Blogparade „Feedback“: Wie, womit, was bringt’s?

Mitarbeitergespräch, Performance Review, Elternsprechtag: Feedback erreicht uns in Organisationen in unterschiedlichster Form. Feedback ist für uns persönlich und das Arbeiten im Team unheimlich wichtig. Bei einigen Jobs ist Feedback zum Beispiel fester und wichtiger Bestandteil eines notwendigen Fehlermanagements, z.B. durch Meldesysteme wie das “Aviation Safety Reporting System” in der Luftfahrt oder im Debriefing nach Militäreinsätzen. In anderen Branchen ist Feedback eher Ausdruck eines Dienstleitungsverhältnisses, z.B. bei Zufriedenheitsabfragen in der Gastronomie oder im Supermarkt. Hinzu kommt personenbezogenes Feedback, sozusagen on-the-job, z.B. im Rahmen von Mitarbeitergesprächen oder anderen Feedbackformaten. Eine ganze Bandbreite eben, die man unter der Überschrift “Feedback” betrachten kann.

Ein so vielfältiges Thema verdient eine BlogparadeDie Idee dafür ist bei einem Twitter-Austausch über toolbasiertes Instant-Feedback entstanden. In kurzer Zeit waren einige Meinungen und Perspektiven auf das Thema zusammen gekommen, denen (und gerne vielen weiteren) wir hiermit eine Plattform bieten möchten.

Im letzten Jahr habe ich mich bereits an anderer Stelle dem Thema Feedback gewidmet und mich auch für eine Presseanfrage (ich verrate noch nicht, welche ;)) wieder damit beschäftigt. Der Ausgangstweet von Inga Höltmann und die damit einhergehende Diskussion rannten daher bei mir sozusagen offene Türen ein.

Deswegen möchten wir spontan eine Blogparade zum Thema Feedback ins Leben rufen. Die Idee ist, einen ganz allgemeinen Blick auf Feedback zu bekommen (also nicht nur toolgestütztes Feedback im Wissensarbeitskontext) und uns gemeinsam die Fragen zu stellen, was gutes Feedback überhaupt ist, wann und in welcher Form es sinnvoll ist und wann vielleicht nicht.

Darum geht es

  • Was zeichnet “gutes” Feedback aus?
  • Wie viel oder wie oft braucht man Feedback?
  • Wie ist ein guter Feedbackprozess gestaltet?
  • Wie können Feedback-Tools unterstützen? Wo sind ihre Grenzen?
  • Was ist überhaupt eine “gute Feedbackkultur”?
  • Welche Zielsetzung wird verfolgt? Möchte sich jemand bewusst verändern/verbessern oder möchte das Unternehmen, dass sich jemand verändert?
  • Wie kann z.B. Feedback in der Lehre (Schule, Hochschule) aussehen?
  • Wie setzt ihr Feedback um? Wie geht es euch damit?

So könnt Ihr Euch beteiligen

  • Wir würden uns über Beiträge zu den aufgeführten Fragen und auch solchen, die wir nicht gestellt haben, freuen.
  • Die Blogparade läuft bis zum 28.02.2018.
  • Verwendet bitte den Hashtag #Feedbackparade zur Kennzeichnung eures Beitrags in den sozialen Netzwerken.
  • Eine kurze einleitende Erklärung für Eure Leser zu dieser Blogparade ist empfehlenswert.
  • Verlinkt euren Beitrag hier in den Kommentaren.
  • Wenn ihr keinen eigenen (Unternehmens-)Blog betreibt, könnt Ihr Euren Beitrag gerne hier komplett in die Kommentare posten.
  • Alle bis zum 28.02.2018 eingereichten Beiträge werden wir in einem PDF sammeln und hier zum kostenlosen Download anbieten. Wir hoffen damit einen guten Überblick aus verschiedenen Perspektiven zum Thema “Feedback” zusammen zu stellen.

Wir freuen uns auf den Austausch und Eure Beiträge!

Über Sarah Biendarra

Ist im Bereich People & Culture für Employer Branding, Recruiting und Weiterbildung zuständig.
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Kommentare

  1. meint

    Bei oose, wird ein, wie ich finde, sehr interessanter Feedback-Ansatz praktiziert – Ziel ist es, in möglichst kurzen Intervallen oder bei passender Gelegenheit Feedback zu geben oder dieses aktiv einzuholen. Dazu vereinbart jeder Mitarbeiter von sich aus im nächsten halben Jahr das persönliche Feedback von z.B. 5 gemeinsam festgelegten Kollegen einzuholen. Das Feedback wird immer unter 4 Augen gegeben. Auf Veranstaltungen, bei denen sich alle Mitarbeiter an einem Ort treffen, gibt es sogenannte „Feedback-Märkte“, eine Chance gebündelt Feedback einzuholen, auch von Kollegen die man selten persönlich trifft.

    (Aufgeschnappt 2015 beim Seminar „Kommunikation und Moderation“ bei OOSE in Hamburg von unserer Trainerin Tina Busch)

    • Sarah Biendarra meint

      Danke für deinen Einblick, Stephan.
      Dein Blogartikel über das erwähnte Seminar ist insgesamt sehr interessant. Dürfen wir den in Gänze in die Feedbackparade aufnehmen?
      Gibt es bei Qudosoft eine bestimmte Feedbackmethode, ein Feedbacktool o.ä., mit der ihr gute Erfahrungen gemacht habt?

      • meint

        Hallo Sarah, ihr könnt gerne den referenzierten Blogpost in die Feedbackparade aufnehmen. Zum Thema Feedback bei der Qudosoft kommt auf jeden Fall noch was. Das Grundgerüst habe ich schon zusammen. Jetzt muss ich nur noch die Zeit finden, das Ganze auszuformulieren. Das ist nicht immer ganz so einfach, wenn man als Dev-Team das Sprint-Ziel erreichen will :-)

        • meint

          Lieber Stefan,
          da will ich Deinem Artikel über Feedback gleich Feedback geben:
          er gefällt mir total gut. Die Vielfalt der Möglichkeiten, wie Feedback gegeben werden kann öffnet meinen Horizont). Und Deine kleinen Bilder dazu machen die unterschiedlichen Arten von Feedback schnell anschaulich. Ich verstehe es sofort , ohne mich ausführlich mit dem Text befassen zu müssen.
          Danke.
          Ich gehe gerade schwanger mit einem eigenen Artikel und wollte mich inspirieren lassen. Mal schauen, ob mir noch was einfällt.
          Andrea

  2. meint

    Hallo! Ich habe gerade auf meinem Blog zu dem Thema Feedback: „Wie, womit, was bringt’s?“ einen Beitrag veröffentlicht! Wäre schön, wenn der ein oder andere mal vorbeischauen würde. Liebe Grüße,
    Lea

  3. meint

    Da habe ich mich von den vielen Blogbeiträgen inspirieren lassen und in meinen Erinnerungen gekramt und teile in meinem Beitrag meine persönliche Erfahrungen zum Thema Feedback und auch noch ein paar allgemeine Gedanken.
    Mein Blogbeitrag möge gefallen, informieren und inspirieren.

  4. meint

    Frage nicht wie, frage wofür!
    Im Januar 2018 rief Sarah Biendarra auf blog.comspace.de zur #Feedbackparade auf unter der Überschrift: Feedback: Wie? Womit? Was bringt’s? Hier folgt mein Beitrag, mit dem ich die Fragenreihe erweitere um das “Wofür?” eines produktiven Feedbacks.
    “Und wie sieht´s bei Euch im Unternehmen aus mit Feedback?” Daniel, mein Gesprächspartner an der Saftbar, grinst. “Wir haben jetzt September, das nächste Feedback gibt´s im Dezember: Jahres-End-Gespräch. Das reicht dann wieder für eine Weile.” Worum geht´s im Dezember? Um die Zahlen, Daten Fakten des vergangenen Jahres und um die wohlverdienten Incentives. Diese entschädigen für ein etwas besonderes Gesprächsritual. Der Chef übt sich in “Wasserfall-Kommunikation” und fragt nach seinem Monolog kurz “…Und in der Familie, alles klar?”, danach gibt´s zum closing joke einen festen Händedruck und schon ist es überstanden.
    So weit, so frustrierend. Jetzt könnte man zu den 6, 8 oder gar 10 besten “Regeln für Feedback” greifen. Vielleicht wäre Daniels Chef dafür aufgeschlossen. Oft greift die Frage nach dem “wie” und ihre Antwort (Tools, Tipps und Tricks)in komplexen Situationen zu kurz. Dann braucht es ein klares “wofür?”. Mit anderen Worten, welchen Sinn macht hier ein Feedback?

    caterpillar_7JT-_E.jpg by unsplash
    Mir hilft der Weg `back to the roots`. Bereits in den 1940er Jahren taucht Feedback auf in der Arbeit des Sozialpsychologen Kurt Lewin. Seine Lerngruppen mit Sozialarbeitern begannen spontan zum Ende ihrer Workshops eigene Beobachtungen zu teilen. Der Austausch von Rückmeldungen beschleunigte die Lernprozesse und belebte die Kooperation in der Gruppe. Seit das Feedback in den 70er Jahren auch bei uns populär wurde, erhalten viele Gesprächsanlässe dieses Etikett. Die Supervisorin Mechthild Erpenbeck nennt das Feedback “ein wahres Prachtexemplar auf dem Krabbeltisch für Bedeutungs-Dumping”(2017).
    Ist also überall, wo Feedback draufsteht, auch Feedback drin? Im Falle von Daniels Jahres-End-Gespräch gilt wohl eher: Kann lediglich Spuren von Feedback enthalten. Damit ist es schlicht ein Jahres-End-Zielerreichungs-Gespräch, nicht mehr und nicht weniger.
    Ich fragte Daniel: Was ist für Dich Feedback, das diesen Namen verdient? Von wem bekommst Du es? Wofür brauchst Du es? Daniel ist da ganz klar: “Lassen wir mal den Chef außen vor. Ich möchte Feedback am Liebsten direkt nach z.B. einer Moderation, von einer Kollegin/Kollegen meines Vertrauens, der ich auch mal eine Rückmeldung gebe. Daraus entwickle ich Ideen, wie ich Dinge anders angehen kann. Wenn wir so miteinander reden, bringt es uns auch als Team weiter”. Daniels Feedback ist gegenseitig, persönlich, erbeten und direkt . Sein “wofür” bringt er auf einen einfachen Nenner: Es geht um Weiterentwicklung für ihn und das Team. Lässig an der Saftbar lehnend, fällt ihm augenzwinkernd ein, wie das Konzept auf die Beine kommt. “Wenn wir in die Zusammenarbeit soviel hineinstecken wie in cooperation-tools und die Wartung unserer Drucker, wird es funktionieren.” Wer seine Prinzipien so klar hat, findet im Team-Alltag leichter zum einem überzeugenden “wie”, den zieldienlichen Praktiken.
    Mein Fazit nach diesem Abend an der Saftbar:
    Feedback ist für die Kommunikation im Team nicht alles. Aber eine hoch entwickelte Rückmelde-Kultur kann zum Epizentrum produktiver Kooperation werden.
    Literatur:
    Mechthild Erpenbeck: Wirksam werden im Kontakt. Die systemische Haltung im Coaching. Heidelberg 2017.
    Ben Furman, Tapani Ahola: Twin Star-Lösungen vom anderen Stern. Teamentwicklung fürmehr Erfolg und Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Heidelberg, 4. Auflage 2014.

    Jutta Biehl-Herzfeld
    Systemische Coach. Ich schreibe auf Medium.com über Fragen, die mich als System. Coach/Organisationsentwicklerin beschäftigen, bis zum Start meines blogs auf http://www.herzfeld-coaching.de.

  5. meint

    Gestern habe ich meinen Beitrag zur #feedbackparade hier gepostet. Vielen Dank für die Veröffentlichung! Es war mir ein willkommener Anlass zur Selbstreflexion eines der zentralen Themen in Kooperation. ich freue ich schon, die anderen Artikel nach und nach zu lesen.

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