Von der Kultur des Scheiterns und wie daraus ein Geschäftsmodell entsteht

Dieser Blogbeitrag ist nach der 1. Crash Night OWL entstanden und entspricht in zusammengefasster Form inhaltlich meinem Beitrag, den ich im Rahmen der Praxisinputs halten durfte.

Stellt euch vor, dass ihr ständig neue Inseln entdeckt und nicht wisst, ob es dort genug zu essen gibt, ob da bereits Menschen leben und wie tief das Gewässer ist. Herzlich Willkommen in unserer digitalen Welt. Denn jeden Tag entsteht in unserer Branche irgendwo etwas Neues, wir setzen eine neue Technologie ein oder probieren unbekannte Formen der Zusammenarbeit aus. Dabei treffen wir jeden Tag auf andere Menschen. Sie arbeiten auf bereits besiedelten Unternehmensinseln, kommen aus verschieden Regionen und haben vielleicht schon gelernt mit anderen Inseln Handel zu treiben.

Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben. – Alexander von Humboldt

Dabei besteht jeden Tag das Risiko einen Fehler zu machen und jeden Tag machen wir Fehler. Manche bemerken wir sofort, andere bei einem späteren Release oder bei einer Retrospektive. Wir haben erst gelernt mit diesen Fehlern zu leben, haben sie dann als normal empfunden und sehen sie inzwischen als wichtig an, weil sie uns zeigen, dass wir uns weiterentwickeln. 

Auch wir haben die bekannten Fehler gemacht. Wer kennt nicht den Klassiker. Der beste Entwickler wird zum Vorgesetzten. Am Ende stellt man fest, dass man einen guten Entwickler weniger hat und einen schlechten Vorgesetzten mehr.

Ein weiteres Beispiel aus unserer comspace-Welt sind Niederlassungen. Egal wo, egal mit welchen Ideen oder mit welchen Konzepten. Jedes Mal sind wir gescheitert. Mal früher und mal später, aber das Ergebnis ist identisch. Wir sind dann doch wie ein Entdeckerschiff. Die neuen Orte finden wir reizvoll, aber ständig den weiten Weg dorthin zu fahren, wollen wir auch nicht auf uns nehmen und die Zusammenarbeit gestaltet sich dadurch dann doch schwieriger als erwartet.

Auf die eigenen Stärken vertrauen ist ein drittes Beispiel in dem wir gescheitert sind. In kritischen Wachstumsphasen haben wir oft überlegt wie wir den nächsten Schritt schaffen. Externe Hilfe schien notwendig zu sein. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten war nicht genug ausgeprägt. Das externe Risiko wurde nicht gesehen. Das Scheitern war letztendlich vorprogrammiert. Diesen Fehler haben wir einmal gemacht und nach Jahren mit viel Geld korrigieren dürfen.

Inzwischen sind die vielen Erfahrungen zu einem festen Bestandteil unserer Unternehmenskultur geworden. Man spricht, analysiert, korrigiert den Fehler. Das Team wächst dabei schrittweise immer mehr zusammen. Ein unerwarteter Nebeneffekt. Aber auch bei Fehlern gilt … nie den selben Fehler zweimal machen, denn dann haben wir nichts daraus gelernt.

Entstanden ist daraus inzwischen eine Kultur des Ausprobierens. Einfach mal machen. Business Modell Canvas statt Business Plan. MVP statt Projektplan mit vorgegebenen Meilensteinen für die kommenden zwei Jahre. Eine Kultur, aus der inzwischen verschiedene Dienstleistungen entstanden sind. Unternehmen fragen uns an, ob wir sie bei dem nächsten Digitalisierungsprojekt unterstützen können: ein digitales Geschäftsmodell entwickeln, einen Workshop begleiten, der Leitungsebene zeigen, dass man Unternehmen auch mal wie ein Software-Unternehmen denken sollte. Neben den passenden Methoden und Werkzeugen haben wir auch noch viele authentische Geschichten dabei. Das macht aus einem steifen Change Workshop ein sehr interessanten und lehrreichen Tag mit Ergebnissen, die man nicht auf 100 Powerpoint-Folien erklären muss, sondern mit denen man sofort starten kann.

Fazit:
Mein Fazit zur Veranstaltung fällt wirklich kurz aus: Man sollte nicht den Fehler machen die nächste Veranstaltung zu verpassen 😉

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Andreas Kämmer

Geschäftsführer bei comspace
Geschäftsführer und Co-Gründer von comspace. Schreibt natürlich gerne über Digitales, über Organisationen und wie die Menschen dort gut miteinander arbeiten können.
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