“ von ADFC & AOK

Es gilt folgendes: Mit einem oder mehreren 4er-Teams pro Unternehmen über einen bestimmten Zeitraum (1.6. bis 31.8.) mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren und die gefahrenen Kilometer über die Webseite des Projektes zu erfassen. Dabei gibt es für die teilnehmenden Teams natürlich reichlich interessante Preise zu gewinnen und auf der Aktions-Seite werden gefahrene Kilometer und vermiedenes CO2 errechnet.

Für mich persönlich besteht die Herausforderung vor allem darin, das Bielefelder Wetter zu beherrschen (Sommer in Bielefeld ist dann, wenn der Regen wärmer wird *g*) und die 30 Minuten Fahrt einzuplanen. Ersteres lässt sich durch die richtige Kleidung in den Griff bekommen. Die etwa verdreifachte Fahrtzeit bedarf schon etwas genauerer Planung im Tagesablauf. Es ist schon erstaunlich, wie sehr man sich an die kurze Fahrt über die Stadtautobahn gewöhnt hat. Als passioniertem Autofahrer hat es mich schon etwas Überwindung gekostet, die 7-10 Kilometer Fahrt (je nach Strecke) zu strampeln. Letztendlich lassen sich so jedoch einige positive Dinge verbinden.

Die 5 größten Vorteile des Arbeits-Radwegs

  • Sportliche Aktivität: 45 bis 60 Minuten strampeln am Tag sind gesund und ich kann mir dafür etwas Fitnesstraining an anderer Stelle sparen 😉
  • Entspannteres Arbeiten und Feierabend: Körperliche Aktivität regt das Hirn an. Gut mit Sauerstoff versorgt im Büro anzukommen wirkt sich auf den gesamten Arbeitstag positiv aus. Auf dem Weg in den Feierabend hilft es beim „runterkommen“.
  • Parkplatzsuche vermeiden: Unser chronisch überfülltes Parkhaus freut sich über jedes Auto, das draußen bleibt 🙂
  • Gesundheitsfördernde Wirkung: Wir arbeiten die meiste Zeit im Sitzen – von gelegentlichen Stand-Up-Meetings mal abgesehen. Insofern ist jede körperliche Aktivität empfehlenswert, die den typischen Zivilisationskrankheiten entgegen wirkt.
  • Kostenersparnis: Auch nicht zu verachten. Rechne ich mit den üblichen 30 Cent pro Kilometer spart jeder Rad-Arbeitsweg zwischen 4 und 6 Euro.

Wie sehr sich eine Radfahrt zur Arbeit rein von den Eindrücken her lohnen kann, sieht man hier in dieser Storify-Geschichte, die ich letztens nach einer Fahrt aus Tweets zusammen gestellt habe:

Mit dem Rad zur Arbeit - oberhalb des Ostwestfalendamm in Bielefeld
Storify: Mit dem Rad zur Arbeit – oberhalb des Ostwestfalendamm in Bielefeld

Über 11 Millionen Kilometer auf dem Tacho

Wir müssen uns schon langsam anstrengen, um trotz Urlaubszeit noch auf unser Team-Gesamtziel zu kommen, dass jeder im Team comspace Online-Marketing an mindestens 20 Tagen mit dem Rad zur Arbeit gefahren ist. Umso beeindruckender ist die bis heute schon erreichte deutschlandweite Gesamtleistung:

Am 18.7. hatten die Teilnehmer 11.259.247km zusammen geradelt und dabei 2.215.820kg CO2 eingespart, wie der Sigma-Tacho auf der Seite zeigt.
Zu den aktuellen Teilnehmer-Zahlen 2013 konnte ich noch nichts raus bekommen. In 2012 haben sich insgesamt 174.000 Radler auf den Weg zur Arbeit gemacht.

Übrigens gibt es neben der AOK-Aktion auch noch das Projekt Stadtradeln – eine Kampagne des KlimaBündnis in ähnlichem Umfang.

Hier ist Bielefeld bereits auch ordentlich vertreten – sogar auf dem Stadtradel-Blog schreibt ein Bielefelder – ein Solofagottist der Bielefelder Philharmoniker, der auch eines von mehreren Statements bei Radio Bielefeld zu Stadtradeln gegeben hat.

Wo ist Bielefeld in der Aktions-Karte?

Diese Frage stellte ich mir auf der Aktionsseite, denn auf der dargestellten Karte fehlt Bielefeld komplett.

Karte der Region Westfalen-Lippe ohne Bielefeld (c) AOK
Karte der Region Westfalen-Lippe ohne Bielefeld (c) AOK

Die Auflösung ist ganz einfach: Die AOK NORDWEST ist in Regionen aufgeteilt, in denen auch jeweils die Regionaldirektion der AOK NW ihren Sitz hat. Darum geht es nicht nach Teilnehmern, sondern nur nach den Regionaldirektionen.

Fahrradmetropole Kopenhagen

Unsere Nachbarn in Münster sind schon sehr vorbildlich und was das Radeln angeht deutlich weiter als die Stadt Bielefeld. Weltmeister in Sachen Fahrradfreundlichkeit sind aber mit Abstand die Städte Amsterdam und Kopenhagen, wie der Video-Beitrag zeigt, in dem auch der Kopenhagener Blogger Mikael Andersen zu Wort kommt, der auf seinem Blog CycleChic Mode auf und ums Fahrrad aufgreift:

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Einziger Wermutstropfen der Aktion: So langsam werden nun die Fahrrad-Parkplätze bei uns eng 🙂

In diesem Sinne, der alte Radfahrergruß: „All heil und gute Fahrt!“

Zusatzinfos beim ADFC

Und? Konnten wir Sie motivieren selbst mal mit dem Rad zur Arbeit zu fahren oder haben Sie sogar Interesse bekommen, Ihr Unternehmen als fahrradfreundlichen Arbeitgeber zu positionieren? Hier gibt es beim ADFC ausführliche Informations-Broschüren:

Broschüre für Arbeitnehmer

Broschüre für Unternehmen

Bielefelds Fahrradbeauftragter klärt hier in der Neuen Westfälischen die 11 größten Fahrrad-Irrtümer auf

Kundenerlebnis 2.0 – Mercedes-Benz zeigt wie CMS, Social Web und CRM in Zukunft zusammenspielen

Wie werden Kunden zukünftig auf ein Produkt aufmerksam? Wie kann ein moderner Kaufprozess und die darauf folgende Kundenbindung aussehen? Wie werden Content Management und Customer Relationship Management Systeme zukünftig mit ERP-Systemen und dem Social Web zusammen spielen um ein modernes Kundenerlebnis zu gestalten?

Die Antworten auf diese Fragen schlummerten noch in meinen CeBIT 2013 Notizen. Dort fand der Automotive IT Congress statt, auf dem ich den Vortrag von Michael Gorriz (CIO Daimler AG) und Philipp Schiemer (Leiter Marketing Mercedes-Benz Cars) mit dem Titel “Digital-Life” – das digital-reale Mercedes-Benz Kundenerlebnis der Gegenwart und Zukunft hörte.

Mercedes-Benz-CeBIT-Kundenerlebnis
Mercedes-Benz-CeBIT-Kundenerlebnis

Das Ganze ist ein Orchester aus Inhalten, Kommunikations-Kanälen, Big-Data, mobilen Apps, Interaktionen und Kundenbeziehungen in einem großen Produkt-Lebenszyklus unter einem noch größeren Marken-Dach. Dabei ist es für einen Autohersteller deutlich schwieriger, ein integriertes Erlebnis aus Fahrzeugen, Funktionen und Lebensgefühl über das Web bis hin zum Händler zu transportieren, als bsw. für Amazon, die einen eindeutigen Kundenkanal anbieten, in dem sich der Kunde auch eindeutig identifiziert.

Ein neuer Kunde „entsteht“

Doch von Anfang an: Die Kundenerlebnis-Vision (die in Teilen heute bereits umgesetzt werden kann) MyMercedes startete auf Facebook. Dem Interessenten „Philipp S.“ wurde ein Foto der neuen Mercedes-Benz A-Klasse auf Facebook durch einen Freund gezeigt und auf die persönliche Pinnwand geteilt. Der Freund hatte das Bild aus der DigitalDriveStyle-App während einer Probefahrt direkt aus dem Auto geschickt.

Der Interessent klickte sich zur Mercedes-Benz Facebook-Seite und fand dort weitere Bilder und Teaser-Informationen zum Fahrzeug, das ihm tatsächlich gut gefiel. Der empfehlende Freund hatte einen Volltreffer gelandet.

Von der Facebook-Page klickte sich unser Beispielkunde zur offiziellen Marken-Homepage, die ihn nun umfassend durch CMS und Digital-Asset-Management mit allen wichtigen Produkt-Infos, Bildern, Videos und Daten versorgte. Eine erste Vorentscheidung des Kunden ist getroffen.

iPad Konfigurator App
iPad Konfigurator App (c) Mercedes Benz

Von der Marken-Homepage geht es weiter in die Configurator-App auf dem iPad. Hier im modernen Fahrzeug-Konfigurator stellt sich der Bald-schon-Kunde sein Wunschfahrzeug aus aufbereiteten PIM-Daten des Herstellers bequem und ohne Zeitdruck auf dem Sofa zusammen. Die ermittelte Wunschkonfiguration des Autos wird an den nächstgelegenen Händler weiter geleitet.

Autokauf 2.0

Bei einem persönlichen Vor-Ort-Termin werden mit dem Händler Konditionen geklärt, Farben, Stoffe und Materialien final ausgewählt und eine Probefahrt vereinbart. Natürlich mit einem Fahrzeug, das der Wunschkonfiguration möglichst nahe kommt.

Nach der verbindlichen Bestellung des Autos geht es in der MyMercedes-App weiter. Direkt aus dem ERP-System des Konzerns kann der Produktionsstand in der App abgerufen werden. Sogar Fotos des baldigen Autos aus der Fertigungsanlage werden per Webcam direkt an den Kunden geschickt. Moderne Industrie-Anlagen mit direkter Anbindung an die wichtigsten Datenkanäle machen es möglich.

Ist die Produktion des Autos abgeschlossen, rückt der Auslieferungstermin immer näher.

Unser Beispielkunde möchte seine A-Klasse persönlich am Haupt-Werk in Sindelfingen abholen (Eigentlich wird die A-Klasse in Rastatt gebaut, doch Philipp S. möchte dem Mercedes-Benz Museum einen Besuch abstatten).
Also geht es an die Reiseplanung. Hierbei wird Philipp S. von der Moovel-App unterstützt. Moovel vereint so ziemlich jede erdenkliche Mobilitäts-Möglichkeit und baut daraus einen individuellen Reiseplan von Hamburg nach Stuttgart zusammen:

  1. Zu Fuß zum nächsten Ca2Go smart 
  2. Mit dem smart zur S-Bahn
  3. Mit der S-Bahn zum Flughafen
  4. E-Tickets liegen in Moovel bereit
  5. Während des Fluges hat Moovel eine Mitfahrgelegenheit eines ebenfalls im Flieger sitzenden Daimler-Mitarbeiter nach Sindelfingen gefunden
    Alternativ hätte es sonst eine Taxi- oder S-Bahn-Fahrt vorgeschlagen

Moovel Skizze
Moovel Funktionsweise (c) moovel

Die erste Fahrt im neuen Auto

Natürlich hat sich Philipp S. in den Wochen vor der Auslieferung bereits intensiv mit den Funktionen und Bedienelementen seines neuen Autos befasst. Viel muss der Mercedes-Benz Mitarbeiter bei der Übergabe also nicht mehr erklären. Selbst die Sitzeinstellungen werden bereits von dem Probefahrt-Auto des Händlers übernommen.

Drive Kit plus (c) Mercedes-Benz
Drive Kit plus (c) Mercedes-Benz

Eine Überraschung gibt es dennoch: Die Lieblingsmusik des Kunden wurde direkt ins Infotainment-System übertragen.

Kurz noch das Smartphone mit dem Auto vernetzen, so dass es zum Öffnen des Fahrzeugs verwendet werden kann und Philipp S. kann seine erste Fahrt im neuen Auto gen Heimat antreten.

In der DriveStyle-App werden ihm seine Facebook-Freunde entlang der Route angezeigt, sodass er sich entscheidet, auf der Rückfahrt zwei Mal von der Autobahn abzufahren und alte Freunde zu besuchen.

Eine Augmented Reality App unterstützt beim Kennenlernen des neuen Fahrzeugs. Statt Bedienungsanleitungen zu lesen, schwenkt Philipp S. mit dem Smartphone durch sein Cockpit und bekommt von der App über das Kamerabild seines Autos erklärende Zusatzinformationen angezeigt.

„Wozu ist dieser Schalter hier?“ – einfach mit der Smartphone-Kamera abfilmen und die App blendet alle relevanten Informationen ein.

Ein Jahr später. Das Kundenerlebnis geht weiter

Das erste Wartungsintervall ist rum und der Wagen muss zur Inspektion. Die MyMercedes-App erinnert an Serviceintervalle und bietet mögliche Termine beim nächstgelegenen Händler an und gleicht diese mit dem Kalender im Tablet ab.

Außerdem sieht Philipp S. in der App gleich, welche Wartungsarbeiten vorgenommen werden sollen.

Die MyMercedes-App integriert sich in den Alltag: Steht bsw. eine längere Fahrt zu einem Termin im Kalender an, erinnert die App daran, dass vor Fahrtbeginn noch getankt werden muss, da der Tank nur noch zu 1/4 voll ist.

Vor Fahrtantritt wird durch die Kalender-App die Klimaanlage gestartet und das Auto passend vortemperiert und reserviert am Zielort bereits einen passenden Parkplatz.

Und wie geht es mit dem Kunden und seiner A-Klasse weiter?

Nun, Herr Gorriz und Herr Schiemer deuteten an, dass das neue Auto unseren Beispielkunden SO sexy gemacht hat, dass nach 2 Jahren ein neues Auto für die ganze Familie angeschafft werden muss 🙂 Eine E-Klasse.

Der Clou dabei: Alle liebgewonnen Einstellungen und Features kann Phillip S. über die MyMercedes-App direkt von einem Auto ins andere transferieren.

Aus Inhalten, Unternehmensinformationen, Kunden-Daten und sinnvollen Anwendungen entsteht in diesem nicht ganz fiktiven Beispiel nicht nur ein Kundenerlebnis, sondern Kundenbindung deLuxe.

Fazit – was hat das Ganze mit comspace zu tun?

Comspace sieht sich als technischer Dienstleister an der zentralen Schnittstelle für Anwendungen dieser Art. Die Projekte, die wir realisieren setzen schon heute an unterschiedlichsten Anknüpfungspunkten einzelner Systeme unserer Kunden an. Damit realisieren wir individuelle Lösungen, in denen Inhalte aus Digital-Asset-Management, Daten aus Customer-Relationship-Anwendungen oder Artikel-Details aus Produkt-Informations-Management-Systemen herausgezogen, für den Endkunden aufbereitet und in unterschiedlichsten Ausgabekanälen zur Verfügung gestellt werden.

Diese Ausgabekanäle können verschiedensprachige Webauftritte, Intranets, zweckoptimierte Landingpages, mobile Websites und Apps oder Produktkataloge sein.

Wo immer unsere Kunden Lösungen benötigen, um komplexe Inhalte beherrschbar zu kombinieren und darstellbar zu machen, sind wir in unserem Element.

Faszinierend zu sehen, dass Unternehmen wie Mercedes-Benz heute schon darüber nachdenken, wie sie mit BigData, Kundeninformationen und Produkt-Inhalten nicht nur rein werblich arbeiten, sondern ein integriertes Kundenerlebnis schaffen, das einen echten Mehrwert bietet.

 

"Mein Papa liest vor!"

Logo der Stiftung LesenDie Stiftung Lesen hat im Jahr 2010 gemeinsam mit der hessenstiftung eine Idee gestartet, der sich in den letzten Jahren immer mehr Bundesländer angeschlossen haben. Ganz aktuell ist nun auch Nordrhein-Westfalen dabei (mit freundlicher Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland, des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe sowie des Ministeriums für Schule und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen) und so landete über irgendeinen Verteiler die Idee auch in meinem Postfach.

Was steckt hinter der Idee?

Das Projekt „Mein Papa liest vor!“ wendet sich an alle berufstätigen Väter und Mütter von Kindern ab dem Säuglingsalter bis zu zwölf Jahren. Ziel ist es, den Eltern, insbesondere den Vätern, die Möglichkeit zu geben, als lesende Vorbilder für ihre Kinder stärker in Erscheinung zu treten und ihre Rolle als prägende (Lese-)Förderer wahrzunehmen. Was ich z.B. bisher nicht wusste und erst durch die Idee erfahren habe war, dass in 42 Prozent aller Familie mit kleinen Kindern nur selten oder gar nicht vorgelesen wird. Noch schlechter schneiden Väter ab, denn nicht einmal jeder zehnte Vater liest seinem Kind oder Kindern regelmäßig vor.
Wer sich näher mit dem Projekt beschäftigt, erfährt noch mehr über die Lesegewohnheiten in deutschen Wohnzimmern und welch wichtiger Schlüssel dies für die Bildung unseres Nachwuchses ist. Alle, die bis hier gelesen haben, sollten aus meiner Sicht nun überzeugt sein und bei dem Projekt mitmachen.

Wie kann man mitmachen?

Die Teilnahme als Arbeitgeber ist wirklich simpel. Man meldet sich auf der Website der Stiftung Lesen an (http://www.stiftunglesen.de/mein-papa-liest-vor/formular/), bekommt wenig später eine freundliche E-Mail und muss kurz noch den Teilnahmebedingungen zustimmen. Danach bekommt man wöchentlich kostenlosen Lesestoff für den Nachwuchs und darf diesen im Intranet veröffentlichen. Die Mitarbeiter bei uns dürfen sich den Lesestoff ausdrucken und mit nach Hause nehmen.

Der wichtigste Link:
http://www.stiftunglesen.de/mein-papa-liest-vor

Der Umzug

Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen, Er will uns Stuf‘ um Stufe heben.
(Hermann Hesse, Stufen)

Eventuell hat dieses Zitat unsere Geschäftsführung  voran getrieben, bei der sich als schwierig erweisenden Immobiliensuche.  Vielleicht war es aber auch nur der Gedanke, dass: Wenn es so weiter geht, platzen wir aus allen Nähten. Also lieber rechtzeitig eine zukunftsbezogene unternehmerische Entscheidung treffen: Umzug. Rechtzeitig, das sollte sich noch als schwierig herausstellen.

Aber Schritt für Schritt. Als die Entscheidung pro Umzug gefallen war, entwickelte sich ein stetig wachsendes Anforderungsprofil mit zwei Prioritäten: Zentrumsnähe und ca. 1500 m² Fläche, also mit genügend Raum zum Expandieren. Zwei Dinge, die schon mal in fast jeder Stadt schwierig zusammenpassen: viel Raum und Zentrum, eine schöne Tautologie, die unschöne Probleme verursachen kann. So auch in Bielefeld. Zwischen Anforderungen und Gegebenheiten klaffte also eine nicht allzu kleine Lücke. Es stellte sich heraus, dass eine bezugsfähige Immobilie, die unsere Anforderungen erfüllt, schlichtweg nicht zu finden war.

Was also tun? Das Zauberwort hieß: customizing. Customizing auf einem Gebiet außerhalb unserer IT-Kernkompetenz – der Baubranche. Zunächst war das ehemalige Scala Kino an der Herforder Straße, Nähe des Jahnplatzes, im Focus. Das scheiterte aber vor allem an den erheblichen baulichen Veränderungen, die nötig gewesen wären. Parallel dazu besichtigten wir noch eine Immobilie in der Elsa-Brändström-Straße, die nahezu alle Anforderungen erfüllen konnte: Größe, Lage und ein großer Außenbereich in der 8.Etage. Das schien zunächst mal zu überzeugen. Jedoch taten sich bei der Besichtigung folgende, etwas trostlos wirkende Bilder auf:

maroder achter Stock
8.Etage, noch etwas marode

Galerie, Glasdach, Bielefeld
Glasdach

maroder, Flur, Büro, Bielefeld, comspace
Flur

 

 

 

 

 

So erschien gerade der Eimer inmitten des Raumes zu beunruhigen. Es gab also einiges zu verhandeln mit dem Eigentümer, aber das Potenzial der Immobilie wurde erkannt. Der Eigentümer zeigte sich gerade bei den baulichen Gestaltungsmöglichkeiten kooperativ. Die Planungsphase konnte beginnen. Bevor richtig angefangen werden konnte, musste erstmal entkernt werden.

 

Entkernung Büro Bielefeld comspace
Entkernung, 2. Etage

Kabel Büro Bielefeld comspace Arbeitsplatz der Handwerker
Viele Kabel.

Zwangsläufig wurde mit dem Boden begonnen da, wie der Geschäftsführer Andreas Kämmer so schön sagte: „Ohne ​Boden​ kein Bad, kein Glas, kein Trockenbau, kein Serverraum. Ein echter Bottleneck.“ Um nicht schon bei Baubeginn in Verzug zu geraten, wurde eine Spezialfirma aus Belgien beauftragt, den Betonboden einzuziehen. Die Trockenzeit  wurde so von mindestens  14 Tage auf 48 Stunden verkürzt. Danach wurde der Boden noch geschliffen, grundiert, lackiert, versiegelt und, nicht zu vergessen, mit Holzpaneelen versehen.

 

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Betonboden

Boden Holz,geschliffen, grundiert, lackiert, versiegelt, gelegt
Holzpaneele

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Holzpaneele verlegt.

 

 

 

 

 

Weitere für einen Online Dienstleister wichtige Meilensteine wie Kabeltrassen, Schlüterschienen und die Anbindung an den Glasfaserring liefen so weit wie möglich parallel.

 

thomas_krenn_multinode_server, Bielefeld, comspace
Server

24GBit/s
24GBit/s

Verbindungen

 

 

 

 

 

Und manchmal lief auch mal –  nichts, oder zumindest nicht das Gewünschte. Mängellisten wurden erstellt, mit dem Ziel, die umzugkritischen Punkte priorisiert abzuarbeiten. Fristen wurden neu gesetzt – der Druck erhöht. Der zugegebenermaßen ehrgeizige erste Umzugstermin musste jedoch verschoben werden, zum Verdruss aller Beteiligten. Doch dann wurde es wieder Licht und neue Hoffnung keimte auf.

Holzboden Büro comspace Bielefeld Zentrum
Licht!

Dornbracht,
Bad und WC

Bad und WC wurden in Angriff genommen, die Armaturen dazu lieferte die Dornbracht GmbH & Co. KG , die Serverschränke für den Serverraum kamen von der Rittal GmbH & Co. KG, beides langjährige Kunden von comspace.

 

Als nächstes nahmen  die Türen- und Glasbauer ihre Arbeit auf.

Gesamtraum
Glasbauer bei der Arbeit.

Glasecke
Glasecke

Die Büroräume nahmen immer mehr Kontur an. Sollte jemand noch nicht die nötige Vorstellungskraft aufgebracht haben, konnte man nun mehr und mehr von den Räumlichkeiten überzeugt werden. Bestes Beispiel ist die Decke, die einen schwarzen Anstrich erhielt. Die Meinungen dazu waren im Vorfeld überaus….negativ. Doch im Zusammenspiel mit dem hellen Holzboden und der Höhe der Räume machte es nun sichtbar Sinn.

Die Räume im ersten Stock waren baulich nun nahezu abgeschlossen. “Berge“ von Möbeln wurden geliefert.

Arbeitsplätze
„Berge von Möbeln“

Arbeitsplätze
Schreibtische

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Möbel als Raumtrenner

 

 

 

 

 

Die vorher “etwas“ maroden Büros wurden im Jahr 2013 wieder in moderne Büros verwandelt, die technisches Equipment mit innovativen, zeitgemäßen Konzepten der Raumgestaltung verbinden, wie natürlichen Lärmschutz durch automatisch bewässerte Hecken. Technik und Natur scheinen in den neuen Büros nun ebenso kein unüberbrückbarer Gegensatz mehr zu sein wie Raum und Zentrum. Ab Anfang dieses Jahres konnten dann unsere Abteilungen IT-Service und Entwicklung in die erste Etage einziehen, demnächst folgt das Account Management und das Online Marketing. Weiterhin freuen wir uns auf die baldige Fertigstellung der achten Etage, mit einem sehenswerten Ausblick über unsere Stadt.

re:publica 2013 – unser Rückblick auf eine der spannendsten Konferenzen seit Langem

Panorama der großen Stage1 der Re:Publica (c) Andreas Kämmer

3 Tage re:publica rekapituliert man nicht mal eben so 🙂 Ich kenne keine Konferenz oder Barcamp, die ihre Gäste vergleichbar fordert, was Themenvielfalt, Konferenz-Running-Gags und die mit nach Hause genommenen Inspirationen und Informationen angeht. Das schöne ist aber, dass fast alle Vorträge als Video verfügbar sind und viele Besucher und Vortragende der re:publica nachträglich Zusammenfassungen zu ihren Lieblingsvorträgen veröffentlichen. Gut einen Monat habe ich nun gewartet um die spannendsten Vorträge sowie die Reaktionen darauf hier zusammen getragen und einen Einblick zu bieten, warum wir auf der re:publica waren und v.a. was wir für comspace von dort mitgebracht haben.

„Die re:publica hat eben auch mehr von einem Business-Festival als von einer normalen Konferenz.“

Mit diesen Worten leitete Mitorganisator Andreas Gebhard die #rp13 ein (auf seinem Blog gibt es eine lesenswerte re:publica Making-Of Serie). So wie ich mich in jungen Jahren auf Festivals auch immer daran hielt, die Bands zu sehen, die ich mir vorgenommen hatte, habe ich mich dieses Jahr zu 90% an meinen vorher festgelegten Vortrags-Plan gehalten 🙂 Trotzdem war zwischen den Vorträgen noch genug Zeit für das Netzwerken, was auf der rp13 eher einem Klassentreffen gleicht.

Panorama der großen Stage1 der Re:Publica (c) Andreas Kämmer
Panorama der großen Stage1 der Re:Publica (c) Andreas Kämmer

Neben all den Startups und dem Schwerpunktthema Afrika, Kulturthemen, netzpolitischen Diskussionen und einem durch meinen Lieblings-SfiFi-Autoren Cory Doctorow signierten Kindle der auch für mein persönliches Lieblingszitat verantwortlich war:

…sind vor allem für die Business-Hirnwindungen die folgenden Inhalte im Gedächtnis geblieben:

Hinweis: In diesem Beitrag sind überdurchschnittlich viele Links – v.a. auf Videoaufzeichnungen der re:publica Vorträge bei YouTube enthalten. Links deswegen, weil so viele eingebettete Videos Probleme mit der Browsergeschwindigkeit bei Ihnen als Leser verursachen können.

Machen! Das Web wird auf die eigenen Server zurück geholt

Sascha Lobo ist mit seinen Vorträgen auf der re:publica mittlerweile eine feste Größe mit ebenso fester Frisur. Hat er auf einer der vergangenen re:publicas noch dazu aufgerufen wieder mehr zu bloggen und weniger der fremd-verantworteten Kanäle wie Facebook, Tumblr, Twitter usw. zu nutzen, wurde er dieses Jahr deutlich konkreter.
Mit reclaim.fm haben Lobo und Felix Schwenzel eine erste Alpha-Version einer Lösung für WordPress vorgestellt, mit der sich digital hinterlassene Spuren wie Tweets, Instagram-Bilder, Facebook-Likes, Pinterest-Pins und wie sie alle heißen, auf einer eigenen WordPress-Plattform zusammen tragen lassen. Sowohl technisch als auch (urheber-)rechtlich sind bezüglich der Nutzung von reclaim.fm noch ein paar Fragen offen. Das System das v.a. aus einigen WordPress-Plugins und Scripten besteht, verspricht aber eine echte Arbeitserleichterung zu werden. Im Auge behalten! Die zweite und noch viel wichtigere Botschaft seines Vortrags war:

Machen!

Und wenn es ein längst überfälliges Logo für das Internet ist, das Sascha Lobo mit Stijlroyal entworfen hat. Die Weltkugel von einem Netz überspannt. Dargestellt durch zwei Klammern und eine Raute:

(#)

Kleines Update nach nun ungefähr 1 Monat: reclaim.fm wurde von manchen Nutzern erfolgreich installiert. Andere (inklusive mir) waren bisher noch nicht so erfolgreich, die Plugins und Skripte zum Laufen zu bringen. Ich bin gespannt, ob von Felix und Sascha oder jemand anderem noch eine Weiterentwicklung von reclaim.fm kommt.

Content Strategie

Einen der handfestesten Vorträge mit direktem Praxisbezug habe ich von Brigitte Alice gehört. Auch wenn es in Ihrem Workshop um Content Strategy bei NGO ging (also Nichtregierungsorganisationen wie bsw. dem Roten Kreuz), lassen sich viele Ihrer Vorschläge und Ansätze auch auf die Content Strategien im Business-Bereich übertragen. Insbesondere die umfangreiche und strukturierte Recherche zur Vorbereitung, übergehend in den Content Audit, die Erstellung eines Content Inventory und die Durchführung von Content Prototyping war sehr aufschlussreich.

CRM – Constituent Relationship Management

Im Anschluss zur Content Strategie ging es direkt weiter mit dem Thema CRM. Interessanterweise immer noch im Themenfeld NGO. Deswegen sprach Fabian Schuttenberg auch von Constituent Relationship und nicht Customer Relationship. Denn auch wenn im Umfeld von Wohltätigkeits- und Nichtregierungs-Organisationen auch Beziehungsmanagement betrieben wird, ist es eben etwas anderes, ob es sich um eine Kundenbeziehung oder die zu Spendern oder freiwilligen Unterstützern handelt. Die Engagement Ladder – scheint ein hilfreiches Tool zu sein, um festzulegen, welche Conversion-Ziele gesetzt werden sollen: Vom Interessierten zum Newsletter-Abonnenten. Vom Petitions-Zeichner zum zahlenden Spender.

Raus aus der Blase Internet

Gunter Dueck hat vor 2 Jahren bereits den damals meist beachteten Vortrag der re:publica 2011 gehalten. Dieses Jahr war er eine Spur sperriger unterwegs und hat uns ganze Menschenbilder erklärt. Einigermaßen greifbar wurde das, als er vom Ethnozentrismus sprach, der sich besonders auf solchen Konferenzen zeigt. Jeder der Anwesenden kann verstehen worum es geht. Es haben nicht alle die gleiche aber doch eine ähnliche Meinung und Vorstellung von der Welt – zumindest über die Relevanz der eigenen Themen. Darüber wird oft vergessen, dass das draußen vor der Tür des Konferenzsaals im „echten Leben“ oft ganz anders aussieht. Duecks Kernaussage lautete für mich: Wir sollten empathischer sein und über den Tellerrand unserer Web-Blase hinaus blicken.

Wie wird sich Arbeit in Zukunft verändern?

Wir sind always on und damit auch immer mit halbem Kopf bei der Arbeit. Maschinen nehmen uns immer mehr Arbeit ab oder lasen uns effektiver arbeiten. Ob es nun Tablets, Apps und mobile Computing für den Wissensarbeiter sind oder Roboter, ERP-Systeme und computergestützte Logistik in der Industrie 4.0. Der zweite re:publica Tag entwickelte sich für mich zu einem Tag unter dem Überthema Arbeit:

Los ging es mit Theresa Bückers Vortrag Der Montag liebt Dich. In dem sie einen kurzen Abriss über die moderne Arbeitskultur gab. Darüber, wie wir zufriedener bei und mit unserer Arbeit sein können. Warf die Frage auf, warum die aktuellen Innovationen in Technik und Kommunikation sich eigentlich nur schleppend am Arbeitsplatz durchsetzen. Gab Beispiele dafür wie Corporate Social Responsibility auch für gute Beziehungen und Freundschaften der Mitarbeiter zuständig ist wie aber auch darauf hin, dass Arbeitnehmer selbst in der Verantwortung sind, Ihre Bedürfnisse kund zu tun, um besser Leben und Arbeit miteinander zu verbinden. Klingt ein wenig poetisch – war es in Teilen auch. Ich empfehle den Vortrag einfach anzuschauen. Ausführlicher lässt sich der Vortrag bei goodplace und schulzekopp nachlesen. Sketchnotes hat den Vortrag skizziert.

Deutlich wissenschaftlicher ging es im Anschluss mit der Soziologin Jutta Allmendinger weiter. Sie hat Lebens(ver-)läufe, ihre Einflussfaktoren und die daraus resultierenden Veränderungen nicht nur für die Arbeits-Gesellschaft untersucht. Sondern auch zwischen den Geschlechtern. Dabei hat sie festgestellt, dass sich das Gesamtarbeitsvolumen von Frauen in den letzten 30 Jahren kaum verändert hat und die Arbeitsverteilung eher unter Frauen statt fand: Von Vollzeitstellen zu mehr Teilzeitarbeitsplätzen. Damit stellte sie die These auf, dass der Heiratsmarkt im Hinblick auf die sichere Rente für Frauen derzeit noch zielführender sei als der Arbeitsmarkt. Ausführliche Beiträge hierzu bei Katrin Roenicke und bei der Bundeszentrale für politische Bildung.

Der meiner Meinung nach beste Vortrag der #rp13: Das Ende der Arbeit

Dann folgte der meiner Meinung nach beste Beitrag der re:publica 2013 (deswegen hierzu auch das Video im Text) von Johannes Kleske – seit seinem Coverfoto auf der brand:eins auch gerne der Posterboy der Digital Natives genannt 😉

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Viele unserer technischen Errungenschaften dienen vor allem einem Zweck: Uns möglichst viel Arbeit abzunehmen oder leichter zu machen. Vor allem körperliche. Derzeit macht Technologie mehr Arbeit überflüssig, als sie uns neue Arbeitsplätze schafft. Deswegen sprach Johannes Kleske über Das Ende der Arbeit und wie wir in Zukunft leben wollen. Johannes zeigt historische Beispiele wie die Bürger des antiken Athen sich mit Philosophieren und Politik beschäftigten, während die Arbeit – nunja – von Sklaven erledigt wurde. Heute könnte diese Erledigung von alltäglichen Aufgaben von Maschinen übernommen werden. Kritisch beäugt er, dass arbeitende Menschen durch Maschinen natürlich auch überwacht und kontrolliert werden und führt dabei ein „Armband“ an, das Mitarbeiter der Firma Tesco während der Arbeit tragen müssen und darüber gemonitort werden.

Eine detaillierte Ausführung von Johannes Session findet sich hier bei dailymo. Steffen Voss frag: Kann Arbeit enden? Antje Schrupp hat sehr spannende Beiträge in ihrem Blog dazu: Zunächst den von Johannes Vortrag angeregten Menschen, Maschinen und Arbeit. Im zweiten Beitrag beschreibt sie, warum manche immer arbeiten, sie aber eigentlich nie arbeitet.

An dieser Stelle möchte ich mal aus eigener Erfahrung betonen, dass wir bei comspace bereits eine Menge der in den oben erwähnten Ansätzen für moderne Arbeit anwenden, verinnerlicht haben und von unseren Chefs zugestanden bekommen. Seien es flexible Arbeitszeiten, Freiräume beim Arbeiten, gesunde Arbeitsplätze, Bildungsangebote usw.

Später am Tag ging es um einige Ergebnisse von Arbeit:

Autos und Mobilität

Dieter Zetsche – Daimler-Vorstandsvorsitzender (Sponsor der re:publica) wurde in einer rappelvollen Stage 1 von Martin Randelhoff interviewed und stellte sich im Anschluss einigen Publikumsfragen. Zetsche sprach über die Zukunft des Autos, autonome Fahrzeuge und das Daimler in dem Bereich bereits auf einem ähnlichen Stand wie Google ist, das vernetzte Auto und wie sich dadurch unsere Mobilität verändert. Genauso aber auch über die Integration von Social Media ins Auto und ob es Sinn macht, Facebook und Twitter während des Fahrens zu nutzen oder nicht. Eine Zusammenfassung des Interviews hat t3n und hier geht es zum Video des Interviews. Sehr empfehlenswert – zum einen, weil schon bemerkenswert ist, dass der CEO eines Konzerns wie Daimler die Re:Publica derart ernst nimmt. Zum anderen, weil interessant ist, wie die „klassische“ Industrie die aktuellen Veränderungen wahrnimmt, bewertet und mit ihnen umgeht.

Im Anschluss ging es mit einem weiteren Vortragenden aus dem Haus Mercedes-Benz weiter: Daimlers Zukunftsforscher Alexander Mankowsky hielt einen Workshop zu der Frage: „Vernetzte Mobilität – Erobert das Digitale die analogen Welten?“ – Dabei wurde klar, dass das autonome Fahren scheinbar die disruptivste und gleichzeitig ausgereifteste Technologie moderner Mobilität ist und in den nächsten 10 Jahren wohl für die meisten Innovationen sorgen wird. Alex Mankowksy erklärte, warum die Autorevolution fast 40 Jahre brauchte um richtig Fahrt aufzunehmen. Als Grund nannte er, dass zunächst die Infrastruktur mitwachsen musste: Straßen, Tankstellen, Verkehrsschilder, rechtliche Regelungen, Werkstätten und so weiter. Er zeigte Beispiele mittlerweile historischer Automobil-Innovationen, die heute aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken sind und Innovationen die ohen Auto nie entstanden wären wie Vergnügungsparks bsw. Er gab Ausblicke auf Möglichkeiten, die sich durch selbstständig fahrende Autos ergeben: Vom Car-Sharing über Lieferdienste bis hin zu Dienstleistungen für Senioren. Bei Sketchnotes gibt es eine graphische Skizze des Workshop.

Am Rande:

In einem Workshop des Senders SWR3 kam uns die Erkenntnis: Auch Social Media Manager der öffentlich rechtlichen Sendeanstalten geben nur ungern konkrete Zahlen über Nutzer-Interaktionen in internaktiven Sendeformaten heraus.

Daten, Daten und nochmal Daten – Sammeln, Analysieren und draus lernen

Wir hatten das Thema Big Data gerade in unserem vorletzten Newsletter. Umso interessanter waren die praktischen Beiträge zu Data Science die eine Menge Fragen beantworteten:

  • Wie kommt man überhaupt an Daten heran?
  • Wie extrahiert man diese aus unterschiedlichen Datenbeständen?
  • Wie lassen sich diese Daten kombinieren und wieder zu neuen Informationen verarbeiten
  • Welche Tools zur Arbeit mit Daten gibt es?
  • Welche rechtlichen Fragen muss man sich stellen?

Den ersten Talk – Street Fighting Data Science, der leider nicht aufgezeichnet wurde, bestritten Benedikt Köhler und Jörg Blumtritt. Allerdings gibt es die Folien zum Vortrag bei Slideshare. Die beiden brachten eine Menge Beispiele wie man mit sehr einfachen, improvisierten Tools Daten auseinander klamüsern kann, um daraus Erkenntnisse zu ziehen oder Visualisierungen zu bauen wie zum Beispiel Fotos nach Farben zu analysieren und in Kontext mit der Jahreszeit zu bringen oder mit dem passiven Wahlomat die Volltexte von Wahlprogrammen analysieren.

Außerdem habe ich in dem Talk Luca Hammer endlich mal persönlich kennen lernen dürfen, der aktuell an Blognetz seiner Visualisierung der deutschen Blogger-Szene arbeitet und habe von ihm einige Path-Aufkleber abgestaubt 🙂

Datenbefreiung selbst gemacht waren dafür 3 Vorträge in einem. Mit Sebastian Vollnhals, Jens Ohlig, Michael Kreil

Weitere Talks zum Thema Daten waren: Open Data & Culture von Joris Praekel und Daniel Dietrich (beide Open Knowledge Foundation), die Frage nach Personal Data – Nothing to hide? stellten sich Katarzyna Szymielewicz und Jérémie Zimmermann und dann gabe es noch die Data Cuisine – How to get juicy data from spreadsheets mit Anna Lena Schiller, Sylke Gruhrwald und Lisa Rienemann. Die Frage Open Data: Und was hat das mit mir zu tun? wurde von Julia Kloiber und Stefan Wehrmeyer gestellt.

Der witzigste und gleichzeitig nachdenklichste Vortrag: Die Digital Natives ziehen in den Krieg

Der Vortragstitel, der mich am meisten in die Irre geführt hat. Ich dachte zunächst es geht um Digital Natives, die gegen einen großen Konzern oder eine Ungerechtigkeit Aktionen starten. Weit gefehlt!

Digital Natives sind die Menschen, die sich an eine Zeit vor dem Internet nicht erinnern können, weil sie bereits ins Internetzeitalter geboren wurden. Junge Soldatinnen sind natürlich ebenfalls Digital Natives. Was machen also Soldaten und Soldatinnen wenn sie in den Einsatz ziehen und aus Krisengebieten oder ihrer Freizeit per Facebook, Twitter, YouTube berichten? Journalist Thomas Wiegold der u.a. über die Streitkräfte bloggt (Augen geradeaus) und Sascha Stoltenow – ein ehemaliger Bundeswehr-Offizier, der nun als PR-Berater arbeitet, haben einige witzige, spannende und nachdenklich stimmende Beiträge vorgestellt und erklärt.
Und weil dieser Talk so unglaublich gut war – hier das Video, die Präsentations-Folien und ein Behind-the-Scenes-Beitrag von Thomas.

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Die Digital Natives ziehen in den Krieg from Sascha Stoltenow on Vimeo
Die Digital Natives ziehen in den Krieg from Sascha Stoltenow on Vimeo

Die abgefahrenste Open Data Analyse bisher: Besucherströme der re:publica

Man nehme 5000 Konferenzbesucher, viele WLAN-Router und speichere deren Logdateien. Danach lassen sich die Bewegungsdaten durch die Säle anhand der Telefone je WLAN Router visualisieren. Un.Glaub.Lich:

Besucherstromanalyse Re:Publica 2013 Opendatacity
Besucherstromanalyse Re:Publica 2013 Opendatacity

Zur re:log-Website. Realisiert von OpenDataCity. Unterstützt durch picocell und newthinking. Anwendung steht unter CC-BY 3.0.

Besonderheiten dieser re:publica

  • Das schnellste E-Book der Welt. Jeden Tag wurde eine gut 200-seitige zusammenfassung des Vortages als e-book veröffentlicht.
  • 8500 Würfel aus Pappe als Gestaltungselemente, Raumtrenner und Standwände.
  • Schlangen vor den Damentoiletten
  • Viele Kinder auf der Konferenz (bemerkt von Thomas Knüwer)
  • Über 5500 Telefone und in keinem Vortrag klingelte eines!
  • Und natürlich die Plakate der letzten 100 Jahre Re:Publica 🙂

Interessante Vorträge im Schnelldurchgang

Eine vollständige Wiedergabe einer solchen Mammutveranstaltung ist nur schwer möglich. Deswegen bleibe ich bei einigen Highlights, die ich erst nachher in den Videoaufzeichnungen entdeckt habe.

Andere Stimmen zur re:publica:

Die Google Webmaster Tools – das Warum

Warum die Google Webmaster Tools nutzen?

Um die wertvollen Daten der Google Webmaster Tools auch nutzen zu können, bedarf es lediglich der Erstellung eines Nutzerkontos bei Google – mithilfe des Nutzerkontos stehen mehrere Dienste wie auch Google Analytics dem Kontoinhaber zur Verfügung.

Google Webmaster Tools - Anmelde Oberfläche
Google Webmaster Tools – Anmelde Oberfläche

Mittlerweile unterteilen sich die Google Webmaster Tools in die Bereiche Konfiguration, Status, Zugriffe, Optimierung und Google Labs. Nebst diesen Bereichen gibt es ein einleitendes Dashboard, das den aktuellen Status zu Crawling-Fehler, Suchanfragen und der Sitemap widerspiegelt.

Der signifikanteste Grund, warum der Einsatz der Google Webmaster Tools für jeden Anwender Sinn macht, ist dass die Daten von Google zum einen relativ aktuell sind und zum anderen direkt vom Marktführer im Bereich der Suchdienste stammen. Damit hat der Webseitenbetreiber die „vertrauenswürdigste“ Quelle als Lieferant für Daten über die eigene Webseite.

Bedenken sollte der Anwender aber auch, dass die Daten, die von Google kommen, grundsätzlich begrenzt sind und Google nicht sämtliche Informationen, die uns als relevant erscheinen, anzeigen wird. Zwar verbietet Google die Optimierung (bzw. Suchmaschinenoptimierung) von Webseiten und Inhalten nicht, wird dies aber auch nur bis zu einem gewissen Rahmen unterstützen (Google Webmaster Richtlinien).

Warum sollten die Google Webmaster Tools genutzt werden?

Unabhängig davon ob SEO Agentur, Unternehmen oder einfacher Hobby-Webmaster, ein jeder hat die Möglichkeit, die Google Webmaster Tools kostenlos zu nutzen.

Vorweg gesagt, die Google Webmaster Tools stehen nicht in Konkurrenz zu professionellen Tool-Anbietern wie zum Beispiel der Sistrix Toolbox, Searchmetrics Essentials, Searchmetrics Suite oder auch den Link Research Tools. Dennoch bietet Google mit dem hauseigenen Dienst eine grundlegende Übersicht über relevante Daten hinsichtlich der eigenen Website.

Anhand der gewonnen Daten können Probleme, Fehler und Einschränkungen diagnostiziert werden – zudem benachrichtigt Google den Webseitenbetreiber direkt über die Google Webmaster Tools im Falle von Problemen und ungewöhnlichen Veränderungen (signifikanter Anstieg der Suchanfragen, Malware, unnatürlicher Linkaufbau).

Bisherige Artikel zu den Google Webmaster Tools im comspace Blog