Warum die Begeisterung für’s Programmieren mehr zählt als das Informatik-Studium

Lebenslauf vs. Anschreiben

…und ich deshalb lieber Anschreiben als Lebensläufe lese.
Vor einigen Monaten wurde die Diskussion um Pro und Contra von Bewerbungsanschreiben in meine Twitter-Timeline gespült. Im Blog von Mr. Arbeitgebermarketing Henner Knabenreich ging es z.B. um die Frage ”Stellenanzeige oder Anschreiben: Was stirbt zuerst?” Es geht bei der Frage, ob man Bewerber_innen das Formulieren eines Anschreibens zumuten möchte, auch um den Wunsch nach einer guten Candidate Experience, ist klar. Ein gutes Anschreiben zu formulieren kostet Zeit und die ist oft knapp bemessen.

Warum das Bewerbungsanschreiben nicht tot, sondern nur zu oft falsch eingesetzt wird (z.B. als ausformulierte Wiedergabe des Lebenslaufs), hat auch schon Stefan Scheller vor fast einem Jahr im Persoblogger gut zusammengefasst.
Für mich ist diese Diskussion in der letzten Zeit zu einem guten Beispiel für den sich verändernden Fachkräfte- und Recruiting-Markt geworden. Worauf müssen sich HR-Bereiche einstellen, wenn sie qualifizierte Entwickler_innen, IT-Profis etc. finden möchten? Wie aussagekräftig können formale Stationen bei IT-Berufen sein? Woran erkennt man gute Entwickler_innen?
Meine Erfahrungen, Schlussfolgerungen und drei Recruiting-Tipps, möchte ich hier mit euch teilen:

MINT macht nicht automatisch digital

Auf Veranstaltungen oder bei Bewerbungsgesprächen treffe ich immer mal wieder auf Studierende, die sich einen Einstieg in die Digitalbranche vorstellen könnten, aber wenig bis keinerlei Bezug zur IT oder Web-Entwicklung haben – und das, obwohl sie in MINT-Studiengängen studieren. (Was das über die Praxisnähe unserer Studiengänge aussagt, kann gerne nochmal an anderer Stelle diskutiert werden.) Ein bestimmter fachlicher Studiengang ist also noch längst keine Garantie für die Affinität zur Digitalbranche.

 

“Richtig” Programmieren lernt man in der Freizeit

Bei unseren Vorstellungsgesprächen treffen wir immer mehr Bewerber_innen, die einen “untypischen” Lebenslauf haben (z.B. keinen informatikbezogenen Studiengang/Ausbildung, abgebrochenes MINT-Studium, abgebrochene Ausbildung, …) und die trotzdem großartige Entwickler_innen sind. Oder wie es ein Bewerber in unserem Kennenlerngespräch sagte:

Ich bin überzeugt, dass man Programmieren nicht in der Schule lernt.

…und auch nicht in der Uni”, möchte ich hinzufügen. Engagement beim Programmieren lernt man nicht in zwei Schul- oder Semesterwochenstunden. Ein Arzt lernt ja auch nicht (nur) im Medizinstudium, sondern durchs praktische Ausüben.

Ohne Frage: Studieren bildet

Natürlich ist ein Studium wertvoll und neben rein fachlichem Wissen erwirbt man in der Regel viele Kompetenzen (Selbstorganisation, eigenständiges Erarbeiten neuen Wissens, Fähigkeit zu analytischem Denken), die auch in der Web-Entwicklung und generell einem agilen Arbeitsumfeld voller Wissensarbeiter enorm wichtig sind. (Leseinspiration hierzu: Das ZEIT-Interview „Bildung beginnt mit Neugierde“ mit Philsoph und Schriftstellter Peter Bieri) Ich möchte hier also gar nicht das Studium an sich klein reden. Was mir aber in den letzten Jahren im Recruiting bei comspace immer wieder auffällt ist, dass ein MINT-Studium nicht automatisch gute Entwickler_innen hervor bringt.

Du möchtest (besser) programmieren lernen, weißt aber noch nicht genau wie oder wo?

Hier ein paar (überwiegend kostenlose) Probiertipps:

  • Learn to code! Kostenlose Online-Kurse gibt es bei codecademy
  • “The world’s best online courses” von Top-Unis gibt’s bei Coursera
  • IT-Stipendien und Code Competitions gibt’s bei den IT Talents
  • “Coden, proggn, Sachen machen” kannst du in der Hacker School
  • Ein Programmier-Studium gibt es neuerdings bei der Code University in Berlin

 

comspace ist ein bunter Haufen von Profis

Wer unser Blog verfolgt weiß, dass ich gerne auf unrepräsentative, aber aussagekräftige Eigenbeispiele zurückgreife, z.B. wenn es um gutes Arbeiten, Begeisterungsfähigkeit und Eigeninititative geht. Bei comspace sind wir vermutlich unser bester praktischer Beweis dafür, dass man nicht unbedingt ein abgeschlossenes MINT-Studium braucht, um gute Webanwendungen entwickeln zu können. Hier einige Beispiele, welchen formalen Background unsere Kolleg_innen in der Web-Entwicklung haben:

  • Informatik-Studienabbrecher, die “was praxisbezogeneres machen” wollten
  • Abgebrochenes Erststudium, dann mehrere Jahre Berufserfahrung + aktuell nebenberufliches Informatikstudium
  • Ausbildung zum Fachinformatiker (alle Azubis haben schon VOR Beginn ihrer Ausbildung privat gerne programmiert)
  • Erstausbildung Physiotherapeut + zweite Ausbildung zum Fachinformatiker
  • Ehemalige Mathe-, Jura- und Philosophiestudierende, die kurz vor dem Abschluss die Uni abgebrochen haben, weil sie ihre Leidenschaft für die Web-Entwicklung entdeckten
  • Ehemalige freiberufliche Web- oder Software-Entwickler
  • Mathe- und Informatik-Uniabsolventen
  • Abgeschlossene Chemielaborantenausbildung, jetzt Fachinformatiker-Ausbildung

Dass sie alle fachlich Expert_innen auf ihrem Gebiet sind, sich intensiv und selbständig weiterbilden, vernetzen und austauschen, liegt an ihrer Begeisterung fürs Programmieren. Wie könnte das ein einfacher Lebenslauf widerspiegeln?

Ergebnisse aus der Stack Overflow Entwicklerumfrage 2017

Bestätigung erhält unsere Selbsteinschätzung durch die letzte Stack Overflow Entwicklerumfrage, nach der 93% der Entwickler_innen ihre Fähigkeiten zumindest teilweise autodidaktisch (also unabhängig von einem Studium oder einer Ausbildung) erlernt haben. Dazu passt, dass drei Viertel der Befragten (77%) auch nach der Arbeit als Hobby programmieren und sich auf diesem Weg wertvolle Fähigkeiten und Wissen aneignen. Wie sieht es denn mit der Dauer der fachlichen Erfahrung aus? Bei vielen befragten Entwicklern übersteigt die kumulierte Zeit der Entwicklererfahrung sogar die Berufserfahrung. Die Macher der Studie folgern daraus, dass “Recruiter, die nur auf das Alter oder das Jahr des Uniabschlusses schauen, die Erfahrung eines Software-Entwicklers oft falsch einschätzen”.

#TeamAnschreiben

Wenn ich mich zwischen Lebenslauf und Anschreiben bei der Einschätzung einer Bewerbung entscheiden müsste, wäre ich nach all den oben genannten Argumenten im “Team Anschreiben”. Zeugnisse lese ich schon lange nicht mehr (Kennt jemand eine Studie über den Vergleich zwischen der Mathe-Abiturnote und dem späteren beruflichen Erfolg als Entwickler_in? Daran wäre ich sehr interessiert!). Gute Anschreiben dagegen finde ich ziemlich aussagekräftig. Und mit “gut” meine ich nicht, stilvoll bis ins Detail ausformuliert, sondern authentisch, informativ und individuell. Dass auch das manchmal schwierig zu bekommen ist, kann ich nicht abstreiten und Kristin Wallat hat es im Blog der Ministry Group treffend als “Risiko Indivdualität” beschrieben. Trotzdem bleibe ich optimistisch und glaube an das eigentlich Gute im MenschenAnschreiben. Deswegen, liebe Bewerber_innen: Nutzt das Anschreiben, um über den Lebenslauf hinaus zu gehen, eure Motivation und eure fachlichen Highlights deutlich zu machen.

Meine Ideen für mehr Erfolg im IT-Recruiting

  • Lest den CV als das, was er ist: Eine aufs Kürzeste reduzierte Timeline formaler Stationen – nicht weniger, aber auch nicht mehr.
  • Ermuntert eure Bewerber_innen zu einem gehaltvollen Anschreiben. Dafür müsst ihr wahrscheinlich in Vorleistung gehen: Die Texte auf euren Jobseiten sollten dem entsprechen, wie ihr später auch mit den Menschen im Unternehmen redet, also seid auch ihr authentisch, informativ und individuell. Wir haben z.B. seit einiger Zeit Leitfragen zur Orientierung bei der Bewerbung unter unseren Stellenangeboten.
  • Behaltet trotzdem die Candidate Experience im Blick. 😉
  • Seid offen für neue Recruiting-Wege, über die ihr Alternativen zum Anschreiben bietet und eure Zielgruppe wirklich kennenlernen könnt. Inspiration gibt’s z.B. im Frechmut-Blog von Jörg Buckmann oder zu unserer SMS-Recruiting-Aktion – bei der wir übrigens auch bewusst nicht nach Schulabschluss, sondern nach Programmiererfahrung, dem tollsten Projekt oder dem liebsten digitalen Tool gefragt haben.
  • Umdenken ist angesagt. Macht es wie Jeff Weiner, der CEO von LinkedIn. Sein neues Recruiting-Credo bringt es wunderbar auf den Punkt: ”Skills, not degrees”.

Nachtrag vom 24.07.2017

In der vergangenen Woche erschien ein passender Artikel zum gleichen Thema, aber mit anderer Perspektive auf das Bewerbungsanschreiben: „Die Recruitment-Leiterin von Henkel erklärt, warum sich Bewerber das Anschreiben sparen können.“ Der Betonung auf den persönlichen Kontakt kann ich absolut zustimmen, der (natürlich) immer aussagekräftiger ist als ein Anschreiben. Trotzdem würden sich für mich Anschreiben und Telefonkontakt nicht ausschließen.

Die Diskussion bleibt spannend, wie auch die Kommentare unter dem Tweet zeigen.
Was meint ihr: Wie hoch ist das Risiko, ohne Anschreiben wertvolle Kontextinfos zu privaten Interessen & Projekten, nicht-beruflicher Programmiererfahrung etc. außer Acht zu lassen? Wonach beurteilt ihr Bewerbungen? Was kann weggelassen werden?

Eigeninitiative und Spaß an der Arbeit – das brauchst du als Kolleg_in bei comspace

Bei comspace kann jede_r so sein, wie er oder sie ist. Neben all der Unterschiedlichkeit unserer Kolleg_innen habe ich mich gefragt, was uns trotzdem alle bei der Arbeit verbindet. Deswegen bin ich letzte Woche einfach mal durch alle Büros gelaufen und habe möglichst viele von denen gefragt, die es am besten wissen müssen – meine Kolleg_innen.

„Eigeninitiative und Spaß an der Arbeit – das brauchst du als Kolleg_in bei comspace“ weiterlesen

Peer-Feedback – Ein Selbstversuch

Heute möchte ich euch an meinen Erfahrungen mit der Methode “Peer-Feedback” teilhaben lassen. Die Idee ist mir zuerst im Podcast von Bastian Wilkat begegnet, dann ausführlicher im Buch “24 Work Hacks auf die wir gerne früher gekommen wären” von sipgate.

Dort wird das Peer-Feedback als Alternative zum jährlichen Mitarbeitergespräch vorgestellt, das in der letzten Zeit aufgrund der sich wandelnden Arbeitswelt mächtig in Verruf und unter Druck geraten ist. Armin Trost formuliert es in seinem Buch “Unter den Erwartungen”  als Versagen in der modernen Arbeitswelt, Niels Pfläging spricht in diesem Zusammenhang von “bizarren Mitarbeiterbeurteilungsritualen”.

Grundsätzlich ist Feedback aber wichtiger denn je: In Zeiten von selbstbestimmtem, agilem Arbeiten ist die zeitnahe Rückmeldung zur persönlichen Leistung eine wichtige Informationsquelle für die Kollegen_innen. Das betont auch Daniel Pötzsch in seinem Beitrag „Warum Feedback so wertvoll ist“ im IME-Blog. Spätestens seit der Diskussion um die Generationen Y und Z, die als Digital Natives permanente Kommunikation und Feedback gewöhnt sind, lässt sich die grundsätzliche Wichtigkeit von Feedbackgesprächen nur noch schwer ignorieren.

Brauchen wir ein neues Feedbackformat?

Auch bei comspace haben wir seit einiger Zeit keine festgelegten Mitarbeitergespräche mehr. Stattdessen hat jeder Kollege und jede Kollegin die Möglichkeit, nach Bedarf ein Feedbackgespräch mit der Führungskraft anzufragen. Das klappt zugegebenermaßen mal mehr und mal weniger gut. Zum einen fällt es nicht allen Kollegen leicht, aktiv ein Gespräch mit der Führungskraft einzufordern. Für unsere wenigen Führungskräfte ist es außerdem manchmal schwer, fachliches und detailliertes Feedback zu bestimmten Jobsituationen zu geben. Was also tun? Da wir bei comspace neue Ideen gerne einfach mal ausprobieren, habe ich mich kurzerhand selbst zum “Versuchskaninchen” erklärt und die Peer-Feedbackmethode getestet.

Unsere Idee im Überblick

  • Die Feedback-Anfrage nach Bedarf bleibt. Feedbackgeber ist aber nicht die Führungskraft (also bei comspace z.B. Teamleiter oder HeadOf), sondern eine individuell zusammengestellte Peergroup.
  • Ziel ist ein häufigerer und kontinuierlicher Feedbackprozess mit wechselnden anlassbezogenen Peergroups, die zeitnahes und fachliches – weil jobbezogenes Feedback – geben können.
  • Positive Nebeneffekte: mehr Eigenverantwortung und Selbstorganisation, gesteigerte (Selbst-)Reflexion und geförderte Kommunikation durch mehr Austausch unter den Kollegen. Durch positive Rückmeldungen werden (evt. sogar bisher unbewusste) Stärken aufgedeckt. Über die sogenannte Stärkenorientierung hat beispielsweise die Management-Beraterin Svenja Hofert eine ausführliche Blogparade veröffentlicht.

Der Ablauf

Organisation

Der Feedback-Nehmer kümmert sich selbst um die Organisation des eigenen Peer-Feedback-Termins. D.h. sie oder er wählt 3-5 Kolleg_innen aus, von denen Feedback gewünscht ist und verschickt an diese einen gemeinsamen Termin. Der Termin sollte ca. 2 Wochen vorher geplant werden und max. 1 Stunde dauern. Mit der Termineinladung wird um das Feedback gebeten und individuell erklärt, warum man gerade diese Personen einlädt. Auch erste Hinweise zum “richtigen” Feedback-Geben habe ich in der Einladung mitgeschickt, z.B. als Link zu diesem und diesem Artikel. Ich habe die Einladung in zwei Schritten verschickt: Erst als E-Mail zur Ankündigung des Termins und Erläuterung der Idee. Dann als Termineinladung im Kalender mit weiteren Infos zum Ablauf, den Leitfragen etc.

Vorbereitung

Die Feedback-Geber bereiten sich einzeln auf den Termin anhand der mitgeschickten drei Leitfragen vor.

  • Weiter so: Was kann [Name] gut? Was ist dank ihm oder ihr gut gelaufen?
  • Idee: Wo ist Entwicklungspotenzial?
  • Highlight: Was macht [Name] einzigartig / besonders toll?

Auch der Feedback-Nehmer bereitet sich vor, indem er sich Gedanken zum Ablauf und Notizen für die Moderation des Termins macht.

Das Gespräch

  • Positive Rahmenbedingungen schaffen: Einen freundlichen Raum wählen, ggf. für Getränke und Snacks sorgen. Ein Poster / FlipChart mit dem Ablauf und den Leitfragen aufhängen.
  • Der Termin kann vom Einladenden selbst moderiert werden. Alternativ könnte z.B. eine Kollegin aus dem HR-Bereich unterstützen. Hilfreich ist, die eigene Intention und den groben Ablauf am Anfang des Termins noch einmal vorzustellen und evtl. auf die Feedback-Regeln hinzuweisen.
  • Im Termin selbst sind wir (etwas abweichend vom sipgate-Buch) folgendermaßen vorgegangen: Jede_r macht sich vorab allein Gedanken zu den Leitfragen. Im Termin selbst gibt jeder der Reihe nach Feedback zum ersten der drei Punkte. Danach geben alle der Reihe nach Feedback zum zweiten Punkt usw.
  • Das Feedback ist ein Angebot bzw. eine Chance für den Feedbacknehmer sich weiterzuentwickeln, die eigenen Stärken auszubauen und an den Entwicklungsfeldern zu arbeiten. Daher soll der Feedbacknehmer im Termin selbst möglichst wenig kommentieren und schon gar nichts diskutieren. 😉 Es werden auch keine Inhalte dokumentiert oder weitergegeben.

Für den Test der neuen Feedback-Methode hatte ich bereits im Vorfeld zwei Runden geplant, um die Methode ausführlich testen zu können. Beide Runden waren letztendlich in einigen Punkten sehr unterschiedlich und auf ihre Art interessant und bereichernd.

Unsere Top-5 Erkenntnisse aus Runde 1:

  • Die Vorbereitungszeit von 2 Wochen zwischen dem Verschicken der Einladung und dem Stattfinden des Termins war ideal.
  • Die ausgewählten Leitfragen sind sehr allgemein und eignen sich für regelmäßige Feedbackrunden nur bedingt. Z.B. werden sich die Antworten auf die Frage nach den Stärken nicht innerhalb weniger Monate ändern. Deswegen könnte die Alternative sein, einen Fragenpool anzulegen, aus dem der Feedbacknehmer sich je nach Intention ein Set aus drei Fragen zusammenstellt. Weitere Leitfragen für das Peer-Feedback könnten sein:
    • Wie beschreibst du die Entwicklung von [Name] in den letzten Monaten (z.B. hilfreich für neue Mitarbeiter nach der Probezeit)?
    • Was hat [Name] im Projekt z besonders gut umgesetzt? Was ist dank ihr/ihm gut gelaufen?
    • Was hätte [Name] im Projekt Z anders/besser machen können?
  • Der Ablauf aus 3 Runden (je eine Runde pro Leitfrage) hat bei uns gut funktioniert. So wird das Feedback strukturiert und man kann sich geordnet Notizen machen.
  • Meine persönlichste Erkenntnis: Geballtes Feedback annehmen ist gar nicht so leicht! 😉 Auch sich zurückzunehmen, aktiv zuzuhören und Rückmeldungen nicht zu kommentieren muss geübt sein. Aus gutem Grund gibt es auch hierzu interessanten Lesestoff, z.B. im Kommunikations-Blog von Gaby Feile (“Feedback bekommen und damit umgehen – 8 Tipps”) oder etwas ausführlicher im Consulting-Blog von Elisabeth Krüger (“Feedback annehmen: So reagieren Sie kompetent auf Feedback”).
  • Geschätzter Zeitaufwand pro Teilnehmer: 1,5 Stunden (30 Minuten Vorbereitung + 1 Stunde für den eigentlichen Termin). Hilfreich wäre eine zusätzliche Info in der Einladungsmail über den zeitlichen “Invest” und das eigene Verständnis dafür, wenn es jemand auslastungsbedingt dieses Mal nicht schafft.

Die Top-3 Erkenntnisse aus Runde 2:

  • Nicht immer klappt es mit der gemeinsamen Terminfindung so gut wie in Runde 1. Je nachdem, wie die eingeladenen Kolleg_innen zeitlich eingespannt sind, kann der erste Terminversuch nicht immer klappen. In der zweiten Runde habe ich den Termin ein Mal verschoben und von den fünf eingeladenen Feedback-Gebern sind letztendlich zwei gekommen. Hier heißt es: Nicht nachtragend sein. Das tägliche Geschäft geht eben vor und manchmal klappt es einfach zeitlich nicht. Wenn die Absagen aber ein Dauerzustand werden, könnte dies ein wichtiges Signal dafür sein, dass die Methode (oder Teile davon) doch nicht das Richtige ist.
  • Unsere spontane Überlegung: Eventuell lässt sich die Peer-Feedback-Methode auch als Projekt-Feedback-Methode nutzen. Die Teilnehmer versammeln sich nach Abschluss eines Projektes, um anhand von drei Leitfragen (z.B. “Was war gut?”, “Was hätte besser sein können?” und “Was war besonders?”) über ein gemeinsam abgeschlossenes Projekt zu reflektieren. Im Prinzip hätte man damit schon einen Einstieg in eine Retrospektive, bei der man sich effektiverweise nicht nur mit dem rückwärtsgewandten Beschreiben, sondern auch mit dem Auswerten der Ergebnisse und der Entscheidung über Maßnahmen beschäftigen sollte (= höhere zeitlicher und moderationstechnischer Aufwand).
  • Idee zur Einführung der Feedback-Methode: Alle Kolleg_innen bekommen eine Übersicht zur Methode (Tipps zur Organisation, Ablauf & Leitfragen, Feedback-Regeln) im Postkartenformat. So hat man die wichtigsten Infos präsent und kann z.B. die Karte auch zur Orientierung mit ins Feedback-Gespräch nehmen.

Fazit zum Peer-Feedback

Eine gute Alternative oder zumindest Ergänzung zum alteingesessenen Mitarbeiterjahresgespräch. Die Methode ist nicht unbedingt einfacher, sie kostet ebenfalls Zeit für die Durchführung und Vorbereitung und fordert ein gewisses Maß an Professionalität bzw. Erfahrung im Umgang mit Feedback. Trotzdem: Arbeitsbezogenes Feedback von Kolleg_innen, die die eigene fachliche Leistung im Alltag am ehesten einschätzen können ist relevant und aktuell. Ausprobieren lohnt sich!

 

Hunde am Arbeitsplatz? Finden wir gut!

Und damit sind wir nicht allein. Ob Google Deutschland, die Hamburger Werbeagentur Jung von Matt, oder das Bielefelder Familienunternehmen Hunter, Spezialist für hochwertiges Zubehör für Hund und Katze: Den eigenen Hund mit zur Arbeit zu bringen ist hier ausdrücklich erwünscht. Die Neue Westfälische hat gestern einen spannenden Artikel dazu gebracht und dabei u.a. auch unsere Kollegin Anne Felkel und ihre Hündin „Ruby“ befragt.

Vielen Dank an den Verlag und NW-Redakteurin Jessica Weiser, dass wir den Beitrag Hunde am Arbeitsplatz hier veröffentlichen dürfen.

comspace Anne Felkel und Ruby
comspace Anne Felkel und Ruby, Foto: Daniel Blomeyer

Das R von HR. Warum wir bei comspace von Human Relations (statt Human Resources) sprechen.

Vor einiger Zeit bin ich über den Blogbeitrag „Das H von HR“ von Andrea Hartenfeller gestolpert. In diesem Artikel schreibt sie über das Menschliche der Personalarbeit in Zeiten der Digitalisierung.

Dass es Menschen „draußen“ gibt, die mit der Abkürzung HR überhaupt nichts anfangen können, wird gerne mal vergessen.

Andrea Hartenfeller

Wenn Frau Hartenfeller recht hat (und ich denke, dass das so ist), dann verdient der zweite Buchstabe von HR erst Recht eine eigene Erklärung.

Seit einiger Zeit wird die Abkürzung HR bereits von einigen Stellen kritisch hinterfragt und diskutiert, so z.B. vom Magazin „Human Resources Manager“ (wenn nicht diese Zeitschrift den Anstoss zu solch einer Diskussion liefern könnte, welche dann?). In seinem Aufruf zur Blogparade „Was hat HR mit der verdammten digitalen Transformation zu tun, verdammt nochmal?!“ zieht Chefredakteuer Jan C. Weilbacher eine Verbindung zwischen Arbeitskultur und Innovationsfähigkeit, Beziehung und Kreativität und endet mit folgendem Zitat:

Menschen werden kreativ, wenn sie beruflich so arbeiten dürfen, wie sie privat leben: eng verwoben, in freundschaftlichem Abstand, im ständigen Dialog, im freien Spiel der Ideen, ohne Angst vor Bestrafung durch eine höhere Instanz.

Christoph Keese in seinem Buch „Silicon Valley“

Unsere Inspiration zur Umdeutung von HR kam übrigens ebenfalls aus diesem Artikel. Die Personalabteilung von Continental rund um Ariane Reinhard hat es vorgemacht, indem sie “Personalmanagement als Beziehungsmanagement” definiert und sich selbst in Human Relations umbenannt hat. Ein Schritt, der uns auch bei comspace dazu inspiriert hat, unseren HR-Namen zu überdenken.

Für die Interviewreihe „Arbeitsvisionen2025“ von Guido Bosbach habe ich unsere Entscheidung Ende 2015 bereits kurz erklärt:

Ein konkretes Beispiel von comspace verdeutlicht, wie sich auch Sprache an neue Arbeitswelten anpassen kann und sollte: Die Abkürzung HR stand seit jeher für “Human Resources”, die Personalabteilung managte also den effizienten Einsatz von Humankapital. Wir haben uns dazu inspirieren lassen, HR neu zu interpretieren und zwar als “Human Relations”. Damit setzen wir den Fokus auf den Wert von Beziehungen zwischen Menschen und “ihrem” Unternehmen.

Für uns geht es also nicht darum, die „Ressource Mensch“ möglichst effektiv zu managen. Vielmehr sehen wir uns in der HR-Arbeit als Beziehungsgestalter. Bei. Start-Up Watchado sieht man das übrigens ähnlich: Die Frage, was Liebesbeziehungen und Candidate Experience miteinander zu tun haben, treibt den Gründer Ali Mahlodji bereits seit dem vergangen Jahr durch zahlreiche HR-Events. Hier sind einige Beispiele, wie wir bei comspace HR-Themen vom ersten Anbahnen bis hin zur langjährigen Arbeitsbeziehung aus der Beziehungsperspektive betrachten:

  • Employer Branding: Durch eine gemeinsam herausgearbeitete Arbeitgebermarke positionieren wir uns mit einem authentischen Beziehungsprofil auf dem Arbeitsmarkt.
  • PersonalArbeitgebermarketing: Über Social Media, HR-Beiträge in unserem comspace Blog und Recruiting-Aktionen (wie unsere crossmediale SMS-Aktion) versuchen wir, zu uns passende Menschen für eine Arbeitsbeziehung mit comspace zu gewinnen.
  • Vertragsgestaltung: Kleiner Schritt – große Wirkung. Wir haben unsere befristeten Verträge abgeschafft. Denn wir möchten keine Arbeitsbeziehungen mit definiertem Ende. Wer sich voll und ganz auf das Unternehmen comspace einlässt, soll auch unser Vertrauen bekommen – und das ohne vorgefertigtes Ablaufdatum.
  • Talent Management: In einer guten Beziehung entwickelt man sich gemeinsam weiter. So wie alle Mitarbeiter am Unternehmen comspace arbeiten (können, dürfen und sollen), so kann sich auch jede_r bei uns entsprechend seiner Interessen und Stärken entwickeln. HR begleitet deswegen interne Changeprozesse und individuelle Weiterentwicklung.
  • Retention Management: Um Mitarbeiter auch langfristig für eine Beziehung mit dem Unternehmen comspace zu begeistern konzentriert sich HR-Arbeit auch auf individuelle Bedürfnisse: Individuelle Arbeitszeitregelungen, flexible Arbeitsmodelle und Lebensphasenflexibilität sind für uns selbstverständlich.

Wie ist das bei Ihnen? Welchen Namen hat Ihre Abteilung rund um die Mitarbeiter_innen in Ihrem Unternehmen? Wie wirkt sich das auf das Menschen- und Tätigkeitsbild in diesem Bereich aus? Diskutieren Sie gerne mit – ich freue mich auf Ihre Kommentare!

Ein individuell designtes Fahrrad als Firmenfahrzeug

vernessung-rahmen-raddesign

Ein Fahrrad als Firmenfahrzeug? Das geht. Seit einigen Monaten bieten wir unseren Mitarbeiter_innen die Möglichkeit ein Fahrrad über JobRad zu leasen.

Uebergabe-Jobrad-bei-RadDesign

Der Vorteil: Leasingraten und Steuervorteile ermöglichen die Realisierung vieler Wünsche und die Kollegen bleiben fit. So kann sich Kollege oder Kollegin auch ein hochwertiges Rad leisten. Genau das hat unser Kollege Tilmann gemacht. Der Bielefelder Fahrrad Händler RadDesign hat ein individuell auf seinen Bedarf zugeschnittenes Rad gebaut.

Das “individuell gebaut” ist wörtlich zu nehmen: Dieses Fahrrad gibt es so nur einmal. Nach einer intensiven Beratung zu Einsatzzweck und Fahr-Vorlieben durch RadDesign Chefin Barbara America-Sieckmann hat sie Tilmann erst einmal auf den Fahrrad-Dummy gesetzt und gründlich vermessen. Auf Basis all dieser Daten errechnete RadDesign die Rahmengeometrie und Maße des Rahmens, der daraufhin beim Rahmenbauer in Spenge maßgenau in Handarbeit anfertigen.

“Und genau das macht das Fahrerlebnis aus.” Sagt Tilmann. “Ich habe das Gefühl, dass meine Kraft genau da ankommt wo ich sie brauche auf der Straße. Und ich ich fühle mich sehr sicher. Und bin gleichzeitig entspannt”

vernessung-rahmen-raddesign

Technologisches Highlight: Rohloff Getriebenabe Speedhub 500

Ich muss gestehen, dieses Teil hat mich mit am meisten beeindruckt. Auf den ersten Blick wirkt Tilmanns JobRad wie ein Singlespeed Bike, da vorne wie hinten nur ein einziges Kettenritzel verbaut sind. Der Trick sitzt in der Hinterrad-Nabe: Da drin haben die Ingenieure bei Rohloff in Kassel ein Getriebe mit 14 Gängen (wobei es sich anders als bei üblichen Kettenschaltung es sich um 14 echte Gänge handelt) untergebracht. Mit einem Wirkungsgrad von 95-99% läuft es genauso leicht wie eine Kettenschaltung. Sie brauchtdabei aber deutlich weniger Wartung. Rohloff schaltet irre schnell und sicher. Ein sich “verschalten” ist nicht schlimm, der passende Gang ist sofort über den Drehschalter wieder gefunden. Und Rohloff hält locker 100.000 Kilometer. Richtig gelesen: Bei Rohloff rechnen sie die Fahrrad-Laufleistungen in sechsstelligen Zahlen ;).

Rohloff 14 Gang Narbe

“Natürlich sind Schaltung und Rahmen ein bißchen das Herz des Fahrrads.” sagt Tilmann. “Aber was ich auch absolut wichtig finde sind die Bremsen. Gerade im Stadtverkehr, wo du blitzschnell reagieren mußt – ja leider auch auf den Autoverkehr.” Hier kommen Magura-Hylaudrik Bremsen zum Einsatz, die Bremskraft und Wartbarkeit ideal vereinen. “Für meine Geschwindigkeiten und den Allwetter-Einsatz genau die richtigen Bremsen und mit wenig Kraftaufwand gut zu dosieren.”

SON Fahrradbeleuchtung am Nabendynamo

Tilmann fährt quasi jeden Tag – immer. Dazu gehört die richtige Beleuchtung. “Mir kam es auf geringes Gewicht, geringen Widerstand und hohe Leistung an.” Tilmann sagt: “Mit dem Son Naben-Dynamo habe ich mich für Highend-Technik aus Deutschland entschieden.”

Der digitale Knaller: USB-Ladegerät am Fahrradlenker

Es wäre natürlich kein comspace JobRad, wenn nicht irgendwas digitales verbaut wäre 😉 Im Lenkerkopf hat Tilmann sich den USB-Ladeanschluss The Plug von Supernova verbauen lassen über den während der Fahrt Smartphone oder Fahrradnavi mit Rollenergie betreiben.

usb-lader-am-fahrradlenker

RadDesign in Bielefeld

Ich muss gestehen, dass ich an RadDesign schon zigmal vorbei, aber nie rein gegangen bin. Ein wenig unscheinbar liegt das Ladengeschäft des Handwerkbetriebs in der Wilhelmstraße 12 auf dem Weg zum Kesselbrink. Dabei handelt es sich hier um ein traditionsreiches Fahrrad-Geschäft in Bielefeld, das seit über 60 Jahren in der Nähe des Kesselbrinks existiert. Vermutlich hat mich der Begriff “Design” im Namen immer etwas fehlgeleitet. Ich dachte nämlich immer, dass das Geschäft eben für optisch besonders auffällig gestaltete Räder steht. Dabei kommen hier Leidenschaft, Erfahrung und Technik-Know-how fürs Radfahren zusammen und es entstehen schöne Räder auf höchstem Niveau.

Vom Zweirad-Mechatroniker, der regelmäßige Fahrrad-Reisen unternimmt bis zur Chefin, die einem als Handwerksmeisterin auch das kleinste Bauteil im Detail erklären kann. Denn das ist dem Team besonders wichtig: Gerade die kleinen und „unsichtbaren“ oder „unscheinbaren“ Dinge so hochwertig zu verbauen wie möglich:

  • Steuersätze
  • Innenlager
  • Schrauben
  • Unterlegscheiben
  • Speichen etc.

raddesign-liebe-zum-detail-speichen

Durch diese Liebe zum Detail wird ein Individualbaurad erst ein Fahrrad, das seinem Besitzer für lange Zeit Fahrspaß bereitet. Für die Vermittlung dieses Know-hows nehmen sich die Mitarbeiter bei Raddesign die nötige Zeit, um das optimale Endprodukt für den Kunden zusammen zu stellen. Das ist individuelle Qualität wie man sie sich als Kunde wünscht.

So weiß ich seit meinem Besuch bei der Rad-Übergabe bsw. wie Fahrradspeichen eingesetzt werden und wieviel physikalisches Fachwissen für diese Aufgabe bei bseonders hochwertigen Speichen notwendig ist! Durch die einseitige Krafteinwirkung, die auf der Kettenseite des Fahrrads höher ist, müssen auch die Speichen dort eine höhere Spannung haben als auf der anderen Rad-Seite.

Bielefeld die Fahrradbau-Stadt

Funfact zum Schluss: In den 1930er Jahren kam jedes fünfte in Deutschland produzierte Fahrrad aus Bielefeld! Ab 1886 widmete sich die hier entstehende Industrie neben der Textilproduktion auch dem Metall- und Maschinenbau und daraus entstand eine Fahrradindustrie, die bis heute über 15 Millionen Räder und Rahmen hergestellt hat. Wie sich die Entwicklung von der Nähmaschine zum Drahtesel vollzogen hat, wird in diesem Artikel zu Bielefeld als Fahrradstadt beim ADFC erklärt. Die wenigsten Menschen außerhalb der Region wissen vermutlich, dass selbst MIELE einmal Fahrräder produzierte.

Fazit

Unsere Jobrad-Kooperation ermöglicht unseren Mitarbeiter_innen beim Kauf eines Rades (nicht nur) für den täglichen Arbeitsweg etwas weiter oben ins Regal zu greifen. Das bedeutet: Sichere, gesündere, stabilere und natürlich auch schnellere 😉 Räder und damit sichere, gesündere und zufriedene Mitarbeiter_innen.

Und Tilmann? “Ohne Jobrad hätte ich sicher jetzt nicht ein so hochwertiges Rad mit so vielen Bauteilen “made in Germany” erworben. Raddesign war ein guter Rad(t)Geber. Und mein Rad vereint Alltagstauglichkeit mit Reisetauglichkeit. Und ich freue mich schon auf die nächste Radtour, denn es heißt zwar JobRad, aber natürlich darfst Du damit auch Sport machen oder Reisen.”

Zum Abschluss noch einmal ein paar Eindrücke des Rades in ganzer Schönheit 🙂

Alle folgenden Fotos (C) Raddesign

Tilmanns Jobrad (c) Raddesign
Tilmanns Jobrad (c) Raddesign
Tilmanns Jobrad  (c) Raddesign
Tilmanns Jobrad Kette (c) Raddesign
Tilmanns Jobrad Lenker (c) Raddesign
Tilmanns Jobrad Lenker (c) Raddesign

Bei uns ist jeder Tag “Bring den Hund ins Büro”-Tag

comspace Agenturhunde Leelo und Ruby
comspace Agenturhunde Leelo und Ruby
comspace-Agenturhunde Leelo und Ruby

Ende vergangener Woche stießen wir zufällig auf zwei Aktionstagen zum Thema Hund im Büro: am 25.6. fand der nationale “Hund-Kollege”-Tag des deutschen Tierschutzbundes und am 26.6. der internationale “Take your Dog to Work Day” statt. Aus diesem Anlass entstand spontan dieser kleine Beitrag, in dem wir Sie an unseren Erfahrungen mit unseren beiden Agentur-Hunden – Verzeihung, Agentur-Hündinnen natürlich;) –  Leelo und Ruby teilhaben lassen wollen.

Wie wir auf den Hund kamen

comspace-Agenturhund Ruby
comspace-Agenturhund Ruby

Unser erster Bürohund mit Namen Leelo hat sich vor rund 8 Monaten mehr oder weniger unauffällig in unser Agenturleben “eingeschlichen”;): Nachdem eine “inoffizielle” mündliche Umfrage der Hundebesitzer Wiebke und Michael unter den Kollegen auf keinen ernsthaften Widerstand traf, wurde das comspace-Büro zu Leelos Zweitwohnsitz. Unsere zweite Agenturhündin Ruby kam einige Wochen später hinzu – nicht ohne vorher bei einigen Besuchen getestet zu haben, ob sich die beiden Damen auch vertragen. Mit ihrem schwarzen Fell passt sie übrigens hervorragend zu unserem comspace-CD ;). Natürlich wurde im Vorfeld auch das Einverständnis der Geschäftsführung für die beiden neuen „Mitarbeiter“ eingeholt.

Zugegeben – bei dem einen oder anderen Kollegen trat durchaus Skepsis auf, ob die Tiere “bürotauglich “seien. Aber da sich beide Hunde als höchst verträglich und gut erzogen erwiesen haben und sie den Großteil des Arbeitstages still in ihrem Körbchen verbringen, wo sie gerne die eine oder andere Stunde verschlafen, haben sich die Vorbehalte schnell gelegt.

Büro-Hunde als Anti-Stressfaktor und weitere Vorteile

Inzwischen haben sich sowohl Hund als auch Mensch an das Zusammenleben bei uns im Büro gewöhnt und kommen bestens miteinander klar. Man könnte fast sagen: die Hunde haben sich zum Wohlfühlfaktor für die Kollegen entwickelt und tragen für den Einzelnen gerne mal zur Entschärfung von Stress-Situationen oder Anspannungen bei. Das fängt morgens an, wenn Ruby durch die Tür gefegt kommt, mit “quietschenden” Pfoten um die Ecke schliddert und erst einmal alle bereits anwesenden Kollegen schwanzwedelnd begrüßt. Im Laufe des Tages kommen immer wieder Kollegen ins “Hundebüro” und gönnen den Tieren jede Menge Streicheleinheiten und sich selbst entspannende Momente und positive Ablenkung.

Für den Arbeitnehmer liegen die Vorteile auf der Hand: er muss seinen Hund nicht stundenlang alleine zu Hause lassen und kann so entspannter arbeiten. Und obwohl unser Büro mitten in der Innenstadt liegt, gibt es in fußläufiger Reichweite genügend Auslaufmöglichkeiten für zum Gassi-Gehen.

Aber auch für Hunde gilt:

Regeln müssen sein

Es ist bei uns selbstverständlich, dass die Hundebesitzerinnen darauf achten, dass die Vierbeiner ihren Büroraum nicht alleine verlassen und auf eigene Faust im Bürogebäude auf Entdeckungstour gehen. Schließlich gibt es auch bei uns ein paar Kollegen, der allergisch auf Hundehaare reagieren. Erleichtert wird die Hundehaltung dadurch, dass beide Besitzerinnen zufällig im gleichen Büro sitzen. So konzentrieren sich Hundehaare und -geruch auf ein paar Quadratmeter.

Fazit:

Unsere Erfahrungen mit des Menschen bester Freund sind bisher durchweg positiv, sind unsere beiden Hunde doch schon so etwas wie Büro-Maskottchen geworden. Solange das Verhalten und die Erziehung der Tiere passt und sich kein Kollege durch deren Anwesenheit gestört oder gar eingeschränkt fühlt, spricht für uns nichts gegen Bürohunde. Auch das ist im weitesten Sinne Teil unserer Familienfreundlichkeit ;). Und manchmal helfen die Hunde sogar bei der Arbeit…

comspace-Agenturhund Leelo
comspace-Agenturhund Leelo

5 Thesen zum Feelgood Management

das-kannste-schon-so-machen

Das Thema neue Arbeitskultur und Feelgood Management boomt zurzeit. In den Medien wird es mal gelobt, mal belächelt, teilweise als “das gab’s doch schon immer” relativiert. Was dabei immer wieder zur Sprache kommt, ist die Frage – was bringt das, woran macht man den Erfolg fest, was sind relevante Feelgood-Faktoren? Hier mal ein paar ganz persönlich Beobachtungen und Erfahrungen dazu, was Feelgood Management kann:

1. Feelgood macht sichtbar, wie ein Unternehmen tickt.

Unsere Arbeitskultur setzt auf eine familiäre Atmosphäre, flache Hierarchien, eigenständiges Arbeiten, Freiräume und Flexibilität. All das wird durch Feelgood unterstützt. Aber: Was vorher nicht da war, wird einer alleine auch nicht herbei zaubern. Feelgood ist gelebte Unternehmenskultur, treibt Themen und Projekte, die den Kolleg_innen wichtig sind. Für mich der größte Pluspunkt: dass unsere Feelgood Managerin Sarah als Vertrauensperson für alles ansprechbar ist, was das Arbeits- (und manchmal auch das private) Leben besser macht. Oder eben vermittelt, wenn es nicht rund läuft. Quasi der BFF im Unternehmen, der ohne Wenn und Aber ein offenes Ohr für einen hat.

Wichtig dabei: Jeder kann, keiner muss. Feelgood lebt davon, dass die Kolleg_innen mitziehen, sich einbringen, Angebote nutzen und – mit Unterstützung des Feelgood Managements – selbst anschieben. Offenheit und Freiräume bieten heißt aber auch, sich die Freiheit zu nehmen nicht mitzumachen. Wer keine Lust auf gemeinsame Events hat, weiß dafür vielleicht zu schätzen, dass es einen konkreten und neutralen Ansprechpartner für andere Wünsche und Projekte gibt.

2. Feelgood ist ein Statement für Wertschätzung.

Optimale Rahmenbedingungen bieten und das für jeden und ganz individuell – das ist schwierig und auch nicht immer zu 100 % machbar. Aber dass mich jemand gezielt fragt: Was brauchst du, um dich hier wohl zu fühlen und einen guten Job zu machen? zeigt, dass hier jeder so sein kann, wie er ist und sich nicht verbiegen muss, bis er in irgendein Schema vom perfekten Mitarbeiter passt.

3. Feelgood macht es einfach, die Komfortzone zu verlassen.

Wer in dieser Weise Rückendeckung bekommt, traut sich auch was. Wenn man Pech hat, funktioniert Arbeit nach dem Prinzip “die Erde ist eine Scheibe”. Der Tanzbereich ist klar abgesteckt, wer sich über den Rand wagt, rutscht ab. Oder riskiert zumindest Fehler zu machen und wer weiß schon, wohin das führt. Ein Minimum an Struktur tut (mir zumindest) gut. Hat man aber einmal die grüne Wiese für sich entdeckt, tun sich ganz neue Optionen auf. Das kann extrem motivieren und Spaß machen. Und darum geht es ja schließlich beim Feelgood Management.

4. Eine gute Arbeitskultur verändert Einstellungen und Verhalten. Und Feelgood ist ein Teil davon.  

In anderen Jobs habe ich automatisch umgeschaltet zwischen hier Arbeit, d.h. “Arbeitsmodus”, und da Freizeit, wo ich in den “entspann dich”-Modus runterfahren kann. Arbeitsmodus hat für mich viel damit zu tun, dass ich darauf eingestellt bin Druck auszuhalten, (gegen) zu argumentieren, schnell Ergebnisse zu liefern, 120% zu geben. Stimmt das Arbeitsumfeld, kann ich auf einmal mehr aus dem Bauch heraus entscheiden und freier arbeiten. Das bedeutet nicht, dass hier alle Däumchen drehen und nur die Sachen tun, die ihnen ohne viel Anstrengung und einfach von der Hand gehen. Aber eine wertschätzende Atmosphäre ist unglaublich entspannend, macht den Kopf frei für Kreativität und Lust auf die 120 %.

5. Die Sache mit den Einhörnern

“Das Leben ist eben keine Blumenwiese” schrieb Die Welt in einem Artikel zum Thema “Warum die Generation Y so unglücklich ist” (der nebenbei bemerkt sehr lustig ist!). Auf meiner Blumenwiese haben keine Einhörner getanzt, aber: meine Erwartungshaltung nach der Uni war schon, endlich das echte Leben, alles richtig gemacht, da muss doch jetzt was kommen. Als Praktikantin im Historischen Museum habe ich einmal Zeitzeugen zu ihrem Arbeitsleben bei einem großen Bielefelder Unternehmen befragt. Das waren die klassischen Karrieren, bei denen drei Generationen und mehr ein Leben lang im gleichen Betrieb gearbeitet haben. “Wie eine Familie”, Sicherheit, Orientierung waren da die Schlagwörter. 

Meine erste “Betriebszugehörigkeit” (Kommentar aus meiner Familie zum ersten Gehalt: “Da verdient ja eine Putzfrau mehr?” “Egal! Das ist ein Job!”) endete spontan nach 6 Monaten, da ein Agenturbüro schließen musste. Das war schon ein bisschen schräg. Der Letzte machte das Licht aus, sprich die Volontärin und ich. Dann kam ganz viel harte Arbeit, dafür gab es viel Neues, tolle Kunden, Projekte und eingeschworene Teams zurück (Stress, positiver wie negativer, schweißt ja bekanntlich zusammen).

Jetzt bei comspace ist es so, als hat mir einer gesagt – wir haben hier eine grüne Wiese für dich. Wenn du dich traust, kannst du hier was hochziehen. Für die Einhörner musst du schon selber sorgen, aber wir helfen dir in den Sattel. Zugegeben, der Ostwestfale in mir ist skeptisch, aber: Schaun wir mal. Neuer Tanzbereich, neues Glück 🙂

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girls4IT – Mentoring für Mädchen in der IT-Branche

Leider kommt es noch nicht so häufig vor, dass Frauen den Beruf der Informatikerin ergreifen. Auch unsere Kollegin Anna hatte eigentlich andere Pläne. Hier erklärt sie, wie sie zu ihrem Beruf fand und mittlerweile als Mentorin für junge Mädchen in IT-Berufen zwischen 15 und 18 arbeitet:

tkG14JLrch3gBBczztkLxfXJjLSq6kdNWie viele junge Mädchen wollte ich eigentlich ins Design und dann Websites und andere digitale Medien gestalten. Durch die Tatsache, dass mein Vater von Beruf Elektriker und passionierter Hobby-Informatiker ist, habe ich auch einiges von seinem Interesse mitbekommen. So bekam ich zum Beispiel immer seine alten PCs und CDs aus Computer-Zeitschriften mit den neusten Programmen und gestaltete schon früh verschiedenste Medien am PC.

Was steckt hinter dem Mentoring-Programm girls4IT?

Das girls4IT Programm hilft Schülerinnen bei ihrer Berufswahl indem verschiedenste Berufe vorgestellt, IT Themen und Potentiale sichtbar gemacht und die Schülerinnen individuell betreut werden. Ich habe unabhängig davon, ob mein Arbeitgeber dieses Engagement unterstützen würde, sofort zugesagt, da ich selbst die Erfahrung machen musste, dass Frauen oft nicht ernst genommen werden und weibliche Vorbilder daher besonders wichtig sind.

Wie läuft das Mentoring ab?

Seit ein paar Monaten treffe ich mich alle paar Wochen mit meiner Mentee und stehe außerdem über einen privaten Blog und Kurznachrichten mit ihr in Kontakt.

In meinem Blog schreibe ich kurze, für IT-Neulinge verständliche Artikel, Tutorials und organisiere mich mit meiner Mentee. Für jeden der Artikel gibt es die Möglichkeit Feedback und Kommentare abzugeben. Interessiert sich meine Mentee für ein Thema, dann kann sie mir einfach eine Nachricht zukommen lassen und ich verfasse den nächsten Blog-Artikel darüber oder antworte ihr direkt.

Einige Fragen meiner Mentee  in letzter Zeit waren:

  • Was ist ein CMS?
  • Wie funktioniert die Cloud?
  • Was ist ein Website-Slider?

Während der Treffen (1-2 im Monat) reden wir dann noch einmal persönlich darüber und machen gemeinsam kleinere Übungen, wie zum Beispiel den Text in einer einfachen HTML-Seite umzugestalten.

Wie kamst Du eigentlich zur Medieninformatik und zum Mentoring?

Über den Tag der offenen Tür am b.i.b. in Paderborn kam ich nach dem Abi zum Eignungstest und schnitt dank meiner Vorkenntnisse aus Hobby und Abitur-Leistungskursen überdurchschnittlich gut in den Feldern Englisch, Informatik und Mathematik ab. Auf die Empfehlung einer Mitarbeiterin des b.i.b.s sah ich mir noch den Beruf der Medieninformatikerin mit Schwerpunkt Design an und die Entscheidung war klar: Mit der Aussicht auf ein anschließendes Studium im Ausland wollte ich Medieninformatikerin werden –  obwohl ich nie zuvor auch nur eine Zeile Code geschrieben hatte.

Im Oktober 2010 begann dann ohne jegliches Vorwissen die schulische Ausbildung am b.i.b. in Paderborn. Eingeschüchtert von dem Vorwissen der Mitschüler begann ich mit dem Lernen. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass auch alle anderen nur mit Wasser kochen: Die erste Klausur war eine glatte 1.

Das konnte ich bis zum Ende der Ausbildung fortsetzen und schaffte den Abschluss als Klassenbeste!

Die Ausbildung bestand zu 50% aus Design-lastigen Fächern und 50% Informatikfächern. So bekam ich während der Ausbildung zwar viele Einblicke, wollte mich jedoch gerne etwas mehr spezialisieren. Das konnte ich dann während eines sog. Top-Up-Studiums in England (Southampton). Hier studierte ich im Bereich „Software Engineering“. Meine Themenschwerpunkte waren nun also mehr technisch. Das Thema meiner Bachelor-Arbeit war die Entwicklung einer Stundenplan-App für das b.i.b.(Link zur App im Android Playstore).

BIB-Stundenplan-App-Screenshot

Aus diesem Grund hatte ich auch während des Studiums weiterhin viel Kontakt zum b.i.b.
Übrigens: In Bielefeld gibt es mit MINT ein ähnliches Projekt, das über Informatik hinaus noch weitere naturwissenschaftliche Fachgebiete abdeckt.

Nachdem ich dann mein Studium mit einem First Class Degree (Bachelor of Science) abgeschlossen hatte und wieder nach Deutschland (Paderborn) gezogen war, schrieb mich die Abteilungsleiterin für Informatik am b.i.b. Paderborn per Mail an, weil sie ein Mitglied der Initiative „Paderborn ist Informatik“ ist, die das Programm „girls4IT“ ins Leben rufen wollte, und auf der Suche nach Mentorinnen war. Als eine ihrer ehemaligen Schülerinnen, fiel die Wahl unter anderem auf mich.
Da dieses Jahr das erste Jahr von „girls4IT“ ist, gibt es noch keine wirklichen Erfolgsgeschichten zu erzählen, aber ich bin mir sicher, dass mindestens eine der Teilnehmerinnen danach eine Karriere in Richtung IT verfolgen wird.

Ich möchte junge Mädchen dazu motivieren, sich für Berufe in der Informatik zu entscheiden, sie bei ihrem beruflichen Werdegang zu unterstützen und ihnen die Angst vor dem großen Unbekannten nehmen. Die Informatik besteht ja zum Großteil aus Informationsverarbeitung- und Präsentation. Von meiner Mentee erwarte ich Begeisterung und Interesse am Web, der mobilen Welt und Bereitschaft für eine gute und regelmäßige Zusammenarbeit. Manchmal muss man sich einfach mal trauen ins kalte Wasser zu springen und ein bisschen Mut zur Lücke haben, um das für Einsteiger_innen erschlagend wirkende Thema anzugehen.

Was genau bedeutet das Mentoring für comspace?

Die Information, dass ich bei girls4IT mitmache, hat sich bei comspace eher zufällig im Anschluss an eines unserer c42 Barcamps verbreitet und  bisher habe ich nur Zustimmung bekommen. Meine Mentee hat darüber hinaus die Möglichkeit bekommen sich unser Unternehmen gemeinsam mit den Studenten der FHM anzusehen und wird in den Osterferien 2015 ein Praktikum bei comspace absolvieren.

Nachdem sich meine Aktivität als Mentorin bis zur Geschäftsführung herum gesprochen hat, kann ich während meiner Arbeitszeit an girls4IT-Meetings teilnehmen. Anfangs nahm ich mir dafür frei oder baute Überstunden ab.

Was hat ein Unternehmen davon, seine Mitarbeiter Mentorships machen zu lassen?

Meiner Meinung nach sind solche Programme eine super Chance, seinem Unternehmen positive Aufmerksamkeit zu bescheren und neue Kolleg_innen für sich zu gewinnen.

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Beitragsbild (c) Veit Mette

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Lohnt sich die Ausbildung noch – Unser Beitrag zur #Blogparade

Im November rief das Blog Karrierebibel auf Anregung der Krones AG die Blogparade zur Frage „Lohnt sich die Ausbildung noch?“ ins Leben.

Wir bei comspace beantworten das mit einem klaren ja und möchten gerne erklären warum es sich für uns als Unternehmen und für Auszubildende lohnt, bei comspace die Lehre zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung und Fachinformatiker für Systemintegration zu machen.

Die Kurzfassung in nackten Zahlen:

  • Auszubildenen-Quote von über 12%
  • Übernahmequote über 90%
  • 100% Erfolgsquote bei Abschlussprüfungen am Ende der Ausbildung 

Die Langfassung

comspace steht für erfolgreiche Integrationen im Online Business. Ganz einfach gesagt bauen wir komplexe Webseiten-Projekte für mittelständische Unternehmen und Konzerne auf Basis sogenannter Standardsoftware. In unserem Fall sind das die Content Management Systeme Sitecore, Opentext oder FirstSpirit sowie die Multi-Channel Plattform Hybris. Unsere Arbeit beginnt bereits bei der Installation und dem Hosting der Systeme, geht weiter über das Projektmanagement des (Re)-Launch und das Verbinden des CMS mit der bestehenden Systemlandschaft wie Online-Shops, PIM, MAM, CRM-Systeme usw. Hierbei entwickeln wir aus der Standard-Software eine Lösung, die individuell an die Anforderungen unserer Kunden angepasst ist.

Warum Ausbildung für uns als Unternehmen Sinn macht

Genau wie in vielen Industrieunternehmen brauchen auch wir Spezialisten. Da diese nicht unbegrenzt auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen bilden wir diese einfach aus. Gerade in unser sich schnell wandelnden Branche mit einem hohen Maß an Spezialisierung ist die duale Ausbildung eine wichtige Säule der strategischen Personalentwicklung. Nur so können wir gewährleisten, dass wir weiter wachsen können. Dabei erfüllen die Auszubildenden zwei wichtige Punkte:

  1. Auszubildende sind eine wichtige Säule in der Unternehmenskultur, denn durch die Arbeit in verschiedenen Bereichen, Teams oder Abteilungen verfügen sie über ein hohes Maß an Identifikation und sind innerhalb der Organisation gut vernetzt
  2. Auszubildende stehen dem Unternehmen langfristig zur Verfügung, können sich parallel zum Beruf weiter qualifizieren und stehen während dieser Zeit mit ihrer Arbeitskraft dem Unternehmen zur Verfügung.

Gerade der zweite Punkt gewinnt für uns immer mehr an Bedeutung. Denn durch duale Studiengänge können wir den ehemaligen Auszubildenden eine weitere Perspektive bieten und sie so weiter an uns binden. Wer aber mit einem abgeschlossenen Studium in das Unternehmen eintritt, wird vielleicht noch einen Masterabschluss anstreben aber ein zweiten Studium eher in den seltensten Fällen aufnehmen. Wenn dies aber der Fall ist, führt es bei kleineren Unternehmen wie comspace in der Regel auch zum dauerhaften Verlust der Arbeitskraft.

Ausbildung macht auch für junge Menschen Sinn

Für die so viel beschriebene Generation Y ist die duale Ausbildung eigentlich genau der richtige oder zumindest ein sehr reizvoller Weg. Familie und Freunde sind wichtig, man möchte Geld verdienen um z.B. zu reisen und selbstbestimmt arbeiten möchte man auch noch. Das alles geht problemlos mit einer Ausbildung. Der Ausbildungsort ist meistens auch der Schulort, man kann weiter in seiner Band oder Mannschaft spielen, eine erste eigene Wohnung mit dem Freund oder der Freundin kann bezogen werden und ein gemeinsamer Sommerurlaub oder regelmäßige Konzertbesuche sind bei einer fairen Ausbildungsvergütung auch noch drin. Wenn man einen modernen Arbeitgeber gefunden hat, dann darf man spannende Projekte begleiten und besucht Schulungen, Messen und Konferenzen. Den ganzen lieben langen Tag ist man im Internet unterwegs und private Mails, Amazon-Pakete oder unaufschiebbare private Termine oder ganz alltägliche Erledigungen lässt der moderne Arbeitgeber in der Regel auch zu.

Nach drei Jahren Ausbildung ist man prima qualifiziert, hat Projekterfahrungen gesammelt und ist schon ganz gut vernetzt. Das Unternehmen hat aber schon viel eher einen wertvollen Mitarbeiter gewonnen, der im Rahmen der Ausbildung gezielt weiterentwickelt werden kann und nach der Ausbildung entsprechend seiner Stärken eingesetzt wird. Hinzu kommt: Man kennt sich und man schätzt sich.

Unser Potenzial zur Weiterentwicklung der Ausbildung bei comspace

Die sehr praxisnahe Ausbildung bei comspace hat aber auch einen Nachteil. Auch wenn es bei uns keine ausbildungsfernen Inhalte gibt, diese wurden im Berufsbildungsbericht 2014 als einer der häufigsten Gründe für Unzufriedenheit unter Azubis genannt, so haben auch wir noch Luft nach oben. Im Rahmen unseres internen c42 Firmen-Barcamps kam der Wunsch auf, dass es eigene Auszubildende-Projekte zum Ausprobieren und Experimentieren geben sollte. An der Umsetzung dieses Wunsches arbeiten wir, weil wir das Lernen im Team für unsere Azubis weiter fördern möchten.

Das Tolle an Blogparaden – man lernt viele neue Unternehmensblogs kennen.

Weitere Beiträge zur Blogparade „Macht Ausbildung noch Sinn?“ bei: