Warum ich als Azubi plötzlich in England war …

Vor einigen Wochen bin ich von meinem dreiwöchigen Betriebspraktikum in Bristol, England zurückgekommen. Ich hatte eine unglaublich beeindruckende und lehrreiche Zeit dort und habe aus diesem Aufenthalt viele positive Erfahrungen und Eindrücke mitnehmen können. Im Folgenden möchte ich ein wenig darüber erzählen wie ich dazu gekommen bin, welche Themen ich mit meinem Arbeitgeber klären musste und was ich dort gemacht habe. Außerdem möchte ich  ein Fazit ziehen und euch wissen lassen, wie wertvoll so ein Auslandsaufenthalt sein kann.

Wie alles begann

Die Möglichkeit zu diesem Auslandsaufenthalt habe ich von meiner Berufsschule bekommen, die für die Informatikklassen bereits seit vielen Jahren Auslandspraktika in Bristol organisiert. Das Programm wird gefördert von Erasmus, dem weltweit größten Förderprogramm der Europäischen Union für Auslandsaufenthalte. So kam es, dass ich mich dazu entschloss, mit zwei anderen Klassenkameraden an diesem Angebot teilzunehmen.

Die Ziele des Praktikums waren besonders die sprachliche Weiterentwicklung und die Erfahrung, in einem anderen Land und einer anderen Kultur zu arbeiten . Man bekommt einen Einblick, ob man selber einmal im späteren Berufsleben in einem anderen Land arbeiten kann und möchte , sowie Feedback darüber, ob man dafür aus Sicht eines anderen dafür geeignet ist.

Die Hürde für ein solches Praktikum während einer Ausbildung liegt oftmals in der  Vereinbarung zwischen deutschem Arbeitgeber und Auszubildenden, da die Ausbildung während des Praktikums unterbrochen werden muss und die vereinbarte Arbeitszeit  nicht erfüllt werden kann. comspace hingegen hat mir diese Sorge direkt nehmen können: ich bin ohne Probleme für den Zeitraum von drei Wochen freigestellt worden und konnte mich voll auf die Vorbereitungen und den Austausch selbst konzentrieren. Auch den Eigenanteil der Kosten i.H.v.  300€ hat Comspace für mich übernommen und mir so noch mehr finanzielle Freiheit während des Austausches ermöglicht. Auch bei den Vorbereitungen für die Fahrt bin ich immer wieder unterstützt worden, konnte notwendige Dinge teilweise während der Arbeitszeit klären und mir so Stress nach der Arbeit ersparen.

Natürlich gab es auch Dinge, die ich selber vorbereiten musste, wie einen Vorrat an britischen Pfund zu organisieren, mich um  Flugtickets und Check-In zu kümmern und wichtige Dokumente auszufüllen und mitzubringen. Die Lehrer der Berufsschule haben uns hier viel Eigenverantwortung gelassen, aber uns bei Fragen zu den einzelnen Punkten sehr gut unterstützt.

Abflug in neue Arbeitswelten

Am Sonntag der ersten Juli-Woche ging es dann endlich los. Mit der selbstorganisierten Zugverbindung zum Flughafen Köln-Bonn erreichten wir pünktlich den Flieger nach England. Nach ca. 1 ½ Stunden kamen wir  in Bristol an und stellten die Uhren auf die dortige Zeitzone ein. Wir wurden von unserer Organisatorin auf englischer Seite herzlich empfangen und direkt unseren Gastfamilien zugeteilt, die uns vom Flughafen abgeholt haben. Ich war zusammen mit einer Schulkollegin in einer Familie und wir verbrachten den restlichen Sonntag mit dem Kennenlernen der Gastfamilie und einem kleinen Spaziergang durch ihr Wohnviertel im Norden von Bristol.

Wir hatten das Glück jeweils ein eigenes Zimmer zu bekommen, was wirklich ein großes Privileg war, das nicht jeder von uns hatte. Die Gastfamilien verpflegten uns mit  Halbpension, das heißt Frühstück und Abendessen bekamen wir in den Gastfamilie, das Mittagessen haben wir uns selbst organisiert. In der Zeit des Praktikums kam ich so in den Genuss diverser typischer englischer Gerichte und Mahlzeiten, definitiv ein großer Pluspunkt.

Das Praktikum – rundum neue Erfahrungen

Das Praktikum selbst habe ich in einer Digitalagentur namens “Nameless” in der Innenstadt von Bristol absolviert . Dort durfte ich gemeinsam mit einem weiteren Austausch-Kollegen im Bereich Marketing und Neukundengewinnung die Datenbanken mit Kundendaten administrieren, Informationen zu Ansprechpartnern und Firmen einholen sowie Kommunikation auf den Social Media-Kanälen der Firma betreiben. 

Ich habe in den drei Wochen viele spannende Aufgaben rund um das Thema Marketing übernehmen dürfen und damit viel über einen Themenbereich gelernt, in dem ich bisher nicht selber tätig gewesen bin. Auch der Austausch mit den dortigen Kollegen, die teilweise selbst Praktikanten aus anderen europäischen Ländern waren, war für mich eine ganz neue Erfahrung. Ich habe unheimlich viele Eindrücke davon bekommen, was die Menschen dort beschäftigt, wo ihre Ziele liegen und wie sie mit bestimmten Situationen umgehen.

Ich konnte mich mit allen Kollegen sehr gut unterhalten und habe viel über sie  und ihre beruflichen Erfahrungen mitnehmen können. So war der Austausch definitiv eine tolle Gelegenheit für mich, neue Kontakte in der ganzen Welt zu knüpfen. Ich habe viele Ähnlichkeiten in Themen wie Arbeitsmoral und Ehrgeiz entdeckt. Auch die Offenheit und das Vertrauen, das mir die Kolleg*innen entgegen gebracht haben, haben mich sehr beeindruckt. Mir ist aufgefallen, dass die Engländer auf der Arbeit viel über private Dinge reden und das Thema Work-Life-Balance ein wichtiger Punkt in der Agentur war. So gab es jeden Freitag für alle Interessierten Yogastunden, gefolgt von einem mehrstündigen Mittagessen, zu dem die beiden Chefs einluden. 

Was ich allerdings angesichts der aktuellen politischen Lage nicht erwartet hatte: Politik ist kein Straßenthema. So habe ich zum Thema Brexit  abgesehen von den Nachrichten nur recht wenig mitbekommen. Mein Gastvater erklärte mir, dass viele ihre politische Meinung als etwas sehr Privates empfinden und deswegen nicht öffentlich darüber reden. Auch andere Dinge des täglichen Lebens haben mich überrascht, bspw. die Graffitis an den Wänden, für die Bristol bekannt ist und die berühmten Graffitis des Künstlers Banksy, der aus der Gegend von Bristol kommen soll. 

Mein Fazit

Um diesen Trip zusammenzufassen: Die Möglichkeit während der Ausbildung ins Ausland zu gehen, hat für mich nur positive Aspekte mit sich gebracht. Ich habe Erfahrungen gesammelt, die mich für mein Berufsleben geprägt haben und die sich sicherlich positiv auf viele Fähigkeiten und Soft Skills ausgewirkt haben.

Ich habe einen Eindruck bekommen, wie es ist in einem anderen Land zu arbeiten und zu leben, wie andere Firmen in der Digitalbranche arbeiten und worauf der Fokus liegt. Mir war es möglich aus meiner eigenen „Komfortzone“ herauskommen und mich selbst organisieren. Ich habe festgestellt, dass es ein unglaublich schönes Erlebnis ist in einem anderen Land, mit anderen Menschen und unter anderen Gegebenheiten  zu arbeiten aber dass dies gleichzeitig auch nur in einem zeitlich begrenzten Zeitraum ein erstrebenswertes Ziel für mich ist. Abschließend kann ich sagen, dass es jedem nur empfehlen ist diesen Schritt in ein Abenteuer zu wagen. 

Checkliste für deinen Auslandsaufenthalt:

  • Bist du bereit Erfahrungen in einem anderen Land zu sammeln, dich auf die dortige Kultur und die Menschen einzulassen, die eigene Komfortzone hinter dir zu lassen und etwas neues Kennenzulernen? 
  • Hast du mit deinem Arbeitgeber eine Regelung zur Arbeitszeit abgeklärt?
  • Hast du dir eine Checkliste für Koffer und Handgepäck angelegt und sie beim Kofferpacken beachtet?
  • Hast du den Anreise- und Abreisetag geplant?
  • Hast du schon daran gedacht, genug Fotospeicher frei zu machen?

Lennart Beck

Auszubildender bei comspace GmbH & Co. KG
#Auszubildender #Fachinformatik #arbeitenbeicomspace
Lennart Beck

Letzte Artikel von Lennart Beck (Alle anzeigen)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Dieses Formular speichert Deinen Namen, Deine E-Mail-Adresse sowie den Inhalt, damit wir die Kommentare auf unserer Seite auswerten und anzeigen können. Weitere Informationen findest Du in unserer Datenschutzerklärung.