Corona, Kind(er) und Home Office? Tief durchatmen!

Hallo!

Und falls du es heute noch nicht gehört hast: du machst das super!
Ja, ich meine dich.

Dein Kind durfte gestern 8 Folgen Peppa Wutz schauen, statt der üblichen zwei? Ihr habt kein Puzzle zusammen gemacht und Memory hängt dir zum Hals raus? 

Ist schon okay. 

Das eine Kind weint, weil es sich nicht mit den Freund*innen treffen kann, das andere hat die Matheaufgaben durch die Küche geworfen, statt sie zu bearbeiten? 

Immerhin hat es sie nicht zerrissen. 

Die Kleinkinder durften mit dem letzten Paket Mehl Matscheteig machen, dessen Spuren du immer noch nicht vollständig beseitigt hast? 

Ich bleibe dabei: du machst das super!

Szenen, die wir alle aus dem normalen Elternalltag mehr oder weniger kennen

Weniges läuft perfekt, vieles ist improvisiert, oft gibt es Reibereien und Kraftproben.  Die Interessen der Familienmitglieder an einen runden Tisch zu bringen scheitert oft – manchmal schon daran, dass der jüngste Teilnehmer des Familienrats das Tischbein annuckelt und seine Interessen zwar sehr laut vertritt, aber niemand weiß, was gerade das Problem mit dem blauen Becher ist (er wollte doch unbedingt blau?).

Abseits davon ist der normale Alltag natürlich auch oft fröhlich, voller Schwung, Kreativität und Abenteuer. Wenn allerdings viele Verpflichtungen und Interessen zusammen kommen, dann kann das schon mal etwas zu wild und auch ganz schön nervenzehrend werden. Dazu noch die besondere Situation sozialer Einschränkungen und Home Office, es sind schon Thriller mit weniger Plot ausgekommen. 

Jetzt ist gerade eigentlich nichts normal 

Und trotzdem sehen wir uns konfrontiert mit einer extradicken Portion dieses Elternalltags. Bei den meisten von uns weit mehr als sonst. Auch und vor allem mit dem unbequemen Teil. 

Unterricht zu Haus? 

Ich nenne es lieber weiter Hausaufgabenzeit. Für mich ist Unterricht in Grundschule und weiterführender Schule unter anderem Interaktion zwischen Lehrenden und Schüler*innen, didaktisch ausgefeilte Anleitung, Methodenvielfalt, Klassengemeinschaft und so vieles mehr. 

Menschen werden bei uns gut ausgebildet, um diesen Job zu machen. Die Kinder dabei anleiten wollen, ähnliche Erfahrungen auch “einfach so” zu Haus zu machen, kann Eltern ganz schön viel abverlangen. 

Egal, ob du mit seitenlangen Lernempfehlungen von Lehrenden, Lernplattformen und Apps kämpfst, oder mit Funkstille von Seiten der Schule und dem Gefühl allein gelassen zu werden –  die meisten von uns sind eben keine Lehrer und erst recht sind wir nicht die Institution Schule und wir können auch keine Klassengemeinschaft imitieren. 

Lernen, Erfahrungen machen, uns gemeinsam weiterentwickeln, das können wir auch, aber anders. Wir sind keine Klasse, wir sind eine Familie. Wir sind unterschiedlich und gemeinsam. Unsere derzeitigen Aufgaben sind unterschiedlich und gemeinsam.

Wir können eine gemeinsame Erfahrung von Zusammenhalt, Kompromissen und Rücksichtnahme machen. Und wir können Unperfektheit und Chaos gemeinsam aushalten und daran wachsen und viel lernen, was nicht auf DINA4-Seiten passt.

Chaos aushalten?

Das muss auch unsere Unternehmung gerade. Wir bei comspace kennen Mobile Office, aber noch nicht in diesem Umfang. Manches kann gewohnte Bahnen nehmen, vieles muss improvisiert werden. Neue Ideen und Aktivitäten entstehen, alte müssen pausieren. 

Auch Kolleg*innen müssen Chaos aushalten. Meinen abgelenkten Blick nach hinten im Videocall, weil das Kind sich auf den Hund setzt und ich abwäge, ob ich dazwischen gehen muss, bevor einer den anderen beißt. Wir müssen mit der unterschiedlichen Erreichbarkeit und auch mal Nicht-Erreichbarkeit am anderen Ende der Leitung umgehen. Mit einer Gefühlspalette von Angst, über Unsicherheit hin zur auch positiven Aufregung, die Neues immer mit sich bringt.

Was hilft, ist Gelassenheit

Ich möchte mir nicht zu viel abverlangen, den Kindern noch weniger. Und damit meine ich nicht das Mantra der “erzieherischen Gelassenheit”, bei dessen Betrachtung wir ein schlechtes Gewissen bekommen, weil wir die Kinder in mehr als Zimmerlautstärke gefragt haben, ob es denn hackt, weil sie aus den kostbaren Schulmaterialien Flieger gefaltet haben. Sondern:

  • Gelassenheit mit mir selbst, meinen Aufgaben, meinen Rollen. 
  • Gelassenheit mit den Ansprüchen an das, was Bildung von Kindergartenkindern, Schulkindern und Jugendlichen in diesen Wochen bedeutet. 
  • Gelassenheit gegenüber Medienkonsum, Bettgehzeiten, Unordnung und Widerstand. 

Und du? Du machst das richtig gut. 

Du gibst ganz sicher dein Bestes und alte Maßstäbe gelten in dieser verrückten Zeit nicht mehr. Du versuchst zwischen der umgeworfenen Müslischale, der Sachaufgabe mit den 6 Äpfeln und den 7 Fußballspielern, der Endlosschleife Bibi und Tina oder dem gefluchten “Verzieh dich, Creeper!” aus der Richtung der PS4, noch deine Aufgaben zu bewältigen. Und nicht nur bewältigen willst du sie, du willst sie so gut machen wie immer. 

Während ich diese Zeilen schreibe, habe ich nur mit einem halben Ohr auf meine Tochter gehört und der melodisch geflötete Satz “Ich esse Haribo zum Frühstück!” drang erst an mein Ohr, als sie den Mund schon voll hatte. So what? Gibt es eben später was Gesundes.

Was es auch später gibt, sind ganz praktische Survival Tipps von mir für dich und meine Kolleg*innen bei comspace, wie du die Zeit mit Kindern zu Haus von Baby bis Teenager vielleicht ein wenig besser überstehst (kleiner Teaser). 

Aber für heute reicht uns erstmal: 

Wir machen das super!

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