Blogparade: Was macht einen familienfreundlichen Arbeitgeber aus?

comspace Spielekiste zur kurzen Kinderbetreuung
comspace Spielekiste zur kurzen Kinderbetreuung

Bei uns rückt das Thema Familienfreundlichkeit immer stärker in den Vordergrund, da es sowohl für unsere aktuellen Mitarbeiter als auch für neue Bewerber immer relevanter wird. Das ausschlaggebende Posting zu dieser Blogparade waren die Eindrücke unserer neuen Mitarbeiterin Sarah nach den ersten paar Wochen bei comspace.

Wir möchten gern weiter dazu lernen und uns würde nun interessieren, wie andere Unternehmen das Thema Familienfreundlichkeit angehen und umsetzen beziehungsweise: Was Ihnen als Arbeitnehmer besonders wichtig ist.

Dazu möchten wir diese Blogparade ins Leben rufen und von Ihren Erfahrungen lesen. In allgemeinen Blogs ebenso wie in Mommy- und Daddy-Blogs (z.B. Mama-Nagement, Mum 2.0, dasnuf, Mama arbeitet, Networking Mom, Papa online) oder in Unternehmens-Blogs wie bsw. bei der Meyer Werft, Daimler, Thomas Krenn AG, Frosta Blog, Dornbracht oder bei der Metro.

Darum geht es bei der Blogparade:

Wir haben hier mal einige Fragen gesammelt, die für uns als Arbeitgeber relevant sind, die wir bereits in unserem Blog aufgegriffen haben oder noch werden:

  • Sind die Arbeitszeiten KiTa-, Kindergarten- und Schul-freundlich?
  • Wie schätzen Sie die Akzeptanz in Ihrem Unternehmen für das Thema Familie ein?
  • Ist es kurzfristig möglich, vom Arbeitsplatz das Kind von der Schule abzuholen?
  • Kann im Krankheitsfall des Kindes von zu Hause aus gearbeitet werden?
  • Sind Ihre Führungskräfte (sind Sie selbst als Führungskräfte) Vorbilder in Sachen Familienfreundlichkeit? Wie äußert sich das?
  • Ist Familienfreundlichkeit ein Wettbewerbsfaktor für Ihr Unternehmen?
  • Gibt es im Unternehmen eine ganztägige oder kurzfristig übergangsweise Möglichkeit zur Kinderbetreuung?
  • Sind Karriere und Familie bei Ihnen im Unternehmen vereinbar?
  • Gibt es – für Mütter und Väter – die Möglichkeit Elternzeit zu nehmen, ohne dass damit berufliche Nachteile verbunden sind (z.B. durch Kontakt halten während und Integration nach der Elternzeit)?

Wir würden uns freuen, wenn Sie bis zum 31.5.2014 einige der Fragen oben und gerne auch solche, die wir nicht gestellt haben, in Ihrem Blog aufgreifen und beschreiben, was für Sie ein familienfreundlicher Arbeitsplatz ist, wie sich Arbeit und Familie im Unternehmen vereinbaren lassen und mit welchen Tipps und Tricks Sie Beruf und Kids unter einen Hut bekommen.

So beteiligen Sie sich an der Blogparade:

  1. Einen Blogbeitrag zum Thema “Familienfreundlicher Arbeitsplatz” schreiben und bis zum 31.05.2014 veröffentlichen
  2. Die Überschrift kann frei gewählt werden – Familienfreundlich und Arbeitgeber sollten zum besseren Verständnis enthalten sein
  3. Aus Ihrem Beitrag auf diesen Artikel hier verlinken
  4. Eine kurze einleitende Erklärung für Ihre Leser zu dieser Blogparade ist empfehlenswert
  5. Nennen Sie Ihren Artikel sicherheitshalber hier in den Kommentaren, damit wir hier alle Beiträge sammeln können
  6. Sie haben eine Schreibblockade oder wissen nicht, was eine Blogparade ist? Dazu hat Kerstin Hoffmann bereits eine eigene Blogparade organisiert und klärt in diesem Artikel zu beidem auf.

Wenn Sie keinen eigenen Unternehmensblog betreiben, können Sie Ihren Beitrag gerne hier in die Kommentare posten.

Ihre Beiträge werden wir in einem PDF sammeln, gebündelt und strukturiert zum kostenlosen Download anbieten. wir hoffen damit einen schönen Überblick aus verschiedenen Perspektiven zum Thema “familienfreundlicher Arbeitsplatz” zusammen stellen.

Jetzt wünschen wir viel Spaß beim Schreiben. Wir freuen uns auf viele interessante Beiträge zum “familienfreundlichen Arbeitgeber”.

Familienfreundlich arbeiten bei comspace

comspace Spielzeugkiste

Das neue Jahr hat für mich mit einer beruflichen Veränderung begonnen: Seit Februar arbeite ich bei comspace – als Personalerin und als Mutter. “Geht das?”, werde ich oft gefragt. Und wie! Meine Erfahrungen aus den ersten Wochen möchte ich in diesem Blogbeitrag teilen und die Familienfreundlichkeit von comspace als Arbeitgeber und den Erfolgsfaktor Familie beleuchten.

Familienfreundlichkeit (hier eine interessante Studie von 2012) ist ein häufig genutztes Aushängeschild von Unternehmen. Aber was steckt im Einzelfall dahinter? Wie findet man einen familienfreundlichen Arbeitgeber? Laptop und Blackberry für jeden Mitarbeiter, die neben der angepriesenen Flexibilität auch immer einen gewissen Erreichbarkeits-Zwang mit sich bringen? Wie ernst darf man die vielfach beworbene Vereinbarkeit von Familie und Beruf tatsächlich nehmen? Nach einigen Wochen bei comspace kann ich nun sagen: Sehr ernst!

comspace Spielzeugkiste
comspace Spielzeugkiste

Flexible Teilzeit

Für mich fing dies bereits bei meinem Vorstellungsgespräch an: In der Stellenausschreibung war die Rede von “flexibler Teilzeit”. Klar bin ich flexibel! Schließlich tun wir mit der Unterstützung von Tagesmutter, Oma und Opa alles, um eine reibungslose Kinderbetreuung sicherzustellen. “Nein, das hast du du falsch verstanden,” wurde ich direkt korrigiert. “WIR sind flexibel. Du darfst dir aussuchen, an welchen Wochentagen du zu welchen Zeiten arbeiten möchtest.” Wow, damit hatte ich nicht gerechnet. Und so arbeite ich jetzt (wie viele meiner Teilzeit-Kolleginnen auch) in einer 4-Tage-Woche mit einem freien Wochentag für die Familie.

Im Notfall ohne Babysitter: Die Spielkiste

Mit den positiven Überraschungen ging es übrigens noch vor meinem 1. Arbeitstag weiter. Ausgerechnet am Tag meiner Vertragsunterzeichnung wurde die Tagesmutter meiner Tochter krank, Ersatz war so kurzfristig nicht zu finden. Also habe ich die Kleine einfach mitgenommen und wir wurden herzlich empfangen. Meine Tochter wurde mit Keksen umworben und mit Spielzeug aus der firmeneigenen Spielzeugkiste bei Laune gehalten, während ich in Ruhe meinen Arbeitsvertrag unterschrieben habe.

Und was, wenn die Kids krank werden?

Auch bei uns ließ der “Ernstfall” natürlich nicht lange auf sich warten: Die erste Kinderkrankheit. Ich musste spontan einen Tag Zuhause bleiben. Kein Problem, ich konnte einfach meinen freien Wochentag tauschen. Mehr Verständnis und Flexibilität kann man eigentlich nicht erwarten.

Technik und flexible Arbeitszeiten und trotzdem entspannten Feierabend

Einen Laptop und ein Blackberry habe ich übrigens nicht bekommen. Flexibles Arbeiten ist hier dank der web-basierten Arbeitsumgebung sowieso jederzeit von jedem Ort aus möglich. Trotzdem ist Arbeiten außerhalb der Arbeitszeit eher eine Ausnahmeerscheinung und die Freizeit bleibt das, was sie sein sollte: Zeit fürs Private, Hobbys, für Freunde und Familie.

So sieht es bei den anderen Mitarbeitern bei comspace aus:

Meine Erfahrungen sind keine Einzelfälle, wie die Geschichten meiner Kolleginnen und Kollegen beweisen:

  • Dass das Ganze manchmal mehr als die Summe seiner Teile ist, beweisen zwei meiner Kolleginnen. Beide teilen sich halbtags eine Vollzeitstelle und arbeiten an je 4 Vormittagen. Eine Kollegin ist Expertin im Bereich Marketing, die andere im PR-Bereich. Doppeltes Fachwissen in einer klassischen Stelle vereint – effizienter geht’s nicht.

  • Eine andere Kollegin bekam während ihrer Ausbildung Nachwuchs. Nach der Elternzeit konnte sie ihre Ausbildung wieder aufnehmen – mit reduzierter Stundenzahl und bei voller Ausbildungsvergütung.

  • Auch bei den Männern beliebt: Die Elternzeit. Immer mehr Kollegen verbringen die ersten Monate mit ihrem Nachwuchs.comspace freut sich über diese Entwicklung und unterstützt die familiäre Auszeit und den Wiedereinstieg bei den Mitarbeitern.

Familienfreundlichkeit wird ernst genommen

Für mich ist die Familienfreundlichkeit bei comspace vor allem eins: Glaubwürdig. Schließlich sind wir alle immer ein bisschen von allem: Sohn oder Tochter, Mutter oder Vater, Freund oder Freundin und eben comspace’ler. Eine klare Trennung zwischen diesen Rollen ist nicht möglich und Arbeitgeber müssen sich flexibel auf die jeweiligen Lebenssituationen ihrer Mitarbeiter einstellen, um qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und motivierte Mitarbeiter zu binden. Bei comspace geschieht dies bereits in vielen Bereichen:

  • Räumlich und zeitlich flexible Arbeitszeitmodelle

  • Flexible Karrierepfade

  • Bezuschussung von Kindergartenbeiträgen

  • Sonderurlaub bei Einschulung eines Kindes

  • Möglichkeit von Sabbaticals

  • Unterstützung pflegebedürftiger Angehöriger.

Mehr zu Thema gibt es zum Beispiel auf den speziell eingerichteten Seiten der Bertelsmann Stiftung:

Und beim  Ministerium für Wirtschaft und Energie das sich selbst als familienfreundlichen Arbeitgeber beschreibt

Zertifizierung als familienfreundlicher Arbeitgeber der Bertelsmann Stiftung

"Die Generation Y ist da und schaut euch auf die Finger!“

4. Tagung ArbeitgeberattraktivitätIn den kommenden zwei Tagen besuchen wir eine Veranstaltung zum Thema Arbeitgeberattraktivität. Renommierte Referenten vom Axel Springer Verlag, Melitta oder SAP sprechen über Unternehmenskulturen, Arbeitgebermarken und Markenbotschafter. Eine der Hauptfragen ist es, wie Unternehmen im Zeitalter des zunehmenden Fachkräftemangels talentierte und motivierte Mitarbeiter gewinnen und an sich binden können? Employer Branding ist möglicherweise eine Lösung. Diesen Eindruck vermittelt zumindest die 4. Tagung des HRM-Forums.

Auch wir können uns nicht ganz davon freisprechen, dass wir bei der Besetzung der einen oder anderen Stelle etwas länger gesucht haben. Der Fachkräftemangel scheint die Agenturlandschaft in Ostwestfalen erreicht zu haben und inzwischen konkurrieren wir bei Stellenausschreibungen nicht mehr nur mit anderen Agenturen, sondern auch mit gestandenen Arbeitgebern aus der Region. Aber tun wir das wirklich?  Reden wir über die gleichen Berufseinsteiger oder Experts wie die großen Player? Worin unterscheiden wir uns wirklich? Sind Karrieren bei uns wirklich so anders? Stehen wir vor neuen Herausforderungen über die wir uns heute noch nicht im klaren sind? Was bedeutet Employer Branding für uns? Können wir neue Ideen mitnehmen und diese auf uns übertragen?

Ich hoffe, dass ich diese und weitere Fragen in den kommenden Tagen beantwortet bekomme oder einige neue Ideen mitnehmen kann. Die Antworten stelle ich allen Lesern in einem Recap zum 4. Forum Arbeitgeberattraktivität zur Verfügung.

Unser Fairphone ist da!

Gestern drückte mir unser Chef mit den Worten „Schau mal rein!“ einen hübschen, handlichen Pappkarton in die Hand. Ich klappe die Verpackung in Erwartung einer verspäteten Weihnachtsschokolade auf und mich lacht ein Fairphone  an.

„Danke! Das wäre aber echt nicht nötig gewesen! ;)“ ist das einzige was mir einfällt. „Gerne. Ist aber auch kein Geschenk, sondern unser Fairphone Testgerät. Ich dachte mir, wenn wir schon ein aktuelles Android-Gerät anschaffen, um Entwicklungen darauf zu testen, dann doch auch richtig.“

Fairphone

Ersteindruck zum Fairphone

Und so kann ich heute mal ein wenig mit einem der ersten von insgesamt 11.000 Fairphones herumspielen, die Anfang des Jahres ausgeliefert wurden. Das Fairphone ist ein Smartphone auf Androidbasis (die Anpassungen an das Betriebssystem stammen von den portugiesischen Entwicklern Kwamecorp). Entwickelt von einem holländischen Team mit nichtmal 20 Mitarbeitern. Im Rahmen eines Crowdfunding-Projektes wurden  25.000 Bestellungen für das Fairphone vorab eingesammelt und bezahlt, bevor die Produktion losging.

Das erste was auffällt: Im Karton aus recycelter Pappe liegt nichts überflüssiges. Auf Headset und Netzteil haben die Macher verzichtet, da diese Zubehörartikel bei vielen Kunden bereits zur Genüge vorhanden sind. Dank dem Standard microUSB-Anschluss reicht also ein Griff in die randvolle Kabelschublade und das Fairphone lädt zum ersten Mal.

Fairphone-ohne-Netzteil

Praktisches Feature sowohl zum Testen als auch für den internationalen Einsatz ist der doppelte SIM-Karten-Slot. Das Telefon lässt sich also mit 2 Karten betreiben.

Social Content Marketing im Karton

ich gehöre nicht unbedingt zu den Menschen, die Handbücher oder Beipackzettel lesen. Beim Fairphone mache ich da eine Ausnahme: Die beigelegten Postkarten erklären nicht nur technische Features wie Dual-SIM und das fehlende Netzteil, sondern geben Anregung einen Urban Mining Workshop zu starten, stellen einen Chip im Innern des Fairphones vor, der Tantalum enthält, das aus dem Coltan-Erz gewonnen wird, das wiederum in den kongolesischen Minen Mai Baridi, Kisengo und Luba gefördert wird.

Fiarphone-Chip-Herkunft

Kochrezept zum Produkt.

Das Fairphone wird vom Fertigungspartner Chanhong im chinesischen Chongqing zusammen gebaut. Auf einer der beiligenden Karten wird die Gegend des Produktionsstandortes für die besten Diskos Chinas und seine scharfe Küche gelobt. Damit man das als Kunde auch etwas davon nachvollziehen kann, wird auf der Karte ein Kochrezept für einen scharfen Eintopf mitgeliefert 🙂 Schöne Idee. Globalisierung mal anders.

Fairphone-Kochrezept

Hoffentlich macht das Beispiel Schule. So bringt man als Hersteller dem Kunden nicht nur das reine Produkt näher, sondern auch was dahinter steht. Mich erinnert das ganze ein wenig an die Edelsparte AMG von Mercedes-Benz, wo jeder Motor persönlich von nur einem Mitarbeiter zusammen gebaut und signiert wird.

Das Storytelling wird sogar im Produkt weitergeführt

Selbst der Akku stellt sich persönlich vor und die schwere Aluminium-Rückenabdeckung hat eine Geschichte zu erzählen. Ein Produkt an dem es so viele liebevolle Details zu entdecken gibt macht einfach Spaß:

Fairphone-Akku-Abdeckung

 

Das Fairphone ist fast 1cm dick und 163g schwer

Das erste In-die-Hand-nehmen offenbart das fast einen Zentimeter dicke Gehäuse, das mit recht schweren 163 Gramm erstaunlich gut in der Hand liegt und sich sehr hochwertig und stabil anfühlt. „Rocksolid“ wie der Amerikaner sagen würde. Ich fühle mich spontan an mein gutes, altes Nokia 7650 erinnert, nur ohne die Aufschiebe-Funktion natürlich. Im Zweifelsfall kann man das Fairphone sicherlich auch zur Selbstverteidigung einsetzen 😉 Aber Spaß bei Seite: Die Haptik hinterlässt einen durch und durch positiven Eindruck.

Fairphone-Seite
Man könnte das Fairphone auch den Orca-Wal unter den Smartphones nennen 😉

Die Dicke des Gehäuses ist der Idee geschuldet ein Gerät zu bauen, das möglichst gut zu reparieren ist. Die Glasscheibe des japanischen Herstellers Asahi und das Display sind nicht verklebt. Im Falle eines Schadens muss also nur eine Glasscheibe und nicht ein elektronisches Bauteil ausgetauscht werden. Nachhaltig und preiswerter.

Was kann das Fairphone?

Für 325,- EUR bekommt man ein vor allem gutes Gewissen:
Die Rohstoffe für das Gerät – wie z.B. Lötzinn aus Indonesien oder Kobalt aus Sambia und der DR Kongo stammen aus konfliktfreien Minen. Ein Teil des Kaufpreises fließt in soziale Maßnahmen im Produktions-Ablauf, Rohstoffbeschaffung und Recycling. Man sendet das klare Signal an andere Hersteller: Kümmert Euch um bessere Arbeitsbedingungen und Umweltschutz. Wir sind bereit dafür mehr zu bezahlen. Fairphone ist ein „Social Business“ und arbeitet an den Produktionsstandorten bsw, mt Solutions for hope zusammen, lässt die Arbeiterrechtsorganisation TAOS die Fertigung überwachen, Profit ist kein Unternehmensziel, die erzielten Gewinne werden investiert um die Arbeitsbedingungen beim Abbau der benötigten Rohstoffe zu verbessern.

Positiver Augenöffner 

Das Fairphone ist ein politisches Produkt, das uns auf positive Weise – dadurch was in der Produktion richtig gemacht wird – vorführt, was in der konventionellen Elektronik-Industrie im Argen liegt und wie es anders gehen kann.

Eine Aussage dazu hat „Der Westen“ erhalten, die einen Einblick in die Arbeitsbedingungen gibt:

Der Arbeitstag in der Produktionslinie der Fairphones soll kürzer sein als in den Konzern-Fabriken. „Die Arbeitszeit wird 60 Stunden pro Woche nicht übersteigen“, so Wernink, „und nach sechs Arbeitstagen haben die Beschäftigten mindestens einen Tag frei.“ Allerdings räumt sie ein: „Die Arbeitszeit auf das legale Maß von 49 Stunden zu reduzieren, ist gegenwärtig unrealistisch.“ Mehr als 49 Stunden pro Woche erlaubt das chinesische Arbeitsgesetz eigentlich nur in Ausnahmefällen. Aber viele Fabriken halten sich nicht an diese Regel.

Wie fair sind die neuen Fairphones wirklich? | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/panorama/wie-fair-sind-die-neuen-fairphones-wirklich-id8840371.html#plx722693417

Die Produktentwicklung und Produktion werden im Blog des Unternehmens offen gelegt und zeigt, dass nicht nur Weltkonzerne – sondern auch ein kleines Team ein Smartphone entwickeln und produzieren kann.

Auf dem Telefon ist mit „Peace of Mind“ sogar eine Anwendung vorinstalliert, die dazu animiert das Produkt weniger zu benutzen:

Fairphone-Piece-of-Mind-App

Dabei sind 25.000 Einheiten bei insgesamt 1 Millarde jährlich produzierter Smartphones die unterste Grenze des Machbaren, wie die ZEIT in ihrem Artikel zum Fairphone berichtet. Ich habe keinen Vergleichswert finden können, vermute aber, dass bei einer deutlich höheren Produktion im 6-stelligen Bereich der Preis massiv sinken dürfte.

22 Euro des Kaufpreises kommen der Nachhaltigkeit zu Gute, die gesamte Kostenverteilung wird transparent aufgeschlüsselt:

Infografik zur Kostenverteilung beim Fairphone
Kosten-„fair“-teilung beim Fairphone. So sieht Transparenz aus!

Fairphone Fazit

Für diesen Preis gibt es definitiv bessere Smartphones. Ein Beispiel: Die Kamera unseres Modells hat ebenfalls den leichten Rotstich, der auch im Testmodell bei heise bemerkt wurde. Gefühlt liegt die Kameraqualität in etwa im Bereich meines 3 Jahre alten HTC Sensation. In Benchmark-Tests liegt das Fairphone in etwa um Faktor 4 hinter dem Google Nexus 4 zurück, wie golem.de heraus gefunden hat.

Darüber lässt sich bei diesem Gadget gewordenen Statement aber durchaus hinweg sehen. Ich denke das Fairphone ist ein richtungsweisendes Signal an die Industrie, dass es durchaus Kunden gibt, denen nicht nur technische Daten, Inovationen und pure Leistung wichtig sind.

Den selbstauferlegten Bildungs-Auftrag, über die Herkunft und Herstellung eines so komplexen Produktes zu informieren hat Fairphone in meinen Augen jedenfalls erfüllt.

Wieviel tatsächlich noch zu tun ist, bis sich Elektronik-Produkte wirklich als fair bezeichnen dürfen, zeigt der deutlich kritischere und hervorragend detaillierte Artikel des Blogs faire-computer. Dort bin ich auch auf die Faire Computermaus von Nager-IT gestoßen.

Ich bin gespannt, was unsere Entwickler vom Fairphone halten werden und ob sich „unter der Haube“ noch weitere Besonderheiten feststellen lassen.

Wir bewahren uns hier ein wenig Randgruppe – auch im Unternehmens-Leitbild

Einführung in den Leitbild-Workshop durch Michael Steinfort

…und warum gemeinsam arbeiten und dann feiern zu mehr führt als „nur“ feiern.

Letzte Woche fand einer der erhebendsten und produktivsten Workshops statt, an denen ich seit langem teilnehmen durfte:

Der erste comspace Mitarbeiter-Workshop zur Entwicklung des neuen Unternehmens-Leitbildes

comspace hat sich in den letzten Jahren stark weiter entwickelt. Sowohl, was die Anzahl der Mitarbeiter/innen angeht als auch die Ausrichtung des Unternehmens. Damit auch zukünftig alle an einem Strang und v.a. in die gleiche Richtung ziehen können, hat sich unsere Geschäftsleitung gemeinsam mit den Führungskräften vorgenommen, ein Leitbild zu formulieren, das Mitarbeitern, Kunden und Partnern verdeutlicht, was comspace ist und was comspace besonders macht, welche Ziele sich comspace gesetzt hat und auf welchen Wegen comspace diese Ziele erreichen möchte.

Seit einigen Monaten wird durch das Führungsteam an den Kernpunkten gearbeitet. In dem Workshop sollten nun alle Mitarbeiter die Gelegenheit bekommen, diese Kernpunkte mit Leben, ihren Ansichten und Erfahrungen zu füllen.
Ziel war dabei, eine aktive Mitgestaltung der Firma durch die Mitarbeiter zu ermöglichen, damit Akzeptanz für das kommende Leitbild zu schaffen und einen Kulturwandel zum „Mitmachen statt folgen“ voranzutreiben.

Coaches von Tun&Praxis - die meiste Zeit im Hintergrund
Coaches von Tun und Praxis – die meiste Zeit beobachtend und lenkend im Hintergrund

Das externe Trainerteam stellte sich und die an diesem Tag angewandte Methode vor und erklärte uns, was ein (Unternehmens)-Leitbild überhaupt ist:

Was ist ein Leitbild

Letztendlich hat jeder ein persönliches Leitbild – ob bewusst oder unbewusst – das sich aus Werten, Prinzipien und Normen zusammen setzt. Die zentrale Funktion eines bewusst aufgebauten und gewählten Leitbildes ist es, Orientierung zu schaffen. Besonders in Organisationen und Unternehmen, wo man viele individuelle Menschen „unter einen Hut bringt“, soll das Leitbild interne Fragen beantworten:

  • „Wofür stehen wir als Gemeinschaft?“
  • „Was wollen wir gemeinsam erreichen?“
  • „Welche Werte und Prinzipien sollen unser Handeln leiten?“

Doch auch nach außen kommuniziert ein Leitbild die Antworten als Botschaften. Es hilft dabei, Geschäftspartnern, Kunden und solchen, die es werden wollen, einen Anhaltspunkt zu geben, ob und wie sich mit dem Unternehmen zusammen arbeiten lässt.

Einführung in den Leitbild-Workshop durch Michael Steinfort
Einführung in den Leitbild-Workshop durch Michael Steinfort

Zudem kann ein Leitbild sowohl positiver Ausgangspunkt als auch Bestandteil für Veränderungsprozesse im Unternehmen sein. Je nachdem wie und von wem es entwickelt wurde, in unterschiedlichen Ausprägungen.

In unserem Fall bei comspace ist die idealste Form der Leitbild-Entwicklung gewählt worden:
Das Leitbild entsteht durch Geschäftsleitung, Führungskräfte und Mitarbeiter gemeinsam und wird begleitet durch ein Coaching-Team. So können bereits in der frühen Phase Einflüsse und Meinungen aller Mitarbeiter aufgenommen werden, statt dass Menschen vor „vollendete Tatsachen“ gestellt werden.

Entwicklung der Leitbild-Inhalte

Nach dieser Einführung ging es direkt ans Eingemachte (und die Führungskräfte verließen den Raum, damit die Mitarbeiter völlig unbefangen über die Fragestellungen diskutieren und an ihnen arbeiten konnten):

Geschäftsführer Michael Steinfort und Head of Development Michael Seidel führten in das „was bisher auf Führungsebene geschah“ ein und stellten die Begriffe vor, um die es im folgenden World-Café-Workshop gehen sollte:

  • Fairness
  • Transparenz
  • Professionalität
  • Verantwortung
  • Erfolg

Hinzu kamen noch die Fragen „Welche Oberbegriffe sollten noch mit ins Leitbild aufgenommen werden?“ und „Worauf sollten wir bei der Umsetzung des Leitbildes achten?“

Auf den World-Café Workshop-Tischen lagen beschreibbare Tischdecken, die wir während der jeweils 20-Minuten Workshop-Runden mit unseren Diskussionsergebnissen beschrifteten. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter ging nach einer Runde, an deren Ende die Kernaussage der Diskussion an eine Pinnwand geheftet wurde, nach dem Zufallsprinzip zum nächsten Tisch, sodass jeder einmal an jedem Tisch teilnehmen und seine Ideen und Meinungen zu den Leitbildbegriffen und -Fragen einfließen lassen konnte.

comspace bei der Arbeit
comspace bei der Arbeit

Nach guten 3 Stunden intensiver Arbeit stellten wir unsere Ergebnisse vor:

Fairness

Eine Kernkompetenz für Fairness, die sich in den Workshop-Runden herausstellte war, „sich in die Lage anderer hineinversetzen zu können“. Dementsprechend sollte in das Leitbild einfließen, dass wir einen ehrlichen und emphatischen Umgang miteinander pflegen und sowohl im internen Umgang miteinander, wie selbstverständlich auch im Umgang mit Kunden und Partnern auf Augenhöhe agieren.

Transparenz

Neben einigen Vorschlägen, wie wir unseren internen Wissensfluss in Wiki, Microblogging und Flurfunk noch verbessern können, war vor allem der offene und konstruktive Umgang mit Fehlern und transparente Entscheidungsfindung zu nennen, um schnell Lösungen zu erarbeiten und einen gezielten Informationsfluss zu ermöglichen – sowohl intern als auch extern.

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Professionalität

Die Wikipedia sagt zum Begriff Professionalität: „…Dieser Begriff wird ebenfalls zur Beschreibung der Qualität eines Produktes verwendet, insbesondere die Eignung als zuverlässiges Werkzeug zur Berufsausübung (beispielsweise professionelle Software)“.
Hier gibt es mehrere Schnittmengen mit unseren Begriffsdefinitionen und darüber hinaus zahlreiche Verbindungen zu allen anderen Begriffen. So wurden Stichworte genannt wie professioneller Umgang mit Empathie, der einige Bereiche der Diskussionen zum Begriff Fairness streifte, ebenso wie Dokumentation und effektive Kommunikation, die bereits im Zusammenhang mit Transparenz fielen.
Ein wesentlicher Punkt, der sich unter dem Label Professionalität im Zusammenhang mit comspace herauskristallisierte, waren unsere Wissensautorität und technische Erfahrung, die im Umgang mit unseren Kunden im Verlaufe von Beratung und Konzeptionierung zu extrem guten Fragen führen. Mit diesen können wir unsere Kunden zum einen leiten,  zum anderen ihnen aber auch gegebenenfalls zu einem „Nein“ raten, wenn wir absehen können, dass sich eine Lösung dadurch nachteilig entwickeln würde.

Verantwortung

Einer der am weitesten gefassten Begriffe. Hier wurden recht allumfassende Aussagen wie „Wir handeln (eigen)-verantwortlich“ oder „Wie gehen verantwortungsvoll mit Ressourcen des Unternehmens und unserer Kunden um“ genannt.
Aber es ging auch stark in Details. Zum Beispiel haben sich unsere Auszubildenden dafür stark gemacht, ein eigenes – selbstverantwortetes – Projekt zu starten, bei dem sie von einem Entwickler und einem Projektmanager betreut werden.
In diesem Zusammenhang wurde auch der Wunsch geäußert, ein pro-bono Projekt auf die Beine zu stellen, an dem wir State-of-the-Art-Technologie erproben und Erfahrungen sammeln können, die sich in produktiven Kundenprojekten nicht machen lassen.

Erfolg

Interessanterweise war dieser Begriff ein Testballon, wie ich hinterher erfuhr, der nicht zum vorher festgelegten Begriffs-Spektrum gehörte, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie wir als Mitarbeiter zu unternehmerischen Erfolg stehen und was für uns als Einzelnen und als Gemeinschaft Erfolg eigentlich bedeutet.
Dabei kam vor allem die Erkenntnis heraus, dass comspace-Erfolg ganz stark und direkt auf dem Kundenerfolg basiert und damit auch der individuelle Mitarbeiter-Erfolg eng an das gute Gelingen der Kundenprojekte geknüpft ist.
Intern und individuell haben wir festgestellt, dass wir noch viel häufiger über unsere eigenen Erfolge sprechen können und dieses miteinander teilen von Erfolgen stärker in die Unternehmenskultur einfließen sollte.

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Begriffe, die noch fehlen im Leitbild

Diese Präsentation war zum einen die umfangreichste – war hier die Fragestellung ja auch sehr offen, wie auch die humorvollste – lieferte sie schließlich den Titel für diesen Artikel und damit auch das wichtigste Stichwort auf die Eingangsfrage:

Miteinander!

„Wir sind Leute, die sich ein wenig Randgruppe bewahren“ lautete das Originalzitat aus der Präsentation. Und sagt soviel über comspace als Unternehmen aus:
Bei uns gibt es Quer-Denke und -Köpfe. Individualisten, die exzellent in dem sind, was sie einzeln tun und daraus im Miteinander Leistungen und Lösungen für unsere Kunden entwickeln, die es so am Markt nicht gibt.
Aber auch der Umgang miteinander ist ein ganz besonderer. Um es mit einem weiteren Zitat aus der Präsentation zu sagen: „Wir ziehen Euch ganz schnell vom förmlichen Respekt auf den persönlichen Respekt hoch.“

Praesentation
Praesentation

Neben den bereits unter Verantwortung angesprochenen pro-bono und Open Source Projekten, um auch mal „diesen neuen heißen Scheiss testen zu können“, ging das Thema Miteinander vom Wunsch, weitere gemeinsame Workshops und KnowHow-Austausch zu veranstalten, hin zu dem letzten Thema:

Wie soll das Leitbild umgesetzt werden?

Die Individualität von comspace muss erhalten bleiben – das war hier die Kernaussage, in der strategische Ausrichtungsfragen zur angestrebten Unternehmensgröße ebenso stecken wie der Umgang mit einem zukünftigen Leitbild. Was soviel bedeutet wie: Wir erhalten uns unsere ostwestfälische Bodenständigkeit statt amerikanisch-esoterischer Company-Sekte mit Motivations-Liedchen zu werden.

Zur praktischen Umsetzung wurden die Aussagen dahingehend verdichtet, dass das Leitbild von comspace Raum und Zeit für regelmäßige Selbst-Reflektion bieten sollte, damit es sich in einem dynamischen Prozess weiter entwickelt und die Geschäftsleitung eine faire Umsetzung des Leitbildes gewährleisten kann.

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Damit schloss sich der Kreis wieder beim ersten unserer Werte: Der Fairness.

Abschließende Worte der Geschäftsführung

Nach den Präsentationen der Ergebnisse ergriffen die Führungskräfte Michael Steinfort und Michael Seidel noch einmal das Wort und bedankten sich zunächst für die konstruktiven Ergebnisse der schweißtreibenden Diskussionen (Ja, es musste mehrfach gelüftet werden bei knapp 50 Personen im Raum *g*) und bestätigten abschließend noch einmal, wie sehr sich die Ergebnisse der Mitarbeiter mit den voran gegangenen Gedanken der Führungskräfte deckten.

Zum einen bewahrheitete sich die Befürchtung, Geister zu rufen, die man nicht mehr los wird in keinster Weise.
Zum anderen zeigte man sich sehr überrascht, wie hoch aufgehängt verantwortungsvoller Umgang mit Unternehmensressourcen und wie stark ausgeprägt das unternehmerische Denken der Mitarbeiter ist.

In den nächsten Wochen werden die Ergebnisse des Workshops nun im Detail ausgewertet und in die weitere Entwicklung des Unternehmens-Leitbildes von comspace übertragen, damit sich sowohl introvertierte Mitarbeiter wie auch extrovertierte im weiter zu gehenden Weg wieder finden und damit die Strategie des Unternehmens mit umsetzen, damit wir gemeinsam unsere Ziele erreichen.

Ach ja – eine Sache noch:
Wir stellten in unterschiedlichen Gesprächsrunden fest, dass solche Workshops, in denen man zuerst gemeinsam arbeitet (und eben in Teams zusammenarbeitet, die sich sonst im Arbeitsalltag eines 60-Mitarbeiter/innen-Unternehmens nicht zusammen kommen) und danach zusammen feiert mindestens genauso häufig statt finden sollten wie reine Feier-Events. Wir haben uns durch den aktiven Austausch und das zufällige Wechseln von Gesprächsgruppe zu Gesprächsgruppe sehr viel besser kennen und über die „Seele des Unternehmens“ mehr gelernt, als das bsw. bei einer Weihnachtsfeier der Fall ist.

Unterstützt wird comspace bei der Entwicklung des Unternehmens-Leitbildes durch das großartige Trainerteam Achim Klatt und Marc Jürgen von Tun&Praxis.

Mit dem Rad zur Arbeit

mdrza_Logo_4c_2013Das Auto gegen das Fahrrad zu tauschen wird vielen Mitarbeitern bei uns leicht gemacht, denn auch unsere neuen Büros liegen wieder fahrradfreundlich in der Bielefelder Innenstadt. Dokumentiert wird dies durch eine Vielzahl an Fahrrädern im Treppenhaus, im Fahrradkeller und vor dem Eingang. Überall entdecken wir ungeahnte Fahrrad-Stellplätze.

Also war es Ehrensache, dass wir uns auch 2013 mit einem Team bei der Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“  des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) und der AOK Gesundheitskasse angemeldet haben. Genauso ist es natürlich Ehrensache, dass wir bei comspace freiwillig mit Helm zur Arbeit fahren.

Aktion fahrradfreundlich „Mit dem Rad zur Arbeit“ von ADFC & AOK

Es gilt folgendes: Mit einem oder mehreren 4er-Teams pro Unternehmen über einen bestimmten Zeitraum (1.6. bis 31.8.) mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren und die gefahrenen Kilometer über die Webseite des Projektes zu erfassen. Dabei gibt es für die teilnehmenden Teams natürlich reichlich interessante Preise zu gewinnen und auf der Aktions-Seite werden gefahrene Kilometer und vermiedenes CO2 errechnet.

Für mich persönlich besteht die Herausforderung vor allem darin, das Bielefelder Wetter zu beherrschen (Sommer in Bielefeld ist dann, wenn der Regen wärmer wird *g*) und die 30 Minuten Fahrt einzuplanen. Ersteres lässt sich durch die richtige Kleidung in den Griff bekommen. Die etwa verdreifachte Fahrtzeit bedarf schon etwas genauerer Planung im Tagesablauf. Es ist schon erstaunlich, wie sehr man sich an die kurze Fahrt über die Stadtautobahn gewöhnt hat. Als passioniertem Autofahrer hat es mich schon etwas Überwindung gekostet, die 7-10 Kilometer Fahrt (je nach Strecke) zu strampeln. Letztendlich lassen sich so jedoch einige positive Dinge verbinden.

Die 5 größten Vorteile des Arbeits-Radwegs

  • Sportliche Aktivität: 45 bis 60 Minuten strampeln am Tag sind gesund und ich kann mir dafür etwas Fitnesstraining an anderer Stelle sparen 😉
  • Entspannteres Arbeiten und Feierabend: Körperliche Aktivität regt das Hirn an. Gut mit Sauerstoff versorgt im Büro anzukommen wirkt sich auf den gesamten Arbeitstag positiv aus. Auf dem Weg in den Feierabend hilft es beim „runterkommen“.
  • Parkplatzsuche vermeiden: Unser chronisch überfülltes Parkhaus freut sich über jedes Auto, das draußen bleibt 🙂
  • Gesundheitsfördernde Wirkung: Wir arbeiten die meiste Zeit im Sitzen – von gelegentlichen Stand-Up-Meetings mal abgesehen. Insofern ist jede körperliche Aktivität empfehlenswert, die den typischen Zivilisationskrankheiten entgegen wirkt.
  • Kostenersparnis: Auch nicht zu verachten. Rechne ich mit den üblichen 30 Cent pro Kilometer spart jeder Rad-Arbeitsweg zwischen 4 und 6 Euro.

Wie sehr sich eine Radfahrt zur Arbeit rein von den Eindrücken her lohnen kann, sieht man hier in dieser Storify-Geschichte, die ich letztens nach einer Fahrt aus Tweets zusammen gestellt habe:

Mit dem Rad zur Arbeit - oberhalb des Ostwestfalendamm in Bielefeld
Storify: Mit dem Rad zur Arbeit – oberhalb des Ostwestfalendamm in Bielefeld

Über 11 Millionen Kilometer auf dem Tacho

Wir müssen uns schon langsam anstrengen, um trotz Urlaubszeit noch auf unser Team-Gesamtziel zu kommen, dass jeder im Team comspace Online-Marketing an mindestens 20 Tagen mit dem Rad zur Arbeit gefahren ist. Umso beeindruckender ist die bis heute schon erreichte deutschlandweite Gesamtleistung:

Am 18.7. hatten die Teilnehmer 11.259.247km zusammen geradelt und dabei 2.215.820kg CO2 eingespart, wie der Sigma-Tacho auf der Seite zeigt.
Zu den aktuellen Teilnehmer-Zahlen 2013 konnte ich noch nichts raus bekommen. In 2012 haben sich insgesamt 174.000 Radler auf den Weg zur Arbeit gemacht.

Übrigens gibt es neben der AOK-Aktion auch noch das Projekt Stadtradeln – eine Kampagne des KlimaBündnis in ähnlichem Umfang.

Hier ist Bielefeld bereits auch ordentlich vertreten – sogar auf dem Stadtradel-Blog schreibt ein Bielefelder – ein Solofagottist der Bielefelder Philharmoniker, der auch eines von mehreren Statements bei Radio Bielefeld zu Stadtradeln gegeben hat.

Wo ist Bielefeld in der Aktions-Karte?

Diese Frage stellte ich mir auf der Aktionsseite, denn auf der dargestellten Karte fehlt Bielefeld komplett.

Karte der Region Westfalen-Lippe ohne Bielefeld (c) AOK
Karte der Region Westfalen-Lippe ohne Bielefeld (c) AOK

Die Auflösung ist ganz einfach: Die AOK NORDWEST ist in Regionen aufgeteilt, in denen auch jeweils die Regionaldirektion der AOK NW ihren Sitz hat. Darum geht es nicht nach Teilnehmern, sondern nur nach den Regionaldirektionen.

Fahrradmetropole Kopenhagen

Unsere Nachbarn in Münster sind schon sehr vorbildlich und was das Radeln angeht deutlich weiter als die Stadt Bielefeld. Weltmeister in Sachen Fahrradfreundlichkeit sind aber mit Abstand die Städte Amsterdam und Kopenhagen, wie der Video-Beitrag zeigt, in dem auch der Kopenhagener Blogger Mikael Andersen zu Wort kommt, der auf seinem Blog CycleChic Mode auf und ums Fahrrad aufgreift:

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Einziger Wermutstropfen der Aktion: So langsam werden nun die Fahrrad-Parkplätze bei uns eng 🙂

In diesem Sinne, der alte Radfahrergruß: „All heil und gute Fahrt!“

Zusatzinfos beim ADFC

Und? Konnten wir Sie motivieren selbst mal mit dem Rad zur Arbeit zu fahren oder haben Sie sogar Interesse bekommen, Ihr Unternehmen als fahrradfreundlichen Arbeitgeber zu positionieren? Hier gibt es beim ADFC ausführliche Informations-Broschüren:

Broschüre für Arbeitnehmer

Broschüre für Unternehmen

Bielefelds Fahrradbeauftragter klärt hier in der Neuen Westfälischen die 11 größten Fahrrad-Irrtümer auf

"Mein Papa liest vor!"

Logo der Stiftung LesenDie Stiftung Lesen hat im Jahr 2010 gemeinsam mit der hessenstiftung eine Idee gestartet, der sich in den letzten Jahren immer mehr Bundesländer angeschlossen haben. Ganz aktuell ist nun auch Nordrhein-Westfalen dabei (mit freundlicher Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland, des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe sowie des Ministeriums für Schule und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen) und so landete über irgendeinen Verteiler die Idee auch in meinem Postfach.

Was steckt hinter der Idee?

Das Projekt „Mein Papa liest vor!“ wendet sich an alle berufstätigen Väter und Mütter von Kindern ab dem Säuglingsalter bis zu zwölf Jahren. Ziel ist es, den Eltern, insbesondere den Vätern, die Möglichkeit zu geben, als lesende Vorbilder für ihre Kinder stärker in Erscheinung zu treten und ihre Rolle als prägende (Lese-)Förderer wahrzunehmen. Was ich z.B. bisher nicht wusste und erst durch die Idee erfahren habe war, dass in 42 Prozent aller Familie mit kleinen Kindern nur selten oder gar nicht vorgelesen wird. Noch schlechter schneiden Väter ab, denn nicht einmal jeder zehnte Vater liest seinem Kind oder Kindern regelmäßig vor.
Wer sich näher mit dem Projekt beschäftigt, erfährt noch mehr über die Lesegewohnheiten in deutschen Wohnzimmern und welch wichtiger Schlüssel dies für die Bildung unseres Nachwuchses ist. Alle, die bis hier gelesen haben, sollten aus meiner Sicht nun überzeugt sein und bei dem Projekt mitmachen.

Wie kann man mitmachen?

Die Teilnahme als Arbeitgeber ist wirklich simpel. Man meldet sich auf der Website der Stiftung Lesen an (http://www.stiftunglesen.de/mein-papa-liest-vor/formular/), bekommt wenig später eine freundliche E-Mail und muss kurz noch den Teilnahmebedingungen zustimmen. Danach bekommt man wöchentlich kostenlosen Lesestoff für den Nachwuchs und darf diesen im Intranet veröffentlichen. Die Mitarbeiter bei uns dürfen sich den Lesestoff ausdrucken und mit nach Hause nehmen.

Der wichtigste Link:
http://www.stiftunglesen.de/mein-papa-liest-vor

24.993 kg weniger klimaschädliches Kohlendioxid!

Diese Menge haben wir im letzten Jahr weniger verursacht! Das ganze wird verglichen mit dem CO2-Ausstoß der Stromerzeuger im Bundesdurchschnitt (sprich der Strom aus konventioneller Erzeugung). Das hat uns zumindest unsere LichtBlick-Stromabrechnung verraten. Sie verrät uns aber auch, dass wir 22,47% mehr Strom verbraucht haben und 12 qm Regenwald unter Schutz gestellt haben.

25.000 kg CO2 kann man übrigens auch einsparen in dem man 100.000 km (!) weniger mit dem Auto fährt.

Wer CO2 einsparen möchte, der kann sich auf folgenden Seiten informieren:

http://www.arktik.de/CO2-ausgleich/CO2-einspartipps

http://www.greenpeace.de/themen/klima/kampagnen/klimaschutz/detail/artikel/die_zehn_wichtigsten_tipps_was_sie_fuer_das_klima_tun_koennen/

Interessant ist auch die Initiative des WWF, die ein Datei-Format unter dem Motto „Save as WWF“ anbietet, dass man nicht ausdrucken kann:

http://www.saveaswwf.com/de/