Entfache Community Engagement in Unternehmen

Nicht für jeden bedeutet Community und damit auch Community Engagement das Gleiche – wie ich vor kurzem feststellen durfte. Wie selbstverständlich rede ich von meiner Community, wenn ich an meine Kollegen denke… Aber sind wir wirklich eine Community?

Community bedeutet “Etwas gemeinsam zu haben” – aber reicht es da schon aus den gleichen Arbeitgeber zu haben? Die allermeisten würden da wahrscheinlich so ihre Zweifel haben – zu Recht. Es braucht nämlich einiges mehr um sich zugehörig zu einer Gruppe oder einer Community zu fühlen. Was brauche ich also um mich zugehörig zu einer Community zu fühlen – und wenn ich es noch nicht tue, wie kann ich das ändern?

Unternehmen als Community

Das wird relativ schnell deutlich, wenn wir uns anschauen, was genau denn eine Community überhaupt ausmacht:

Darstellung, dass Interessen, Ziele und Wertvorstellungen zum Community Engagement gehören

Das Teilen gemeinsamer Interessen, Ziele und Wertvorstellungen führt schließlich automatisch dazu, dass wir zielgerichtet an einem Strang ziehen. Und dass das, das ist was jedes Unternehmen sich wünscht – dass alle Anstrengungen auf ein gemeinsames Ziel gerichtet werden. 

Es gibt außerdem ganze Studien dazu, die aufzeigen, wie kostspielig es für Unternehmen werden kann, wenn die Mitarbeiter sich dem Unternehmen, in unserem Jargon der Community, nicht zugehörig fühlen. Das Zugehörigkeitsgefühl ist schließlich ein zentrales, evolutionär bedingtes, menschliches Grundbedürfnis. Überleben ging besser – und geht auch heute noch besser – gemeinsam. 

Mitarbeiter, die sich ihrem Unternehmen wirklich verbunden fühlen, zeigen zudem automatisch höheres Engagement. Die Folge von mangelndem Community-Gefühl führt entsprechend zum sogenannten “disengagement”. Laut dieser Gallup-Studie zu Employee Engagement ist bei hohem disengagement mit deutlich höheren Abwesenheits-, Unfall- und Fehlerraten zu rechnen. Deshalb lautet ihre klare Empfehlung an Unternehmen außerdem “engagement central to your business strategy” zu machen. 

Wertvoll wird die Community auch dann, wenn sich ein gewisses Level an Vertrauen etabliert. Die Harvard Business Review hat dazu einen spannenden Artikel zum Thema The Neuroscience of Trust veröffentlicht. Quintessenz daraus ist, dass “Employees in high-trust organizations are more productive, have more energy at work, collaborate better with their colleagues, and stay with their employers longer”.

Fazit ist also: Ja, wir sollten als Unternehmen bewusst in den Aufbau von Beziehungen, in den Aufbau einer Community investieren. In Unternehmen, wo Kollegen Interesse füreinander zeigen, ist die Arbeit der Teams einfach qualitativ besser. Das bestätigt auch diese Google Studie.

Win-Win: Was jeder Einzelne davon hat, sich zu engagieren

Es wird sicherlich Mitarbeiter geben, die das ganze Thema Community Engagement erstmal etwas skeptisch stimmen lässt. Sich über seine eigentlichen Aufgaben hinweg zu engagieren ist nicht für jeden natürlich. Sofern das Engagement aber auf eine für jeden individuelle Art und Weise ermöglicht wird, kann das enorme Chancen für jeden einzelnen Kollegen bergen. Uns allen ist bewusst, dass es wir uns alle mehr oder weniger stark in unseren Persönlichkeiten und Charakterzügen unterscheiden.

Unternehmen sollten aber nicht nur den extrovertierten, bereits sehr engagierten Mitarbeitern die Chance bieten sich in die Community mit einzubringen – sondern entsprechende Angebote für die verschiedenen Mitarbeiter schaffen, sich entsprechend ihrer eigenen Stärken und Vorstellungen in die Community einzubringen. Ganz nach dem Motto “Stärken weiter stärken”. Denn das ist es, was sowohl für den Mitarbeiter selbst motivierend wirkt und was somit am Ende einen positiven Effekt auf die Produktivität eines Mitarbeiters hat. 

Sprich: Wenn ich die Möglichkeit habe mich so einzubringen wie es sich für mich richtig anfühlt, dann fühle ich mich wohl und ich setze viel mehr von meinem Potential frei! Ein Investment in „wholepersongrowth“ also.

Wie schafft ein Unternehmen jetzt aber all diese individuellen Angebote für die Mitarbeiter? Verschiedene Konzepte unterscheiden da schließlich zwischen manchmal bis zu 16 verschiedenen Persönlichkeitstypen. 

Community Engagement – das Fundament

Das Fundament für eine engagte Community ist tatsächlich vielschichtig. 

Drei Schichten von Community - wofür, Vertrauen und der Raum sich einzubringen.

Bevor ein Unternehmen aber überhaupt damit starten kann Angebote und Strukturen für die Community zu schaffen – gilt es es sich erstmal darüber klar zu werden: Wofür machen wir das überhaupt? Nur wenn der Unternehmensleitung genau das bewusst ist, ist es überhaupt möglich diesen auch weiter an die Mitarbeiter zu kommunizieren. Dass genau dieser Aspekt enorm wichtig ist, haben wir auch in unserer #taleeremote Session zum Thema Community Engagement (a)synchron gesehen. In den Diskussionen wurde immer wieder deutlich: Wir wollen das Wofür kennen! Ohne ein Wofür investiert wohl niemand freiwillig seine Ressourcen.

Einen kurzen Überblick über die Gründe für Communities und Engagement in Communities habe ich euch ja schon sowohl aus Sicht des Unternehmens als auch der Mitarbeiter gegeben – das kann schon mal als Anregung dienen. Die Gründe können aber tatsächlich noch viel umfangreicher sein!

Im 2. Stock des Fundaments ist es ganz entscheidend, dass uns das Unternehmen das Vertrauen entgegnet. Vertrauen darin, dass es in Ordnung ist bzw. noch besser, dass es gewünscht ist, dass wir uns über unsere eigentlichen Rollen hinweg mit einbringen. Die Unternehmensleitung muss an dieser Stelle also sozusagen erstmal in Vorleistung gehen und seinen Mitarbeitenden einen Vertrauensvorschuss geben. Es muss in Ordnung sein, eben genau das zu tun. Das Fundament muss also von oben erstmal errichtet werden. Die Unternehmensleitung muss seine Mitarbeiter also zum Engagement enablen. 

Im dritten Schritt geht es dann ganz konkret darum dem Engagement und der Community einen Ort zu geben, wo sie nun wirklich miteinander in Kontakt treten dürfen. Je nach Größe des Unternehmens kann das ganz unterschiedlich aussehen. Von einem Pausenraum bis hin zu einer digitalen Plattform wie talee, wo der Austausch stattfinden kann – ist der Spielraum für die Umsetzung recht groß. In der aktuellen Zeit, wo viele von uns von Zuhause aus arbeiten und die Tendenz auch zukünftig steigen wird, bietet sich der Einsatz eines digitalen Tools natürlich an. Das Fundament ist errichtet – und jetzt?

Community Engagement – ganz praktisch

Im Zentrum von Community Engagement stehen dann vor allem das “Sichtbar-Sein” und das “In-Kontakt-treten”. 

Darstellung wie Community Engagement praktisch aussehen kann: Durch das "In Kontakt treten" und "Sichtbar sein"

So kann Community Engagement dann ganz praktisch aussehen:

  • Gebt uns doch einfach einen Channel!

Es ist wirklich so einfach wie es klingt. Die Kollegen brauchen einfach nur einen Ort, an dem sie sich, ihre Ideen und Talente überhaupt zeigen können. Lasst eure Kollegen ihre Stories erzählen in Blogs, einer Morning Show oder in unserem comspace-eigenen Space42-Interview-Format. 

  • Fragt: Was willst du uns beibringen?

Es gilt nämlich “Everyone is a teacher”. Findet heraus was jemanden ausmacht, welche Expertise jemand einbringen kann. Dabei ist es ganz egal ob diese Expertisen fachlicher oder außerfachlicher Natur sind. Hierbei geht es einfach um “Social Learning”. Meine Kollegin Tanja zum Beispiel kennt sich total gut aus mit Social Media und hat sich dadurch inzwischen zu einer echten Personal Brand bei uns im Unternehmen etabliert. Einfach, weil sie es sowieso kann! 

  • Events von Kollegen für Kollegen

Das ist ja tatsächlich unser Spezialgebiet bei talee. Besonders die persönlichen Begegnungen sind es nämlich die uns schnell Vertrauen zueinander aufbauen lassen. Wir haben dafür eine Reihe an Eventformaten entwickelt – lasst euch hier in unserem Blog dazu inspirieren:

https://blog.talee.de/eventideen-social-distancing/

Außerdem beschäftigen wir uns gerade viel mit der Thematik wie wir auch asynchron gemeinsam was erleben können. Dazu haben wir kleine Challenges ausgerufen. Wie unsere Schritte-Challenge. Dieser moderate “Challenge-Stress” führt tatsächlich nämlich dazu, dass wir uns stärker auf unsere gemeinsamen Ziele fokussieren und unsere sozialen Verbindungen weiter stärken! 

Das funktioniert wie ihr seht auch einfach über Spaß-/Sport- und Freizeitevents – aber der Effekt überträgt sich dann natürlich auch auf den beruflichen Kontext. 

Findet die Gemeinsamkeiten, lebt sie und schätzt sie!

Ein tolles Beispiel hierzu ist IGNITE – die Unternehmenswerte der Marsh University. Ignite steht für Intouch, Genuine, Nimble, Inclusive, Trusted, Engaged. Jetzt kennen wir es wahrscheinlich alle, dass wir von ganz vielen tollen Werten lesen und uns auch eigentlich irgendwie vornehmen nach ihnen zu leben. Am Ende gehen sie dann aber doch wieder im Tagesgeschäft unter. 

Screenshot von der Plattform "Ignite"
Quelle: https://simply-communicate.com/5-ways-to-drive-engagement-by-letting-your-employees-tell-their-own-stories/

Damit die Werte dann aber auch wirklich im Arbeitsalltag gelebt werden und andere die Möglichkeit haben die Kollegen für ihre Aktivitäten wertzuschätzen, hat die MU eine grandiose Funktion entwickelt, die genau das ermöglicht. Die Kollegen können sich dort nämlich gegenseitig dafür feiern, wenn sie im Einklang mit den Unternehmenswerten gehandelt haben. Ganz nach dem Motto “Recognize Excellence”.

Und so erleben wir Community Engagement bei uns

Das hohe Engagement unserer Community bei comspace hat sich auch jetzt wieder in der Krise gezeigt. Es war einfach beeindruckend zu sehen wie so unglaublich viele Kollegen zusammen ihre Ideen brainstormen und wie daraus echt kreative und innovative Angebote entstehen, die uns in dieser Krise wirklich total weiterbingen Die Bereitschaft die Extra-Meile für das Unternehmen zu gehen ist definitiv da!

Gerade jetzt gilt, vor allem für Unternehmen, in denen das Vertrauen in die Kollegen und zum Unternehmen noch nicht so stark entwickelt ist, mehr denn je, in seine Community zu investieren und Engagement von jedem Einzelnen zu ermöglichen.

Ich persönlich glaube, dass eine funktionierende Community bzw. eine gute Unternehmenskultur ganze Unternehmen retten kann. 

Deshalb auch nochmal am Ende eines meiner Lieblingszitate von Peter Drucker “Culture eats strategy for breakfast”.

Hier noch weitere Leseempfehlungen:

Simone Kinnius

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