Hard New Work: Replik an Sachar Klein

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Hey Sachar,

ich schreibe Dir, weil Du vor ein paar Tagen einen Gastbeitrag in der w&v veröffentlicht hast. Und weil ich mich darüber geärgert habe. Ich kenne Dich als cleveren Kommunikator und als sympathischen Podcast-Host und diesen Text – so gut geschrieben er auch sein mag – finde ich oberflächlich und kurzsichtig. Deine 3 Gründe, warum New Work nicht in der Agenturlandschaft funktioniert, stützen Deine These nicht – sie arbeiten sogar gegen Dich.

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Peer-Feedback, Open Space und Culture Hacking – Drei konkrete Tipps für mehr New Work #HowToNewWork

Manchen Einladungen muss man einfach nachkommen. So wie der zur neuen Blogparade #HowToNewWork, initiiert von der hkp//group, unterstützt von vielen, die sich in diesem Bereich engagieren, neu- und querdenken. Da bin ich gerne dabei und nehme mir direkt vor, dem Credo “ganz konkrete Tipps liefern” zu folgen. Deswegen ohne Vorgeschwafel – aber mit einem kurzen einleitenden Zitat – direkt zu meinen drei handfesten Tipps für mehr New Work:

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Unser Weiterbildungskompendium zum Thema "agile Transformation"

Mein persönlicher Untertitel zu diesem Blogpost lautet: “That’s why I love Twitter”.
Und das kam so:

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intrinsify.me-Meetup in Bielefeld

intrinsify meetup bielefeld

intrinsify meetup bielefeldLasst uns über Arbeit reden”, so könnte man dem Abend bei uns nachträglich ein Motto verpassen, wenn man denn möchte. Auch ohne Motto kamen wir gut aus und hatten viele interessante Gespräche beim intrinsify.me Meetup. Da wir Glück mit dem Wetter hatten, konnte unser Innenhof (den wir kürzlich in einer gemeinschaftlichen Anstrengung halbwegs auf Vordermann gebracht hatten – auch das ist in unseren Augen ein Teil von NewWork) als Session-Arena herhalten.
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New Work Experience 2017 – Unser Rückblick in Text & Tweets

Wir (Sarah J. & Sarah B.) waren auf der New Work Experience 2017 in Berlin. Hier haben wir ein paar ausgesuchte Highlights, Tweets und Gedanken zur Veranstaltung zusammen gestellt.

Die Gewinner des NewWork Awards und Photo-Highlights gibt es übrigens auf der offiziellen Seite als Rückblick zu sehen.

Mittlerweile gibt es auch einige weitere Teilnehmer-Rückblicke:

New Culture or New Pain or New Nothing!

Gewohnt drastisch und provokant, rüttelte Thomas Sattelberger in seiner Eröffnungsrede den Saal wach. Wir sollten Transformation nicht als Technologie, sondern als Kultur- und Führungsthema begreifen. Und ja, New Work ist nicht der Obstkorb, sondern Teilhabe. [BTW: Sind denn der Massageservice, die Servicekräfte, die einem die Türen aufhalten oder die Photobooth vor dem Eingang der NWX17  „New Work“?]

Den ganzen Vortrag zur Eröffnung sowie weitere Paneldiskussionen der New Work Experience gibt es auf YouTube.

Wir sind Chef: Verteilte Führung ist nicht einfach aber notwendig

Wir leben in einer Sharing Economy. Wir teilen Katzenvideos, Appartements und Taxis. Nur Leadership scheint für viele immer noch unteilbar. (Hermann Arnold)

Oder auch: Die Session zum Buch über das Führungsmodell bei Haufe Umantis.

  • Demokratie ist nicht führungslos. Netzwerk und Hierarchie in Kombination.
  • Keine Frage von Regeln und Prozessen allein, Frage der Kombination
  • Reine Selbstorganisation führt erst zu Euphorie, dann zu Chaos
  • Organisation dreht auf hohen Touren im Leerlauf
  • Veränderungen: Anfangen bei sich selbst, dann weitermachen im Team
  • Lead or Follow – jeder entscheidet selbst, welche Rolle er/sie in welcher Situation einnimmt
  • Neue Führungskräfte sind Schnittstellen
  • Gemeinsame Strategie einmal jährlich mit allen überprüfen
  • Gut Führen geht nur, wenn man vorher Folgen gelernt hat
  • Vertrauen statt Informationen: Wenn mir keine Informationen vorliegen, erst einmal vertrauen statt blockieren → Auch Folgen will gelernt sein.

Brauchen wir noch Alphatiere in den Führungsetagen?

Menschlichkeit darf nicht instrumentalisiert werden. Die Wirtschaft muss dem Menschen dienen, nicht umgekehrt. (Bodo Janssen)

Paneldiskussion mit Holger Stanislawski (Fussballtrainer), Carsten Stawitzki (Bundeswehr), Bodo Janssen (Hotelkette Upstalsboom).

  • Erfolg macht nicht glücklich, aber Glück macht erfolgreich
  • Führungskräfte: Veränderung immer zuerst bei sich selbst anfangen
  • Menschlichkeit darf nicht inventarisiert werden
  • Führen kann nur, wer sich selbst reflektiert
  • Anpassung aufbrechen, Normen schränken ein
  • Zielkollision – Wandel ist nicht möglich, wenn Gewinn im Vordergrund steht

Das Highlight: New Work – Manifest für das 21. Jahrhundert

Das Beste zum Schluss: Nach über einer halben Stunde Verlängerung und einer versprochenen Fortsetzung der Diskussion zu einem späteren Zeitpunkt gab es Standing Ovations für Frithjof Bergmann den 87-jährigen Philosophen und Begründer von New Work. Feingeistig, unterhaltsam und charmant hat er die Geschichte der New Work Entstehung erzählt und war während des ganzen Tages der einzige, der seine Redezeit ausdrücklich überziehen durfte.

Was soll das alles? Wie New Work entstand

  • 70er Jahre, Automatisierung der Automobilindustrie in Flint (Michigan) führte zu Massenarbeitslosigkeit.
  • Gründung des ersten Center for New Work. “New Work” als Ergänzung zur Job-Arbeit und Alternative zur Massenarbeitslosigkeit gedacht.
  • Idee: 6 Monate Fabrik, 6 Monate Arbeit die man „wirklich, wirklich will“.
  • Center sollen Menschen dabei unterstützen herauszufinden, was sie wirklich wollen, um damit Geld zu verdienen. Wurde teilweise als naive Idee angesehen. „Wie soll ich das nach 20 Jahren Fließbandarbeit wissen?!“
  • Viele Menschen seien „arm an Begierde“, d.h. sie wissen nicht, was sie wirklich wollen. Die Kapazitäten, etwas zu wollen, werden bei vielen Menschen (z.B. durch die Erziehung) kaputt gemacht.
  • Wichtig sei, etwas zu tun, das einen Sinn macht (“makes a difference“).
  • Die meisten Menschen können ohne Hilfe nicht herausfinden, was sie wirklich wollen. Dafür braucht es weltweit viele Center of New Work. Die Leute nicht nur irgendwie beschäftigen, sondern sie lebenslang dabei begleiten herauszufinden, was sie wirklich wollen.

Thema verfehlt?

Deutliche Kritik kam von Prof. Bergmann an den Inhalten der NWX: Die hier gezeigten Ansätze würden „die Job-Arbeit mit Mini-Ansätzen verwirken“. Sie seien also quasi ein Make-Up für die Job-Arbeit, keine Neuerung.

Grund zum Feiern

Entgegen der allgemein eher bedrohlichen Stimmung (Roboter nehmen dir den Job weg! Disruption! Wer sich der Transformation nicht stellt, wird untergehen!), ist die Automatisierung für Bergmann eine positive Entwicklung, denn sie gibt den Menschen Raum für New Work, also die erfüllende, sinnhafte Arbeit. Ziel sollte es sein, die Menschen zu stärken und darin zu bestärken, dem nachzugehen, was sie wirklich wollen.

 

Better next Time

Unsere Verbesserungsideen fürs nächste Mal:

  • Ein Kritikpunkt kam bereits vor der Veranstaltung und machte z.B. auf Twitter seine Runden: Die Veranstaltungskosten. Geboten hat die nwx17 viel Show & Shine zu hohen Preisen und so bewegte sich die Veranstaltung bereits vor Beginn für manche zwischen “Spiritualität, elitärem Scheiss und dringender Notwendigkeit”. Auch im nächsten Jahr geht es repräsentativ weiter: Die NWX18 wird in der Elbphilharmonie stattfinden. Die Tickets werden aktuell zum Early Bird Preis für 399,-. Euro verkauft. Dieser Hochglanz muss aus unserer Sicht nicht sein, denn das Thema New Work ist an sich interessant und wichtig genug. Wir verzichten gerne auf Schminkservice und Vitra-Sofas zugunsten einer vielfältigen, bodenständigen Veranstaltung.
  • Das Detailprogramm auf der Website und im Programmheft benutzerfreundlicher gestalten (Farben, Usability).
  • Raumplanung: Manche Sessionräume waren zu klein für begehrte Themen. Beim Vortrag von Niels Pfläging ließ sich z.B. nicht mal mehr die Tür von außen öffnen. Hier wäre evt. eine Vorabanfrage an die TN hilfreich.
  • Catering, das auch für vegetarische und vegane Besucher etwas mehr Auswahl bietet.
  • Bitte keine zwanghafte Coolness (2-Mann-Rapband als Intro für Gäste, Keine-Krawatten-Zwang) Wenn New Work ist, was man wirklich, wirklich will, dann sollte man auch Krawatte tragen dürfen.

 

Was wir über New Work mitgenommen haben

  • Müssen wir unser Verständnis oder das Konzept von New Work überdenken? Machen wir nur Feintuning an der Job-Arbeit? Oder sollten wir revolutionärer sein? Menschen begleiten auf dem Weg zur sinnhaften Arbeit. Wie ist das im Rahmen eines Unternehmens möglich?
  • Neu ist nicht unbedingt gut, alt ist nicht unbedingt schlecht, ebenso wenig wie anders herum. Neu ist nicht nur Netzwerk und alt nicht nur Hierarchie. Vielleicht lieber mehr auf „Gutes Arbeiten“ konzentrieren als auf „Neues Arbeiten“.

 

Hüpfen, Liegen, Wedeln: Warum comspace in Bewegung ist

Sport bei comspaceSteife Schultern, angespannte Mienen, wippende Knie: Wer lange vor dem Rechner sitzt, der kennt das. Das Leben und Arbeiten im Büro fordert von uns Tribut, wenn wir nicht aufpassen. Wir müssen nicht mehr jagend und sammelnd über die Steppe huschen wie unsere Vorfahren. Wir leben nicht mehr am kalorischen Limit und haben nur noch den ästhetischen Bedarf für straffe Muskeln. Wir haben das evolutionäre Spiel gewonnen. Und was haben wir davon?

Bürokrankheiten.

Nicht mit uns. Dreimal in der Woche versammeln sich bei comspace nach der Mittagspause alle, die Lust und Zeit haben, in einem leeren Raum und folgen hüpfend, streckend, dehnend den Anweisungen von Mike.

Mike ist Entwickler und hat in einem früheren Leben mal Physiotherapeut gelernt. Irgendwann 2015 kam ihm die Idee, sein spezielles Skillset der Allgemeinheit anzubieten und den Alltag für 20 Minuten zu unterbrechen. Mike macht „comspace in Bewegung“, genau wie alle seine Teilnehmer, freiwillig. Die wöchentlichen Gesundheitstermine kommen aus eigenem Antrieb und nicht „von oben“ bestellt.

“Als das Thema “Feel Good Management” bei uns aufkam, wollte ich das Thema mit meiner Vorbildung als Physiotherapeut unterstützen. Mit kleinen Impulsen kann man viel erreichen. ‘comspace in Bewegung’ ist eine gute Sache, aber das Schönste ist das Erlebnis selbst. Es kommen Leute aus allen Abteilungen zusammen, lachen und machen Scherze bei den Übungen. Das macht einfach Spaß,” grinst Mike.

Für mich als brandneuen Mitarbeiter war „comspace in Bewegung“ ein Highlight unter vielen bemerkenswerten Dingen, die comspace anders macht.
Warum ich mitmache?

  • Weil es Spaß macht.
  • Weil es eine willkommene Unterbrechung des Arbeitstages ist.
  • Weil ich mal kurz den Kopf frei und Muskeln angespannt bekomme.
  • Weil ich einmal kurz den Kreislauf ankurbeln und danach frischer weiterarbeiten kann.
  • Weil ich mich dabei und danach gut fühle und es dennoch einfach ist.
  • Und natürlich weil es gut für mich ist.

Natürlich kann jeder Büroarbeiter unabhängig von seiner Arbeitsstelle etwas für sich selbst tun:

  • Auf seine Ernährung achten,
  • sich in seiner Freizeit ausreichend bewegen und
  • ausreichend schlafen

wären schon mal gute Schritte in die richtige Richtung. Aber über die persönliche Verantwortung hinweg gibt es auch viele gute Gründe dafür, dass „comspace in Bewegung“ für uns Mitarbeiter keine Freizeit ist, sondern freiwilliger Teil der Arbeit.

Im Leitbild von comspace stehen (unter anderem) die Worte „Miteinander“ und „Verantwortung“ und dementsprechend sind wir miteinander verantwortlich für unser aller und natürlich insbesondere unser eigenes Wohlergehen. Die Allgemeinheit ist für uns nicht die Zahl aller Arbeitnehmer, sondern auch der Arbeitgeber ist Teil der Allgemeinheit.

„comspace in Bewegung“ ist ein kleines Instrument, das einigen von uns Mitarbeitern hilft, unseren Job gut zu erledigen, selbstorganisiert und selbstmotiviert. Wir heben die Stimmung bei uns und in unserer Umgebung – zumindest fühlt es sich so an 😉
comspace Geschäftsführer Andreas Kämmer sieht das ähnlich:

Mitarbeiter sind keine Ressource wie ein Bleistift. Wir alle streben nach Glück und Wohlbefinden. Wenn wir gemeinsam einen Arbeitsplatz schaffen, wo wir nah an dieses Ziel kommen, dann ist das großartig. Ich glaube, dass es insbesondere kleine Angebote wie comspace in Bewegung sind, die uns da weiterbringen.“

Wie ist das bei Euch da draußen? Welche Kleinigkeiten werden bei Euch hochgeschätzt und gefördert? Welche nicht und hätten es verdient?